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STREETHOCKEY: Der «böse» Chef von Haiti

Georges Laraque, Coach von Haiti, hat erfolgreich in der NHL gespielt. Mit der haitianischen Street­hockey-Auswahl hat er viel vor.
Der haitianische Streethockey-Coach Georges Laraque (rechts) an der Bande der Zuger Bossard-Arena. Bild Stefan Keiser (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der haitianische Streethockey-Coach Georges Laraque (rechts) an der Bande der Zuger Bossard-Arena. Bild Stefan Keiser (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Marco Morosoli

Der Coach der Haiti-Auswahl hat Arme wie andere Oberschenkel. Der 38-jährige Hüne Georges Laraque hat von 1997 bis 2010 in der National Hockey League (NHL) Eishockey gespielt. Er war ein «Böser». In 695 NHL-Spielen kamen 1126 Strafminuten zusammen. Zweimal stand er im Stanley-Cup-Final, doch die begehrte Trophäe durfte er nie stemmen.

Was macht aber einer wie Laraque an der Bande eines haitianischen Streethockey-Teams? «Etwas Gutes aufbauen», sagt er.

Eine Premiere mit klarem Fokus

Viele seiner Spieler sind gute Bekannte von Laraque und wohnen in Kanada wie er in und um Montreal. Aus dem tropischen Inselstaat selber ist zwar keiner nach Zug an die WM gekommen, aber alle haben in Haiti ihre Wurzeln. «Das reicht, um als Nationalteam antreten zu können», sagt Laraque.

Es ist das erste Mal, dass die Haiti-Flagge an einer WM weht. Und Laraque hat mit seinem Team ein grosses Ziel: «Wir wollen in den A-Pool aufsteigen. Aber noch nicht in diesem Jahr. Dafür sind wir noch nicht bereit.» Die Haitianer haben sich sehr seriös auf die WM in Zug vorbereitet, wie Laraque versichert: «In den letzten drei Monaten haben wir in der Woche dreimal trainiert.» Die Reise soll auch Plausch sein, aber mit einem klaren Fokus. Und wieso spielt er nicht selber mit? «Ich will ihnen von aussen zeigen, wie es geht», sagt Laraque.

Haiti heute gegen Hongkong

Wie alle Streethockeyaner ist auch Laraque in seiner neuen Trainerposition Amateur. Er verdient sein Geld mittlerweile aus dem Betrieb von Restaurants und mit Jobs im Medienbereich oder aber als Motivator. Und als solcher ist er auch in Zug erfolgreich. Bisher haben die Haitianer nur gerade das Startspiel gegen Italien mit 0:4 verloren. Gestern siegten sie gegen Frankreich locker mit 7:0. Heute folgt die Partie gegen Hongkong (8.30 Uhr). Im Winter zieht sich Laraque auch oft die Schlittschuhe an und trainiert. Ende der letzten Saison hat er zwei Spiele bei Fana in der dritthöchsten Spielklasse in Norwegen absolviert (4 Tore/3 Assists). In der Schweiz ist er zum ersten Mal, er kennt aber einen Zuger: Laraque spielte einst mit EVZ-Stürmer Patrick Fischer bei den Phoenix Coyotes. Und er hat weiterhin Lust auf Eishockey: «Ruft ihr mich, so komme ich.» Zuerst will er aber mit Haiti erfolgreich sein und Streethockey-Spass haben.

unknown (Bild: marco.morosoli@zugerzeitung.ch)

unknown (Bild: marco.morosoli@zugerzeitung.ch)

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