Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STREETHOCKEY: Für ihn ist Zug immer noch Heimat

Raphael Diaz ist ein Eishockey-Profi ohne Starallüren. Wenn er in Zug weilt, hat er für alle ein offenes Ohr und mischt sich auch gerne unters Volk.
Marco Morosoli
Raphael Diaz sieht sich am Freitag in der Bossard-Arena die Partie der Schweizer gegen die USA an. In der EVZ-Heimstätte ist der NHL-Profi im Sommer öfters anzutreffen. (Bild Christian Herbert Hildebrand)

Raphael Diaz sieht sich am Freitag in der Bossard-Arena die Partie der Schweizer gegen die USA an. In der EVZ-Heimstätte ist der NHL-Profi im Sommer öfters anzutreffen. (Bild Christian Herbert Hildebrand)

Mit Stock und Puck weiss der 29-jährige Raphael Diaz auf dem Eis perfekt umzugehen. Er zählt zu den derzeit smartesten Eishockey-Verteidigern der Schweiz. Auch für seinen Stil, wie er sich auf den schmalen Kufen bewegt, würde der in der Zuger Herti Aufgewachsene von einer Jury durchwegs sehr gute Noten erhalten. Was hingegen weniger bekannt ist: Diaz hat auch einmal Streethockey gespielt. Und das sogar wettkampfmässig bei den Red Bears aus Cham. Die Ennetseer gehörten einst wie die Oberwil Rebells zum Stamm der obersten Spielklasse in der Schweiz. Wann genau das war, kann Raphael Diaz zwar nicht mehr sagen: «Ich muss so um die 20 Jahre alt gewesen sein. Ein Kollege hat mich gefragt, ob ich Lust zum Mitmachen habe.»

Bereut hat er den Abstecher vom Eis auf den Asphalt nicht: «Es war witzig.» Streethockey ist für ihn auch heute noch «eine coole Sportart». Diaz erinnert sich: «Früher habe ich im Herti-Quartier Tag und Nacht Streethockey gespielt.»

Eine harte Sportart

Das Spiel auf dem Grossfeld, wie es an der Weltmeisterschaft in Zug noch bis heute Abend praktiziert wird, bezeichnet der ehemalige EVZ-Spieler als «hart», denn «du kannst nicht wie beim Eishockey gleiten, sondern musst immer rennen». Dementsprechend zollt er den Leistungen der Spieler bei der Weltmeisterschaft Lob.

Die Schweizer hat er beim aktuellen WM-Turnier schon zweimal gesehen und kennt sogar einen Spieler sehr gut. «Ich bin mit dem Schweizer Torhüter Pascal Melliger in die gleiche Klasse gegangen», sagt Raphael Diaz. Der «Hertianer» findet aber nicht nur Streethockey toll, sondern freut sich auch darüber, dass in und um die Bossard-Arena etwas los ist: «Es ist schön, dass die Bossard-Arena mehr genutzt wird. Für das wurde sie doch gebaut.»

Jährliche Auszeit in Zug

Seit Diaz 2011 sein Glück in der National Hockey League sucht, ist er in Zug nur noch im Sommer anzutreffen. Wie in seiner Kindheit ist die elterliche Wohnung sein Zuhause. Diese Auszeit ist fester Bestandteil in seiner Agenda. «Ich freue mich immer wieder, nach Zug zurückzukommen», sagt Diaz. Obwohl er in Nordamerika schon viel herumgekommen ist, besteht für den Verteidiger in einem Punkt kein Zweifel: «Wo du aufgewachsen bist, das ist Heimat.» Und im bekannten Umfeld hat er auch über die Jahre hinweg ein gutes Netzwerk zu pflegen und erhalten gewusst.

Fürs Sommertraining schliesst er sich jeweils dem Stammverein EV Zug an: «Ich kenne natürlich noch viele Akteure aus der Zeit, als ich hier spielte.» Viel Kontakt pflegt Raphael Diaz mit dem EVZ-Captain Fabian Schnyder: «Mit ihm tausche ich mich unter dem Jahr regelmässig aus.»

Zukunft noch nicht geregelt

Auch was rund um den EV Zug läuft, interessiert ihn weiterhin. Von wo aus er die nächste EVZ-Saison verfolgen wird, weiss er aber derzeit noch nicht. Bei den Calgary Flames, mit denen er die Playoffs erreichte, kann er nicht bleiben. Diese Situation der Ungewissheit ist für den Zuger aber nicht neu. Schon im Vorjahr ist er bei den Flames erst kurz vor dem Saisonbeginn untergekommen.

Doch Diaz hadert nicht: «Ich habe auch dort viel gelernt.» Und auch eine andere Kultur erlebt. Calgary sei «Countrymusic» und «Farmer-Style». In welche Region in Nordamerika es ihn im Herbst verschlagen wird, weiss er nicht: «Mein Agent schaut sich für mich um.» Dieser kann aber erst ab dem 1. Juli aktiv werden.

In der Schweiz sei dies ganz anders. Da werde die Zukunft viel früher geregelt. Verrückt machen lässt sich Raphael Diaz aber dadurch nicht: «Natürlich ist das ein Druck. Doch daran gewöhnst du dich.» Im Gegensatz zur Schweiz, so der Spielgestalter an der blauen Linie, «muss ich in der NHL in jedem Spiel um meinen Platz kämpfen». Manchmal kommt noch ein Wechsel von der Ost- an die Westküste des Kontinents hinzu, aber «ich lebe nicht aus dem Koffer».

Raphael Diaz ist weiterhin guten Mutes, dass es auch dieses Jahr mit einem NHL-Vertrag klappen wird. «Einen Plan B habe ich nicht», sagt er bestimmt. Und wenn sich doch nichts ergibt? «Dann muss ich schauen, was ich mache.» Der EV Zug sei in diesem Fall eine Option. Doch die Liga-Konkurrenten der Zuger dürfte in einem solchen Fall auch mitbieten.

Marco Morosoli

Raphael Diaz

Zur Person mo. Der 29-jährige Zuger Raphael Diaz ist im Herti, praktisch neben der Bossard-Arena aufgewachsen. In der Schweiz absolvierte der 1,81 Meter grosse Verteidiger beim EV Zug 384 Spiele (47 Tore/100 Assists). Der rechtsschiessende Eishockeyprofi ist derzeit einer der besten Abwehrspieler der Schweiz. Auf die Saison 2011/12 zog es Diaz in die National Hockey League (NHL). In dieser Liga absolvierte er für die Montreal Canadiens, die Vancouver Canucks, die New York Rangers und die Calgary Flames insgesamt 201 Spiele (8 Tore/41 Assists). Während des NHL-Lockouts 2012/13 absolvierte er nochmals 32 Spiele für seinen Stammverein EV Zug.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.