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Zwei bekannte Georgier und ein Hitzkopf: Das sind die Gegner der Schweiz in der EM-Quali

In der Gruppe D der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 bekommt es die Schweiz mit Dänemark, Irland, Georgien und Gibraltar zu tun. Wissenswertes zu den Schweizer Gegnern.
Christian Brägger und Markus Brütsch
Wechselt im Schnitt alle zwei Jahre den Arbeitgeber: Julio Ribas, Trainer von Gibraltar. (Bild: Georgi Licovski/EPA (Skopje, 19. November 2018))

Wechselt im Schnitt alle zwei Jahre den Arbeitgeber: Julio Ribas, Trainer von Gibraltar. (Bild: Georgi Licovski/EPA (Skopje, 19. November 2018))

Dänemark: Eine einzige Niederlage nach regulärer Spielzeit – die Dänen haben ein gutes Länderspieljahr hinter sich. Ebenjene sorgte für Aufsehen, da sie die Folge eines wüsten Streits war zwischen den dänischen Nationalspielern und dem nationalen Verband wegen des Verbots, individuelle Sponsorenverträge abschliessen zu dürfen. In der Folge bestreikte die A-Nationalmannschaft, die zwei Monate davor an der WM in Russland im Achtelfinal am späteren Finalisten Kroatien im Penaltyschiessen den Kürzeren gezogen hatte, das Testspiel in der Slowakei. Ein Notfallteam musste einspringen, bestehend aus Akteuren unterklassiger Klubs oder Futsal-Spielern; es verlor 0:3. Nationaltrainer Age Hareide und Assistent Jon Dahl Tomasson hatten sich mit den Profis solidarisiert. Diese rehabilitierten sich nach dem Tage später erfolgten Zugeständnis des Verbands in der Nations League für die Posse: Mit dem Resultat des Aufstiegs in die höchste Liga. Noch ist man ein Stück weit entfernt von jenem «Danish Dynamite»-Team, das 1992 in Schweden sensationell Europameister wurde. Seit dem Verpassen der EM-Endrunde 2016 ist wieder etwas am Entstehen, wobei Spieler wie Christian Eriksen (Tottenham) oder Kasper Schmeichel (Leicester) das Rückgrat sind. (cbr)

Irland: Es ist schon das fünfte Mal, dass sich die Schweiz und die Republik Irland in einer WM- oder EM-Qualifikation über den Weg laufen. In drei der vier Kampagnen standen die Schweizer am Ende vor den Iren, 2004 und 2006 nahmen sie im Gegensatz zu den Insulanern am jeweiligen Turnier teil. Aus Schweizer Sicht ist die Bilanz nach 16 Länderspielen mit nur fünf Siegen und acht Niederlagen aber negativ. Allerdings haben sich die beiden Nationalmannschaften gegensätzlich weiterentwickelt. Ungeachtet einer 0:1-Niederlage der Schweiz im Testspiel am Karfreitag 2016 in Dublin. Die Iren sind in der Weltrangliste die Nummer 33, die Schweizer die Nummer 8. In der Nations League haben sich die Iren sieglos aus der B-Liga in Richtung C-Klasse verabschiedet, die Schweizer sich in der A-Liga den Gruppensieg geholt. Jetzt hoffen die Iren, unter dem neuen alten Trainer Michael Joseph «Mick» McCarthy an frühere, erfolgreichere, Zeiten anzuknüpfen. Der 59-Jährige hat vor einer Woche Martin O’Neill abgelöst. Unter McCarthy hatte sich Irland 2002 letztmals für eine WM qualifiziert. Immerhin war es bei den beiden letzten Europameisterschaften dabei. Die Iren stellen derzeit eine eher namenlose Equipe. Einer der bekannteren Spieler ist Captain Seamus Coleman (Everton). (br)

Georgien: Die Zahlen sind beeindruckend: Fünf Siege, ein Unentschieden, null Niederlagen und 12:2 Tore – Aufstieg. Die Krux ist nur: Sie stammen aus der D-Liga der Nations League mit den Gegnern Kasachstan, Lettland und Andorra. Im Fifa-Ranking liegt Georgien auf Rang 89 und wartet noch immer auf eine WM- oder EM-Teilnahme. Allerdings wurde der Verband erst 1990, nach der Auflösung der Sowjetunion, gegründet. Und immerhin stellt der georgische Fussball einen Europacupsieger. 1981 gewann Dinamo Tiflis den Wettbewerb der Cupsieger, damals noch als Mitglied des sowjetischen Verbandes. Lediglich zwei Mal standen sich Georgier und Schweizer bisher gegenüber. In der EM-Qualifikation 2004 gab es für die Schweiz in Tiflis ein 0:0, in Basel einen 4:1-Sieg. Trainiert werden die Kaukasier seit 2016 vom 54-jährigen Slowaken Vladimir Weiss. Wie bei Irland fehlen auch Georgien grosse Namen. Gab es früher noch einen Schota Arweladse (Ajax Amsterdam), oder Michail Kawelaschwili (GC, FCZ, Luzern, Sion, Aarau, FCB), so muss man heute zufrieden sein, solche wie Valeriane Gvilia und Otar Kakabadze zu kennen, die beide für den FCL auflaufen. (br)

Gibraltar: Es gibt sie doch noch, die kleinen Fussballnationen. Gibraltar gehört allein schon wegen seiner Einwohnerzahl (35000) dazu. Aber auch fussballtechnisch. Oder können Sie einen einzigen Fussballer des Landes von der Südspitze der Iberischen Halbinsel benennen? Macht nichts. Nach San Marino ist Gibraltar jedenfalls die zweitschlechteste Nation Europas. Im Jahr 2013 wurde es vollwertiges Mitglied der Uefa, seither punktete der Zwergstaat in einer WM- oder EM-Qualifikationsspiel nie, kassierte stattdessen einige hohe Niederlagen. Dass diese Resultate aber nicht immer jede Aussagekraft besitzen, mussten jüngst in der Nations League nebst Armenien ebenfalls die Liechtensteiner erfahren; 1:2 unterlagen sie auswärts, und im Fürstentum sprachen sie danach von einer «Blamage». Gegen die Schweiz hat Gibraltar bislang noch nie gespielt. Die Mannschaft besteht ausschliesslich aus Feierabendfussballern der einheimischen Liga oder tiefen Ligen Englands. Ihr Trainer Julio Ribas ist seit diesem Sommer im Amt, er ist ein Bummler des Fussballs, der im Schnitt alle zwei Jahre den Arbeitgeber wechselt. Der 61-jährige Uruguayer gilt als Hitzkopf. Einmal musste er eine Nacht im Gefängnis verbringen, nachdem er als Coach eine Massenschlägerei angezettelt hatte. (cbr)

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