STREETHOCKEY: Pleite und Pech für die Rebells

Oberwil unterliegt Grenchen im Spitzenkampf der Nationalliga A mit 2:5. Diese Niederlage kommt im Gegensatz zum peniblen Ausscheiden im Schweizer Cup nicht überraschend.

Severin Senn
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Oberwil (Tim Müller, links) bleibt am Hindernis hängen. (Bild: Stefan Keiser (Zug, 20. November 2016))

Oberwil (Tim Müller, links) bleibt am Hindernis hängen. (Bild: Stefan Keiser (Zug, 20. November 2016))

Severin Senn

sport@zugerzeitung.ch

Das vorgezogene Spitzenspiel in der NLA-Zwischenrunde verloren die Oberwil Rebells mit 2:5 gegen den SHC Grenchen-Limpachtal. Die Oberwiler waren mit bloss zwölf Feldspielern angereist. Die Partie wurde kurzfristig vorgezogen, einige Akteure waren noch in den Ferien. Neben Starverteidiger Andrew Hildreth fehlten fünf weitere Stammspieler. Immerhin: Adam Rousal und Yannick Steiger kamen zu ihren Comebacks nach längeren Abwesenheiten.

Mit einer defensiven Einstellung gingen die Rebells ins erste Drittel. Doch bereits nach wenigen Minuten wurden eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Patrick Döbeli ausgesprochen. Die Solothurner nutzten ihre Chance zum 1:0. Das Spiel der Oberwiler blieb weiterhin sehr defensiv. Rückkehrer Steiger konnte aber wegen einer muskulären Verletzung bloss zwei Einsätze leisten. Dies bedeutete, dass die Rebells das ganze Spiel mit zwei Linien in Angriff nehmen mussten. Deshalb wurde versucht, die neutrale Zone zu verteidigen und Angriffe schnell zu unterbinden. Grenchen konnte dennoch einige sehr gute Torchancen herausspielen, der stark aufspielende Goalie Andrea Pagano hielt seine Mannschaft im Spiel. Nach einer unübersichtlichen Situation war aber auch er geschlagen – 2:0 für Grenchen in der ersten Pause.

Kurze Zeit keimt Hoffnung auf

Das gewohnte Angriffsspiel des amtierenden Meisters war während des ganzen Spiels nur selten zu sehen. Auch in zwei Situationen mit zwei Mann mehr zeigte sich, dass die Trainings der letzten Woche primär auf Läuferisches und nicht auf Spielerisches ausgelegt waren. Die Abstimmung in Überzahl funktionierte nicht, und auch die Pässe waren zu ungenau. Trotzdem konnte Tim Müller den Anschlusstreffer erzielen. Das Spiel war wieder offen. Für Torschütze Müller war die Phase nach dem Anschlusstreffer die beste: «Wir haben uns gegenseitig motiviert und besser in die Partie gefunden. Das Spiel schien auf unsere Seite zu kippen. Blöd nur, dass wir gleich nach der zweiten Pause den dritten und vierten Gegentreffer hinnehmen mussten.» Diese Tore änderten das Gesicht des Spiels komplett. Die Kräfte der Oberwiler liessen nach. Nachdem auch Rousal verletzungsbedingt aufgeben musste, schien das Spiel gelaufen. Daran änderte auch Döbelis Treffer in der 54. Minute nichts mehr. Mit letzter Kraft und ohne Torhüter versuchten die Rebells, das Spiel noch zu drehen. Grenchen machte die Hoffnungen mit einem Empty Netter zunichte.

«Zu viele Strafen sind für ein sonst schon dezimiertes Kader ein grosses Problem. Allgemein ist es auf dieser Stufe schwierig, ein Spiel mit zwei Linien zu gewinnen», analysierte Tim Müller das Spiel. «Diese Partie sagte nicht viel über die Stärken und Schwächen beider Mannschaften aus. Mit komplettem Kader können wir massiv mehr Druck machen und das Spiel attraktiver gestalten. Zu zehnt haben die Kräfte einfach nicht gereicht.»

Es war für die erfolgsverwöhnten Rebells die zweite Niederlage in Folge nach dem Ausscheiden im Cup gegen das unterklassige La Chaux-de-Fonds. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob sie mit einem kompletten Kader zurück in die Erfolgsspur finden werden. Am kommenden Sonntag gastieren sie bei Belpa.

Grenchen - Oberwil 5:2 (2:0, 0:1, 3:1). SPS-Arena. – 63 Zuschauer. – SR Sakkas/Varca. – Tore: 4. Henzi (Ausschluss Döbeli) 1:0. 10. Sterchi (Frkan) 2:0. 36. Müller T. (Rousal, Steiger/Ausschluss Slanec) 2:1. 41. Sterchi (Röthlisberger, Henzi) 3:1. 52. Röthlisberger (Rybon) 4:1. 54. Döbeli (Steiger, Blättler/Ausschluss Rybon) 4:2. 59. Henzi 5:2. – Strafen: 7-mal 2 Min. plus 10 Min. (Marti) gegen Grenchen; 7-mal 2 Min. plus 10 Min. (Stucki) gegen Oberwil.

Grenchen: Fankhauser, Stucki; Marti, Däppen, Rindlisbacher, Jenni, Jäggi, Slanec, Rybon, Henzi, Röthlisberger, Rohrbach, Aebi, Däppen, Aegerter, Sterchi, Frkan.

Oberwil: Pagano; Melliger R., Hausherr, Rousal, Döbeli, Blättler, Müller T., Senn, Meier, Stucki, Nisevic, Müller K., Steiger.

Bemerkungen: Oberwil ohne Melliger P., Müller Y., (alle verl.), Hohl (gesperrt), Merz, Beiersdörfer, Hildreth, Meyer, Stocker, Sidler (alle abwesend). – 58. Time-out Grenchen.

Nationalliga A. Rangliste: 1. Oberwil 13/36. 2. Grenchen 13/30. 3. Sierre 12/22. 4. Belpa 12/20. 5. Bettlach 12/14. 6. Bonstetten-Wettswil 12/4. 7. Kernenried-Zauggenr. 12/3.