Talent In Albon kennt seine Schwachstelle

Der 16-jähirge Noé In Albon gehört zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsakteuren in der Schweizer Biathlonszene.

Urs Hanhart
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Noé In Albon aus Merlischachen ist für die Jugend-Winterspiele in Lausanne aufgeboten.

Noé In Albon aus Merlischachen ist für die Jugend-Winterspiele in Lausanne aufgeboten.

Bild: Urs Hanhart (Realp, 22. Dezember 2019)

Kürzlich hat Swiss Olympic das Aufgebot für die dritten Olympischen Jugend-Winterspiele, die vom 9. Bis 22. Januar in Lausanne und Umgebung über die Bühne gehen, bekannt gegeben. Selektioniert worden sind insgesamt 112 junge Athletinnen und Athleten. Die Schweizer Talente sind in 15 der 16 auf dem Programm stehenden Disziplinen vertreten. Erwartet werden gegen 1900 Athleten aus rund 70 teilnehmenden Nationen. Den Sprung ins achtköpfige Schweizer Biathlon-Team hat auch Noé In Albon aus Merlischachen geschafft, der für den SC Ibach Wettkämpfe bestreitet. Dieses Aufgebot verdiente sich der Schwyzer mit guten Resultaten im Alpencup.

Rund drei Wochen vor dem Saisonhighlight absolvierte. In Albon bei der Auftaktveranstaltung zum Leonteq-Biathlon-Cup in Realp einen Formtest auf nationaler Ebene. Am Samstag im Sprintwettkampf der Kategorie Jugend 1 legte der Nachwuchscrack los wie kein anderer in seiner Altersklasse. Er kam mit Laufbestzeit zur ersten Schiesseinlage und räumte liegend alle fünf Scheiben ab. Beim Stehendanschlag, der bei windigen Bedingungen absolviert werden musste, lief es dem Schwyzer dann allerdings nicht mehr so gut. In Albon liess drei Scheiben stehen und musste dementsprechend drei Strafrunden zu je 150 Meter drehen.

Mit dem Schiessen unzufrieden

Weil aber kaum ein Konkurrent besser schoss, konnte der laufstarke Jungspund das Sprintrennen trotzdem für sich entscheiden. In Albon siegte schliesslich mit acht Sekunden Vorsprung auf den Zürcher Loris Kaufmann, der sich ebenfalls drei Strafrunden eingehandelt hatte. «In diesem Rennen ist es mir nicht optimal gelaufen. Mit meiner Leistung im zweiten Schiessen kann ich nicht zufrieden sein. Dass es unter dem Strich trotzdem zum Sieg gereicht hat, freut mich natürlich sehr», bilanzierte der Schwyzer nach dem ersten Durchschnaufen.

Für In Albon ist die Teilnahme an den Olympischen Jugend-Winterspielen das erste grosse Karrierehighlight. Er betonte: «Ich freue mich riesig auf diese Wettkämpfe. Es ist super, dass ich bei diesem Grossanlass dabei sein darf, zumal er im eigenen Land stattfindet. Nun hoffe ich, dass mir gute Leistungen gelingen.»

Vom Langlauf zum Biathlon

Der talentierte Schwyzer verschrieb sich bereits als kleiner Knirps dem Langlaufsport. Im Alter von elf Jahren wechselte er dann zum Biathlon. Seine Begründung: «Biathlon ist vielseitiger und spannender als Langlauf. Zwei konträre Disziplinen unter einen Hut zu bringen, macht mir deutlich mehr Spass.» In Albon zählt seit geraumer Zeit zu den landesweit besten seiner Altersklasse. Momentan gehört er dem Biathlon-Kader des Zentralschweizer Schneesportverbandes (ZSSV) an. Pro Woche investiert er rund zehn bis zwölf Stunden ins Training, was nur möglich ist, weil er die Sportmittelschule in Engelberg absolviert und dort von spitzensportfreundlichen Bedingungen profitiert.

