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FCL wirft Stürmer Tomi Juric aus der Mannschaft

Unruhe beim FC Luzern vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde am heutigen Mittwoch (18.45 Uhr) gegen Sion: Trainer René Weiler kann nicht mehr auf Stürmer Tomi Juric zählen, Sportchef Remo Meyer setzt sich durch.
Daniel Wyrsch
War es sein letztes Spiel für den FC Luzern? Tomi Juric (in Weiss) am letzten Sonntag in Neuenburg gegen Xamax. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. Februar 2019))

War es sein letztes Spiel für den FC Luzern? Tomi Juric (in Weiss) am letzten Sonntag in Neuenburg gegen Xamax. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. Februar 2019))

Beim FC Luzern stimmt etwas nicht. Zu dieser Annahme mussten die Journalisten am Dienstagvormittag beim Training der Super-League-Mannschaft kommen. Warum? Präsident Philipp Studhalter sprach nach Trainingsende lange mit Trainer René Weiler. Allein der Fakt, dass Studhalter beim Training erschien, ist aussergewöhnlich.

Auf die Frage, warum er mit dem Präsidenten 15 Minuten lang reden musste, antwortete Weiler: «Das war ein normaler Smalltalk, nichts Weltbewegendes!»

Doch mindestens den FCL und die fussballinteressierten Innerschweizer hat das Thema bewegt, über welches sich Weiler und Studhalter intensiv ausgetauscht hatten. Denn aufgefallen war, dass Tomi Juric (27) nicht am Training teilgenommen hatte. Ohne dass Weiler es gewollt hätte, ist der Stürmer mindestens ­vorübergehend freigestellt vom Teamtraining und den Spielen.

Meyer versichert, dass es keinen Eklat gegeben hat

Am Nachmittag wurden die Gründe für die Suspendierung bekannt. Hauptverantwortlich für den Entscheid ist Remo Meyer, der FCL-Sportchef stellte sich unseren Fragen. Für Meyer ist es keine Suspendierung; dabei muss sich Juric zumindest in dieser Woche individuell fit halten.

Remo Meyer stellte klar: «Um die Person von Tomi Juric hat es keinen Eklat gegeben, er hat sich auch nicht unprofessionell verhalten.» Der Sportdirektor erklärte dann aber auch: «Sport­liche und strategische Gründe führten zu diesem Entscheid. Um Juric hat es seit dem vergangenen Sommer Unruhe gegeben, ich hatte das Gefühl, dass er nicht zu hundert Prozent anwesend war.»

Juric wird dem FCL-Coach Weiler ganz sicher nicht in den folgenden beiden Heimspielen von heute Mittwoch (18.45 Uhr) gegen Sion und vom Samstag (19 Uhr) gegen Lugano zur Verfügung stehen. Meyer meinte, dass der FC Luzern mit dieser Massnahme und dem individuellen Training für Juric «Druck aus der angespannten Situation um den Spieler nehmen will».

Remo Meyer gab zu, dass er die Hoffnung nicht aufgegeben hat, dass der Stürmer die immer noch offenen Transferfenster in verschiedenen Ländern nützt. So könnte Juric in die Heimat seiner Eltern, nach Kroatien, oder nach Russland, Tschechien oder Polen wechseln. Aber auch der finanzstarke chinesische Fussballmarkt wäre noch bis zum 28. Februar ­offen, die Transferphase in der Schweiz dauert übrigens noch bis zum nächsten Freitag um Mitternacht. Meyer stellte fest: «Juric soll im Kopf frei sein, um mit anderen Klubs zu verhandeln.»

Kommt es doch noch zum Transfer zum FC Sion?

Möglich scheint, dass der Gegner im Nachtragsspiel, der FC Sion, seine Fühler nach dem FCL-Stürmer mit 15 Toren und 11 Assists in 64 Super-League-Partien ausgestreckt hat. Unsere Zeitung hatte bereits Mitte Dezember erstmals über das Interesse der Walliser am australisch-kroatischen Doppelbürger berichtet. Dann fehlte Juric am 2. Januar beim Vorbereitungsstart zur Rückrunde grippekrank. Wiederum musste man annehmen, dass der 1,91 Meter lange Angreifer mit Sion verhandeln könnte, da der Equipe von Murat Yakin ein durchschlagskräftiger Stürmer fehlt. Der nominelle Mittelfeldspieler Pajtim Kasami ist mit fünf Toren der beste Sion-Torschütze.

Aus diesem Grund ist nicht ausgeschlossen, dass der FCL für Juric doch noch eine Ablöse von ungefähr 100000 Franken erhalten könnte, obwohl dessen Vertrag Ende Saison ausläuft.

Zwei Tiefschläge für Juric im letzten Halbjahr

Niedergeschlagen war Juric, als er Ende August 2018 nach dem Medizin-Check nicht zum FC Basel hatte wechseln konnte. Ein weiterer mentaler Tiefschlag kam dazu: Australien-Nationalcoach Graham Arnold bot den WM-Teilnehmer 2018 nicht zum Asien-Cup im Januar auf.

Bei FCL-Coach Weiler genoss Juric trotz sehr vielen Absenzen in der Vorrunde Kredit. Bei der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Schlusslicht Neuchâtel Xamax hatte er durchgespielt. Auf die Feststellung, dass Weiler gegen die Freistellung von Juric war, entgegnete Sportchef Meyer: «Den Entscheid haben wir gemeinsam im Verein gefällt.»

Sollte Juric der vorzeitige Abgang beim FCL nicht gelingen, wäre der entstandene Scherbenhaufen zwischen dem Verein und ihm kaum mehr zu kitten.

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