STREETHOCKEY: Ein Schock zum Jahresende

Die Oberwil Rebells verlieren die Partie im Cup-Achtelfinal gegen das unterklassige La Chaux-de-Fonds überraschend. Die Gründe sind auch hausgemacht.

Severin Senn
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Severin Senn

sport@zugerzeitung.ch

Das Jahr 2016 geht für die Oberwil Rebells mit einer bitteren Niederlage zu Ende. In den Reihen des Rekordmeisters war man sich vor dem Match bewusst, dass die Jurassier der gefährlichste Gegner aus der NLB sind. Schon in der vorletzten Saison war das Cupspiel in La Chaux-de-Fonds umkämpft. Dennoch sind die Oberwiler bloss mit neun Feldspielern angereist. Viele teilweise fragwürdige Absenzen sorgten für ein dezimiertes Kader. Nichtsdestotrotz war auch mit diesem von Nationalspielern gespickten Kader ein Sieg Pflicht. Der Start ins erste Drittel gelang nicht wunschgemäss, bereits nach wenigen Minuten erzielte La Chaux-de-Fonds den ersten Treffer. Der amtierende NLB-Meister ging konzentriert ins Spiel und nahm jeden Zweikampf an. Es schien fast, als wäre La Chaux-de-Fonds der haushohe Favorit.

Erst langsam gewöhnte sich das Oberwiler NLA-Team an das kleinere Feld und das deshalb um einen Spieler reduzierte Spielsystem. Der Schaden wurde in Grenzen gehalten. Der 0:1-Rückstand zur ersten Pause spiegelte das Geschehen auf dem Platz dennoch nicht wider. Die Oberwiler waren mit dem System überfordert. Die schnellen Passkombinationen der Jurassier rissen grosse Löcher in die Defensive. Oft konnte der gegnerische Angriff nur durch ein Foul gestoppt werden – entsprechend wurden zahlreiche Strafen gegen die Oberwiler ausgesprochen.

Mit 0:5 im Hintertreffen

In Unterzahl zeigte sich die mangelnde Spielerfahrung auf dem kleinen Platz noch deutlicher: Ohne Offsideregel lässt sich das Powerplay einfacher aufziehen, und die Erfolgsquote ist höher. Bereits nach wenigen Minuten konnte La Chaux-de-Fonds im Powerplay sein zweites Tor erzielen und kurz sogar das 3:0. Als Oberwils Thomas Hohl in der Folge eine Fünf-Minuten-Strafe wegen eines Checks gegen den Kopf bekam, wurde es ernst. Die Jurassier nutzten ihre Chancen eiskalt und führten bald mit 5:0. Der Tiefpunkt war erreicht. Jetzt begannen die Oberwiler, ihr bekanntes Hockey zu spielen. Sie setzten den Gegner unter Druck und gewannen die Zweikämpfe. Schöne Tore gab es zwar nicht zu sehen, das Spiel wurde über den Kampf definiert. Die Rebells trafen zweimal, ehe ein Konterangriff der Gastgeber den 4-Tore-Vorsprung wiederherstellte.

Die Taktik der Gäste für das letzte Drittel war klar: Tore mussten her. Die Oberwiler Mannschaft stand zusammen und versuchte die Wende zu schaffen. Dank einer starken Teamleistung gelang es, auf zwei Treffer heranzukommen (7:5), doch der Siegeswille der Jurassier war enorm. Mit riesigem Einsatz blockten sie Schüsse und gingen in die Zweikämpfe. Schliesslich behielten sie mit 10:7 die Oberhand.

Zu viele Mängel waren beim Rekordmeister aus Oberwil in diesem Spiel festzustellen. Die Defensive und der Torhüter waren fehleranfällig, und die Stürmer konnten auf dem kleinen Feld ihre Schnelligkeit und Übersicht nie entfalten. Zusammen mit den vielen Absenzen führte dies zu der bitteren Niederlage. Vielleicht macht es die zweite Mannschaft besser: Sie hat sich für den Cup-Viertelfinal qualifiziert und trifft dort im neuen Jahr auf – La Chaux-de-Fonds.