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SUPERMOTO: «Bad Boy» geht auf Abschiedstour

Dani Müller ist längst eine Legende in der Schweizer Motorradszene. Nach über 35 Jahren im Rennsport startet der 52-Jährige aus dem aargauischen Muri wohl in seine letzte Saison.
Erich Felder
«Bad Boy» Dani Müller (Nummer 65) hält den Gastfahrer Dominique Aegerter (77) in Schach (Bild: Tamara Huber (Emmen, 23. Juli 2017))

«Bad Boy» Dani Müller (Nummer 65) hält den Gastfahrer Dominique Aegerter (77) in Schach (Bild: Tamara Huber (Emmen, 23. Juli 2017))

Erich Felder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Alles begann an der ehemaligen Motocross-Trainingsstrecke in Muri. Damals im Teenager-Alter war der heute 52-Jährige regelmässig mit dem Töffli dort hin­gefahren, um die tollkühnen ­Motocrossler beim Training zu beobachten. Fasziniert vom Geschehen, setzte er sich zum Ziel, Motorradprofi zu werden. Gesagt, getan: 1982 folgte seine ­erste Saison in der Motocross- Schweizer-Meisterschaft. Es folgten zahlreiche nationale und internationale Erfolge im Motocross und Supercross, gekrönt von den beiden Schweizer-Meister-Titeln 1993 und 1994.

Doch Müllers Karriere wurde immer wieder von Verletzungen gebremst. Als er sich 1997 gleich drei Mal ein Bein bricht, beschliesst er, sich fortan der damals neuen Sportart Supermoto zuzuwenden. Diese Mischung aus Strassen- und Motocross-Rennen, auf einer Strecke aus schnellem Asphalt und anspruchsvollen Geländepassagen, hatte ihren Ursprung in den USA und eroberte in den 90er-Jahren in Windeseile ganz Europa. «Ich liebäugelte schon zuvor mit dem Umstieg auf Strassenrennen», erinnert sich Müller. «Supermoto gibt mir all das, was mir beim Motocross über die Jahre gefehlt hatte.»

Spektakuläre Fahrweise und waghalsige Shows

Als Fahrer der ersten Stunde prägte er die Entwicklung dieser Sportart in Europa massgeblich mit. Nicht nur wegen seiner vier Schweizer-Meister-Titel, der grossen Erfolge in Deutschland und England, sondern hauptsächlich auch durch seine spektakuläre Fahrweise und wegen der waghalsigen Shows nach den Rennen begeistert «Bad Boy» Dani Müller die Zuschauer am Streckenrand massenweise.

Dass Müller auch heute noch zu den Top-Piloten in der Schweiz zählt, ist alles andere als selbstverständlich: «Als ich mir 2009 bei einem Trainingsunfall eine schwere Schulterverletzung zuzog, prophezeiten mir die Ärzte, dass ich wohl nie wieder Motorsport betreiben könne.» Für die Kämpfernatur Müller war diese Aussage einmal mehr die Gelegenheit, allen das Gegenteil zu beweisen. Noch im gleichen Jahr kehrte er auf die Rennstrecken zurück, fuhr bereits in der darauf folgenden Saison wieder Podestplätze ein. Heute betrachtet er dieses Comeback als einen seiner grössten Erfolge.

Dani Müller ist ein Fahrer, der stets nach den Grenzen sucht. Dabei bleibt er auch vor Unfällen nicht verschont. So oft, dass er selbst gar nicht mehr weiss, was alles an seinem Körper schon einmal geflickt werden musste. Doch inzwischen hat er gelernt, mit Verletzungen umzugehen, diese zu akzeptieren. «Nach einem komplizierten Trümmerbruch im Daumen musste ich im Frühling 2013 auf das Motorradtraining verzichten. Dabei entdeckte ich das Wandern.» Trotz Höhenangst wird Bergsteigen zu seiner zweiten grossen Leidenschaft. Inzwischen hat er schon den Kilimandscharo und das Matterhorn bezwungen.

Nach einer neuerlichen Knieoperation im letzten November muss er derzeit aber auch damit pausieren. «Das Knie ist noch nicht vollständig genesen, deshalb habe ich mit dem Langlauf begonnen. Das hält mich fit und ist zudem ein gutes Konditionstraining.» Was gibt ihm diese Energie, sich immer wieder zurückzukämpfen? «Es ist die Freude am Sport, diese erhält mich jung und gibt mir die Motivation, weiterzumachen.»

Anfang März will er dann wieder mit dem Training auf dem Motorrad beginnen. Um bereit zu sein für seine «wohl letzte Saison im Supermoto», wie er mit einem Schalk im Gesicht betont. Nach 36 intensiven Jahren beim Motocross, Supercross und Supermoto will er danach etwas kürzertreten. Ganz zur Ruhe setzen wird sich der «Bad Boy» wohl aber auch nach Abschluss dieser Saison kaum können ...

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