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Kommentar

Super League: Der Videobeweis muss gut nachvollziehbar sein

Der Videobeweis im Fussball wird auch in der Schweiz eingeführt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dennoch sind einige Punkte in der Umsetzung zu beachten.
Raphael Gutzwiller
Sportreporter Raphael Gutzwiller.

Sportreporter Raphael Gutzwiller.

Ab kommender Saison ist der Video Assistant Referee, kurz VAR, also auch in der Schweizer Super League im Einsatz. Es ist ein Schritt in Richtung mehr Professionalität im Schweizer Fussball, ein richtiger und wichtiger Schritt.

Die Weltmeisterschaft in Russland hat eindrücklich gezeigt, dass der Videobeweis funktionieren kann: Die Quote der Fehlentscheide wurde deutlich reduziert. Viele Fans befürchten zwar, dass durch die Wartezeit bis zum Vorliegen des Resultats Emotionen verloren gehen. Doch das Argument gilt nur bedingt, der erste Torjubel bleibt beispielsweise bestehen, je nach Entscheid kann der Fan gar ein zweites Mal jubeln – oder es tritt die grosse Ernüchterung ein. Eine Situation, wie sie auch heute schon bei Abseitsentscheidungen vorkommt.

Damit der VAR bei uns funktioniert, muss die Swiss Football League (SFL) Lehren aus den schwierigen Anfängen ziehen. Denn sowohl beim Confederations Cup als auch in der deutschen Bundesliga hatte der VAR mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Wichtig ist es, dass die Entscheidungsgrundlage des Schiedsrichters auf der Stadionleinwand gezeigt wird. Nur so können Spieler und Fans die Entscheide nachvollziehen. Zudem müssen die Videoschiedsrichter eine defensive Haltung mit klarer Linie einnehmen. Heisst: Sie sollen nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen. Auch dies wurde an der WM richtig gemacht. Ganz anders war es in Deutschland, wo es sogar zu Penaltypfiffen in der Halbzeitpause gekommen ist. Übereifrige Videoschiedsrichter sind also fehl am Platz.

Ein weiterer Punkt, auf den die SFL achten muss: Ausbildung und Förderung der Schiedsrichter. Seit Jahren herrscht im Schweizer Spitzenfussball chronischer (Top-)Schiedsrichtermangel. Zwar hat man seit Anfang Jahr sieben in 50-Prozent-Pensen angestellte Unparteiische, doch dieser Halbprofi-Status muss mit dem Einsatz der Videoassistenten eigentlich weiter ausgebaut werden. Das kostet Geld.

Und auch sonst ist der VAR nicht günstig. Nur schon für die Vorbereitungen bezahlt der Schweizerische Fussballverband rund 1,5 Millionen Franken. Gleich teuer soll dann der Einsatz des Videosystems werden – pro Saison. Diese Kosten übernimmt die Liga, und somit bezahlen die Vereine indirekt mit.

Doch der Aufwand lohnt sich, wenn dadurch weniger Fehlentscheide fallen. Das technische Hilfsmittel dazu haben die Super-League-Schiedsrichter nun in der Hand.

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