STREETHOCKEY: Die Rebells bestehen die Kraftprobe

Die Oberwiler gewinnen die letzten zwei Spiele der Qualifikation und sind als Erste für den NLA-Playoff-Halbfinal gesetzt. Sie hoffen, dass der Ausnahmekönner dieser Partien auf die Playoffs hin zurückkehrt.

Severin Senn
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Die Rebells bejubeln zum Qualifikationsschluss 16 Treffer. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. März 2017))

Die Rebells bejubeln zum Qualifikationsschluss 16 Treffer. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. März 2017))

Severin Senn

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Die Oberwiler hatten zum Abschluss der Qualifikation zwei Aufgaben zu bewältigen. Der erste Gegner Belp – obwohl bloss auf dem vierten Rang platziert – musste sich in ihren Spielen dieses Jahr bloss Oberwil beugen. Es durfte ein schnelles und intensives Spiel erwartet werden.

Der amerikanische Aushilfespieler Jess Hackett zeigte den Zuschauern bereits in der 2. Minute sein Können. Allein sein erstes Tor war den Besuch des Spieles wert. Gekonnt umspielte er allein die komplette Belper Verteidigung und liess dem Torhüter keine Chance. Keine zwei Minuten später erzielte er bereits sein nächstes von fünf Toren. «Heute hat es wirklich Spass gemacht. Meine Hände waren besonders gut in Form. Fünf Treffer zu erzielen, ist aber auch für mich besonders», sagte er nach dem Spiel.

Selten mit gleich vielen Spielern

Die ersten 20 Minuten wurden auf jeden Fall von Oberwil dominiert, das 2:0 führte. Die Belper konnten ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen kaum einmal zeigen. Nach der ersten Pause nahm das Spiel aber eine andere Gestalt an. Die Zweikämpfe wurden heftiger und verbissener geführt, viele Strafen waren die logische Folge. Nachdem einige Spieler aneinandergeraten waren, konnte Belp einmal mehr in Überzahl agieren. Eine weitere Strafe gegen Oberwil kurz danach führte gar zu einer doppelten Überzahl. Und die Berner nutzen ihre Chancen. Das Spiel war wieder offen. Bei gleicher Anzahl Spieler waren die Rebells aber immer noch überlegen. Bis zur zweiten Pause wurde das Skore auf 7:3 erhöht. Belp blieb weiterhin nur in Überzahl gefährlich und konnte ab der 50. Minute ganze fünf Minuten Po­wer­play spielen. Es folgten die Treffer vier und fünf für Belp.

Das Endresultat von 11:6 zeigte dann aber klar den Unterschied beider Teams auf. Belp war über das ganze Spiel nur im Powerplay ebenbürtig, und die Oberwiler machten sich das Leben jeweils mit zu vielen Strafen selbst schwer.

Nicht einmal zwei Tage später folgte der letzte Match. Gegner war das zweitplatzierte Grenchen-Limpachtal. Wie schon gegen Belp starteten die Rebells stark. Für Raphael Melliger waren es gar die besten 20 Minuten der bisherigen Saison: «Wir haben Grenchen dominiert. Eine solche Leistung von jedem einzelnen Spieler haben wir bisher in dieser Saison noch nicht erreicht. Schade, dass wir keine Tore erzielt haben, die Chancen dazu waren vorhanden.» Es stand 0:0. Auch den 346 Zuschauern war aufgefallen, dass sich die Solothurner erschreckend oft nur durch unerlaubte Befreiungsschläge zu retten vermochten. Das Spiel blieb trotzdem lange spannend, was besonders am Gästetorhüter und am wieder erstarkten Unterzahlspiel der Oberwiler lag. Trotz 18 Strafminuten erzielten die Solothurner nur ein Tor in Überzahl. Die Rebells hingegen nutzten im zweiten Drittel ihre Torchancen und konnten bis zur Spielhälfte einen Drei-Tore-Vorsprung herausspielen.

Das Spiel vom Freitag und das Nationalmannschaftstraining vom Samstag – an dem auch einige Spieler der Rebells teilnahmen – hat merklich Kraft gekostet. Die Oberwiler Angriffe waren nicht mehr so zahlreich, man beschränkte sich auf das Sichern des Vorsprungs. So endete das Spiel und die Qualifikation mit einem Sieg. Mann des Wochenendes war erwähnter Jess Hackett. Sieben Tore in zwei Spielen gegen Topteams ist selbst im torreichen Streethockey eine aussergewöhnliche Leistung. Nun geht’s für ihn zurück nach Paris zu seinem Inlinehockeyteam. Die Rebells sind gespannt, ob er es für die Playoffs nochmals in die Schweiz schafft. Diese beginnen im April mit den Halb­finals.

 

Oberwil – Belpa 11:6 (2:0, 5:3, 4:3)

Zug, 103 Zuschauer. – SR Hostettler/Sakkas. – Tore: 2. Hackett 1:0. 4. Hackett (Hildreth) 2:0. 21. 2:1. 21. Döbeli 3:1. 26. 3:2. 26. 3:3. 33. Hackett (Meier, Müller K.) 4:3. 34. Hackett (Hildreth) 5:3. 36. Hildreth (Meier, Müller K.) 6:3. 40. Stucki (Müller T.) 7:3. 55. 7:4. 55. 7:5. 58. 7:6. 58. Stucki (Melliger) 8:6. 59. Stucki 9:6. 59. Hausherr (Melliger) 10:6. 60. Hackett (Döbeli) 11:6. – Strafen: 8-mal 2 Min. plus 1-mal 5 Min. (Nisevic) gegen Oberwil; 6-mal 2 Min. gegen Belpa. – Oberwil: Sidler (ab 31. Pagano); Müller Y., Hohl, Müller T., Melliger, Stucki, Hildreth, Müller K., Meier, Döbeli, Hackett, Meyer, Senn, Blättler, Steiger B., Nisevic, Steiger J., Hausherr. – Belp: Leuenberger, Stucki; Zingg, Zürcher, Fair­clough, Faina A., Meier, Oesch, Bohnenblust, Nydegger, Schawohl, Kohler, Müller, Alvo, Wittwer, Faina F.

Oberwil – Grenchen 5:2 (0:0; 4:1; 1:1)

Zug, 346 Zuschauer. – SR Friedli/Burren. – Tore: 23. 0:1. 24. Hackett (Döbeli) 1:1. 27. Hildreth (Müller Y., Döbeli/Ausschluss Marti) 2:1. 32. (31:03) Hildreth (Hackett) 3:1. 32. (31:26) Hausherr 4:1. 47. 4:2. 54. Hackett (Hildreth) 5:2. – Strafen: 10-mal 2 Min. gegen Oberwil; 5-mal 2 Min. gegen Grenchen. – Oberwil: Sidler, Pagano; Hohl, Beiersdörfer, Melliger, Hausherr, Stucki, Meyer, Müller T., Müller Y., Steiger B., Nisevic, Hildreth, Müller K., Hackett, Döbeli, Meier, Steiger J., Stocker, Senn, Blättler. – Grenchen: Fankhauser, Stucki; Slanec, Marti, Henzi, Sterchi, Rohrbach, Däppen F., Eggen, Rindlisbacher, Jenni, Jäggi, Däppen S., Aebi, Friedli, Frkan, Röthlisberger, Inniger.

Nationalliga A. Rangliste: 1. Oberwil 18/49. 2. Grenchen-Limpachtal 18/36. 3. Belpa 17/29. 4. Bettlach 16/26. 5. Sierre 17/24. 6. Bonstetten-Wettswil 16/7. 7. Kernenried-Zauggenried 16/6.