Kommentar

Tamis Wahl ist enttäuschend

Pierluigi Tami heisst der neue Direktor der Schweizer Nationalmannschaften. Man hätte von ihm gerne etwas über Innovationen und Visionen gehört – vergeblich.

Markus Brütsch
Drucken
Teilen

Es ist nur ein Satz, den Pierluigi Tami sagte, und der doch alles erzählte über die Wahl des neuen Direktors der Nationalmannschaften. Und darüber, wie dieser seinen Job angehen will. Er sagte: «Ich möchte nicht stören!» Als Bernhard Heusler und Georg Heitz im November als Folge der WM in Russland (Doppeladleraffäre, Doppelbürgerdebatte) aufzeigten, was sich rund um die Nati optimieren liesse und einen starken Manager mit weitreichenden Kompetenzen vorschlugen, dachte man: Wow, da wird jetzt ein Macher gesucht, der Gas gibt, ein überragender Kommunikator ist, neue Ideen reinbringt – und der stört! Ein Unbequemer halt. Auf den netten Tami wäre man angesichts dieses Anforderungsprofils nicht gekommen. Man hoffte vielmehr auf einen vom Schlag des kernigen YB-Meistermachers Christoph Spycher oder des cleveren Thuner Managers Andres Gerber. War für sie der Nati-Job zu wenig attraktiv?

Die Schweizer A-Nati liefert gute Ergebnisse. Alles auf den Kopf zu stellen, wäre nicht angezeigt gewesen. Gleichwohl hätte man von Tami gerne etwas über Innovationen und Visionen gehört. Vergeblich. Der Verdacht liegt nahe: Da haben sich, Tami und der Verband, zwei gefunden, die sich nicht wehtun und die bewahren wollen. Tami ist eine enttäuschende Wahl.