Der Weltcup als Fernziel

Nebst Lausanne richtet In Albon sein Hauptaugenmerk in diesem Winter auf die Alpencup-Wettkämpfe. Auf europäischer Ebene möchte er weitere starke Auftritte abliefern. Der ehrgeizige Gymnasiast, der als Fernziel den Sprung in den Weltcupzirkus anstrebt, weiss genau, wo er den Hebel ansetzen muss, um besser zu werden: «Meine Schwachstelle ist der Stehendanschlag. Dort muss ich noch hart an mir arbeiten. Liegend habe ich mich punkto Treffsicherheit bereits deutlich gesteigert.» In Albon hat den Vorteil, dass er läuferisch schon auf einem hohen Niveau ist. Dadurch kann er allfällige Schiessfehler ein Stück weit kompensieren. Im letzten Winter holte er sogar den Zentralschweizer U16-Langlauf-Meistertitel, womit er seine Laufstärke eindrücklich unter Beweis stellte.

Vier Erfolge für die Zentralschweiz

Weil sich kein Veranstalter finden liess, trat Swiss-Ski beim ersten Leonteq-Biathlon-Cup-Rennen der Elite als Veranstalter auf. Mathias Mächler, der Biathlon-Breitensportchef von Swiss-Ski, übernahm die Rolle als Wettkampfleiter und konnte dabei auf Helfer verschiedener Vereine zählen. Die gute Anlage in Realp bildete die ideale Kulisse für den samstäglichen Sprint und das Super-Einzel-Rennen am Sonntag. In einer tollen Form befindet sich der Ibacher Noé In Albon. Er entschied beide Rennen für sich (siehe Haupttext). Zwei weitere Kategoriensiege für die Innerschweiz verbuchte der Skiclub Schwendi-Langis. Die 18-jährige Lorena Wallimann, Absolventin der Sportmittelschule Engelberg, gewann den Sprint der Jugend 2 am Samstag. Das Super-Einzel-Rennen vom Sonntag behagte dem gleichaltrigen Simon Zberg. Er sicherte sich den Sieg vor Valentin Dauphin aus Bex. (rb)

Realp. Leonteq-Biathlon-Cup. Sprint (Samstag). Frauen. Jugend 2 (4 Klassierte): 1. Lorena Wallimann (Schwendi-Langis). 2. Seraina König (Riehen). 3. Sara Gerber (am Bachtel). 4. Alessia Nager (Andermatt). – Jugend 1 (11): 1. Marlène Sophie Perren (Davos). 2. Chiara Arnet (Engelberg). 3. Lara Berwert (Schwendi-Langis). 4. Mirjam Föhn (Ibach). 5. Joëlle Niederberger. 6. Ronja Rietveld. 7. Annina Zberg. 8. Rahel Duss (alle Schwendi-Langis). Männer, Junioren (8 Klassierte): 1. Jason Drezet (Les Pionniers). 4. Aurel Dittli (Ibach). 5. Simon Ehrbar (Andermatt). – Jugend 2 (6): 1. Valentin Dauphin (Bex). 3. Simon Zberg. 4. Lars Rietveld (beide Schwendi-Langis). – Jugend 1 (17): 1. Noé In Albon (Ibach). 6. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 7. Francois Mars (Engelberg). 11. Tino Schuler (Andermatt). 12. Res Zeller. 15. Loris Maier (beide Schwendi-Langis). Super-Einzel (Sonntag). Frauen. Jugend 2 (4 Klassierte): 1. Seraina König. 2. Lorena Wallimann. 3. Alessia Nager. – Jugend 1 (12): 1. Sophia Weiss (GER). 3. Chiara Arnet. 4. Lara Berwert. 5. Joëlle Niederberger. 6. Annina Zberg. 9. Rahel Duss. 10. Ronja Rietveld. Männer. Junioren (8): 1. Jason Drezet. 2. Aurel Dittli. 3. Simon Ehrbar. – Jugend 2 (6): 1. Simon Zberg. 5. Lars Rietveld. – Jugend 1 (16): 1. Noé In Albon. 3. Leander Kiser. 6. Tino Schuler. 10. Francois Mars. 13. Res Zeller. 15. Loris Maier.