Basketball
Swiss Central Basket rückt ins Oberhaus nach: Die jungen Spieler der Region haben wieder eine Perspektive

Nur ein Jahr nach dem freiwilligen Abstieg kehrt Swiss Central Basketball wieder in die höchste Liga zurück.

Daniel Schriber
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Talente wie Kelechi Obim (links) könnten nach dem Aufstieg grosse Fortschritte bei SCB machen.

Talente wie Kelechi Obim (links) könnten nach dem Aufstieg grosse Fortschritte bei SCB machen.

Bild: Pius Amrein (Reussbühl, 16. Mai 2021)

Es zeichnete sich seit Längerem ab, nun ist es fix: Nur ein Jahr nachdem sich Swiss Central Basketball (SCB) aus strukturellen, finanziellen und sportlichen Gründen aus der NLA zurückzog, steigt der Verein nun wieder in die höchste Liga auf. Möglich wurde diese Rückkehr, weil der Verband die Liga aufstocken möchte und in diesem Zusammenhang aktiv auf die Zentralschweizer zuging. «Nach reiflicher Überlegung und zahlreichen Gesprächen entschieden wir uns, diese Herausforderung anzunehmen», erklärt SCB-Präsident Thomas Müller. Auch wenn der Wiederaufstieg mit gewissen Risiken verbunden sei, würden die Vorteile überwiegen. «Die NLA bietet regionalen Talenten eine tolle Perspektive, auf höchstem Schweizer Niveau zu spielen.» Davon soll die ganze Basketballregion profitieren.

Darüber hinaus hat sich laut Müller auch in Sachen Infrastruktur einiges getan. Hauptgrund dafür ist die neu gebaute Staffeln-Halle in Reussbühl.

«Diese tolle Spielstätte bietet uns die Möglichkeit, unseren Zuschauern und Sponsoren viel mehr zu bieten als bisher.»

Durch professionellere und attraktivere Heimspiele sollen die öffentliche Wahrnehmung des Vereins gestärkt und neue Sponsoren gefunden werden.

«Müssen um jeden Korb kämpfen»

Apropos: Die Finanzen waren in den vergangenen Jahren stets eine der grössten Herausforderungen für den Verein. Obwohl das auch in Zukunft so sein dürfte, zeigt sich der Präsident optimistisch: «Wir sind guten Mutes, dass wir unser Budget erreichen können. In den kommenden Monaten wartet jedoch auf allen Ebenen viel Arbeit auf uns», betont Müller.

Nebst den organisatorischen Aufgaben warten auch sportliche Herausforderungen auf das Team. SCB mag in der NLB zu den Spitzenteams gehören, der Unterschied zwischen den beiden Ligen ist jedoch riesig. Während in der NLB die Teams zum allergrössten Teil aus ambitionierten Amateuren bestehen, ist die NLA eine semiprofessionelle Liga. Spitzenmannschaften wie Genf oder Fribourg beschäftigen gar ausschliesslich Berufssportler. «Wir wissen, dass wir um jeden Korb kämpfen müssen», sagt Orlando Bär, der in dieser Saison sein Amt als Cheftrainer bei SCB antrat und mit seinen 31 Jahren voraussichtlich der jüngste NLA-Coach sein wird. Assistiert wird er von SCB-Sportchef Zoran Popovic. «Wir werden nicht an der Spitze mitspielen, aber ich denke, dass wir eine kompetitive Mannschaft auf die Beine stellen können.» Das Team habe in den vergangenen zwölf Monaten grosse Fortschritte gemacht. «Dank der neuen Halle konnten wir uns auch in den Bereichen Athletik, Kraft, Scouting und Prävention entwickeln.» Im Hinblick auf die neue Saison soll das bestehende Kader zudem mit «zwei, drei Zuzügen» ergänzt werden. Der Grossteil des Kaders soll jedoch weiterhin aus regionalen Talenten bestehen. «Wir bleiben unserer Ausbildungsphilosophie auch in Zukunft treu», verspricht Bär.

Bindeglied zwischen Nachwuchs und Spitze

Um diese Philosophie zusätzlich zu untermauern, lanciert Swiss Central erstmals eine U23-Mannschaft. Diese wird in der 1. Liga National und damit in der dritthöchsten Liga auf Korbjagd gehen. Diese zweite Mannschaft ist laut Orlando Bär ein entscheidendes Puzzlestück.

«Einige unserer Spieler könnten schon heute gut in der NLA mithalten, für andere hingegen ist das Niveau in der NLB noch zu hoch.»

Mit der neuen 1.-Liga-Mannschaft sollen die SCB-Eigengewächse wertvolle Spielpraxis auf einem ansprechenden Niveau erhalten. «Genau diese Zwischenstation zwischen dem Nachwuchs und der Spitze hat uns bisher gefehlt», so Bär.

Orlando Bär freut sich bereits heute auf die neue Saison. Sein jugendliches Alter beurteilt er nicht als Nachteil. «Ich bin ein minutiöser Arbeiter und werde alles dafür tun, um unser Team optimal auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten.» Der zukünftige NLA-Coach ist überzeugt, dass das Momentum bei ihm und seinem Verein liegt. «Wir würden diesen Schritt nicht machen, wenn wir nicht viele Gründe hätten, ihn mit Mut und Zuversicht zu tun.»

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