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Ambri-Stadion: Symbolischer Spatenstich im Schnee

Am Samstag wird im Beisein von Bundesrat Ueli Maurer offiziell der Baubeginn des neuen Stadions von Ambri gefeiert. Doch die Verträge mit den Banken sind noch nicht unterzeichnet.
Gerhard Lob, Quinto
Grafik vorerst noch ohne Dach: So soll das neue Ambri-Stadion dereinst aussehen. (Bild: PD HCAP)

Grafik vorerst noch ohne Dach: So soll das neue Ambri-Stadion dereinst aussehen. (Bild: PD HCAP)

Das Programm ist gedruckt, die Gäste sind geladen. An diesem Samstag erfolgt auf dem ehemaligen Militärflugplatz von Ambri der erste Spatenstich für die neue Valascia, das Stadion des Eishockey-Klubs Ambri-Piotta (HCAP). Neben Klubpräsident Filippo Lombardi wird auch Bundesrat Ueli Maurer für eine Ansprache vor Ort sein. Der gewählte Bundespräsident ist bekennender Ambri-Fan. Zudem ist der Präsident der Eishockey-Nationalliga, Denise Vaucher, angekündigt, genauso wie Architekt Mario Botta, aus dessen Feder das 50 Millionen Franken teure Neubauprojekt stammt.

Die kleine Zeremonie im bereits schneebedeckten Ambri erfolgt nur wenige Tage vor der vom Verband gesetzten Deadline, um auch in Zukunft in der obersten Spielklasse mitmischen zu dürfen. «Bis Ende Jahr musste der Baubeginn erfolgen», präzisierte Lombardi gestern an einer Medienkonferenz in Quinto, der Standortgemeinde des neuen Stadions. Das bestehende, legendäre Stadion Valascia von Ambri-Piotta steht in einer lawinengefährdeten Zone und muss in den nächsten Jahren abgerissen werden. Seit etlichen Jahren wird von einem neuen Stadion gesprochen, doch die Finanzierung erwies sich als schwieriger und komplizierter als gedacht.

Finanzierung gesichert, mehr oder weniger

Gestern konnte Lombardi dann die frohe Botschaft verkünden: «Die Finanzierung ist gesichert.» Um allerdings im nächsten Satz zu präzisieren, dass es noch «einige Formalitäten» zu erledigen gebe. Insbesondere sind die Verträge mit den vier beteiligten Banken noch nicht unterschrieben. Bisher gibt es nur Absichtsbekundungen – «Letters of intent». Im Januar sollen die Verträge mit den Kreditinstituten Raiffeisen, Kantonalbank, Credit Suisse und UBS unterzeichnet werden. Diese garantieren einen Betrag über 14 Millionen Franken. Zusammen mit weiteren Geldgebern, etwa dem Programm Gottardo 2020, kommen diese externen Finanzierungen auf 23,8 Millionen Franken. Die öffentlichen Hand – Kanton Tessin, Lotterierfonds und andere – garantieren 13 Millionen. Weitere 14,35 Millionen werden aus Eigenmitteln und Spenden aufgebracht. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 51,15 Millionen Franken, welche auch die Kosten für den Abbruch der jetzigen Valascia beinhaltet.

Tessiner Gemeinden sprechen Kredite

Geplant ist, mit den eigentlichen Arbeiten am «Stadio multifunzionale» nach der Winterpause im kommenden April zu beginnen. Das Stadion wird direkt neben der Autobahn A2 zu stehen kommen. Es weist eine Kapazität von 7000 Plätzen auf, 4000 Steh- und 3000 Sitzplätze, davon 500 in VIP-Lounges. Für die Bauzeit sind 22 Monate veranschlagt. Es sollte somit zur Spielzeit 2021/22 bereit sein. Bauherrin ist die Valascia Immobiliare SA, welche sich mehrheitlich im Besitz des HCAP befindet.

«Es ist schweizweit einmalig, dass ein Klub sein eigenes Stadion finanziert», meinte Lombardi. Normalerweise seien es Städte oder Gemeinden, welche die Stadien bauen. Diese Woche haben indes mehrere Gemeinden aus der Leventina unter Beweis gestellt, dass sie das Stadionprojekt befürworten. Faido sprach einen Kredit über 800000 Franken, Airolo und Prato Leventina sicherten gemeinsam Bürgschaften in Höhe von 2 Millionen Franken zu.

Der Name der neuen Arena ist noch nicht bekannt. Momentan gibt es Verhandlungen mit drei Sponsoren. Das Stadion soll nicht nur für Eishockey genutzt werden, sondern auch für andere Zwecke, die noch definiert werden müssen. Es soll ein Signal für die strukturarme Leventina setzen, in welcher der 1937 gegründete Dorfverein Ambri-Piotta einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Interesse an der Nutzung des neuen Stadions hat etwa eine kasachische Investorengruppe bekundet, welche 2016 das ehemalige Sanatorium von Piotta gekauft hat, um dort eine Sportakademie einzurichten. Andermatt-Investor Samih Sawiris hingegen unterstützt den HCAP durch eine Aktienbeteiligung.

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