Super League
«Öffentliche Aussagen sind ein Treuebruch» – der FC Luzern entlässt Trainer Fabio Celestini

Der FC Luzern hat sich per sofort von seinem Chef-Trainer Fabio Celestini getrennt. Der bisherig FCL-U21-Trainer Sandro Chieffo übernimmt interimistisch bis zur Winterpause.

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Fabio Celestini ist nicht mehr Trainer des FC Luzern.

Fabio Celestini ist nicht mehr Trainer des FC Luzern.

Freshfocus

Der FC Luzern hat auf die anhaltende sportliche Misere reagiert und Chef-Trainer Fabio Celestini per sofort vom Dienst entbunden. Dies teilte der amtierende Cupsieger am Montag mit. Zudem werden auch Assistenztrainer Lorenzo Guerrero sowie Konditionstrainer Gabriele Bagattini bis auf Weiteres freigestellt. Die Zentralschweizer waren nach der 1:3-Niederlage beim FC Lugano auf den letzten Tabellenplatz in der Super League abgerutscht.

Die Gründe gemäss Mitteilung:

«Eine unbefriedigende Punkteausbeute mit nur zehn Punkten aus vierzehn Spielen und ein unwiederbringlich verlorenes Vertrauensverhältnis aufgrund von öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers.»

Der Waadtländer hatte die Geschicke des FCL im Sommer 2020 übernommen und den Club nach 29-jähriger Durststrecke wieder zu einem Cup-Triumph geführt.

Vom 2. Januar 2020 bis 22. November 2021 im Amt: Fabio Celestini.
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Von Februar 2019 bis Dezember 20219 an der Seitenlinie: Thomas Häberli. Zum letzten Mal steht Häberli am 15. Dezember 2019 als Cheftrainer auf dem Rasen - trotz 2:1-Sieg gegen den FC Basel.
Ein Tag später teilt der FC Luzern mit: Der FCL und Thomas Häberli trennen sich per sofort.
Im Juni 2018 vermeldete der FC Luzern die Verpflichtung von René Weiler als neuen Chefcoach. Am Sonntag, 17. Februar 2019 wurde er per sofort freigestellt.
Von Januar 2018 bis Mai 2018: Gerardo Seoane ist Cheftrainer beim FC Luzern.
Zuvor hatte Markus Babbel eine ungewöhnlich lange Amtszeit: Der Deutsche trainierte die Mannschaft von Oktober 2014 bis Januar 2018.
Carlos Bernegger trainierte den FC Luzern von April 2013 bis Oktober 2014. Auch ihm wurde seine schlechte, sportliche Bilanz zum Verhängnis und er wurde entlassen.
Ryszard Komornicki trainierte den FC Luzern von August 2012 bis April 2013. Ihm wurde eine 0:4-Niederlage gegen Basel zum Verhängnis.
Der heutige Trainer der Schweizer Nationalmannschaft war von Juli 2011 bis August 2012 FCL. Da unter seiner Obhut die Erfolge der Mannschaft ausblieben, wurde er Ende August 2012 wieder freigestellt.
Christian Brand trainierte die Mannschaft als Interimstrainer von Anfang Mai bis Ende Juni 2011.
Zuvor trainierte Rolf Fringer den FCL. Er trainierte den Club von Oktober 2008 bis Mai 2011. Im Jahre 2015 wurde er dann, bis zu seiner Entlassung ein Jahr später, Sportchef des FC Luzern.
Roberto Morinini trainierte den FC Luzern nur kurze 2 Monate, nämlich vom 18. August bis zum 26. Oktober 2008. Nach nur sechs Spielen wurde der Tessiner wieder entlassen.
Im August 2008 übernahm der damalige U21-Coach Jean-Daniel Gross als Interimstrainer für kurze Zeit das Ruder.
Ciriaco Sforza war zwei Jahre lang – von Juli 2006 bis Oktober 2008 – Trainer des FC Luzern. Dann wurde er entlassen.
René van Eck war von November 2003 bis Juni 2006 Cheftrainer.
Urs «Longo» Schönenberger war von Juli 2003 bis Oktober 2003 FCL-Cheftrainer.
Hans-Peter «Bidu» Zaugg, Cheftrainer von Juli 2002 bis Juni 2003 beim FC Luzern.
Raimondo Ponte, FCL-Trainer von Juli 2001 bis Juni 2002.
Am 1. Juli 2001 eingestellt, am 28. Juli nach einem Punkt aus fünf Meisterschaftsspielen wieder entlassen: Ryszard Komornicki.
Von Januar 1999 bis Juni 2001 FCL-Trainer: Andy Egli.

Vom 2. Januar 2020 bis 22. November 2021 im Amt: Fabio Celestini.

Bild: Martin Meienberger / Freshfocus

Die laufende Saison ist allerdings von fortwährendem Misserfolg geprägt, in 14 Ligaspielen gelang den Luzernern erst ein Sieg. Zudem hatte Celestini mit seinen öffentlichen Auftritten Irritationen ausgelöst, träumte er doch offen davon, in einer «Top-Fünf-Liga» zu arbeiten – während er mit Luzern im Morast der Erfolglosigkeit versank.

Das sagen Sportchef Meyer und Präsident Wolf

«Wir haben uns für diese Saison einiges vorgenommen und sehen diese Ziele aufgrund der bisherigen Leistungen in höchster Gefahr», sagt FCL-Sportchef Remo Meyer zur sofortigen Trennung von Fabio Celestini. «Wir haben uns entschlossen, die Zusammenarbeit jetzt zu beenden, um der Mannschaft einen neuen Impuls geben zu können.»

Präsident Stefan Wolf sagt:

«Die in den letzten Tagen getätigten Äusserungen von Fabio Celestini zeigten, dass er sich nicht mehr mit dem Klub und seinen Mitarbeitenden identifizieren kann. Die Entscheidungsgremien des Klubs – Aktionäre, Verwaltungsrat und sportliche Leitung – missbilligen diese nicht loyalen, öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers und lesen sie als Treuebruch. Auch unser Vertrauen ist deshalb nicht mehr vorhanden, dass wir mit Fabio Celestini das Ruder herumreissen würden. Deshalb haben wir diesen Schritt jetzt vollzogen. Dennoch möchten wir festhalten, dass Fabio Celestini während seiner Zeit beim FC Luzern viel geleistet hat – und den Klub mit dem Cupsieg 2021 prägte. Wir bedanken uns daher bei Fabio ganz herzlich für seine Arbeit und wünschen ihm für seine berufliche, aber auch private Zukunft alles Gute.»

(jwe/dur)

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