Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TELEMARK: Die Sieger in der Kältekammer

Erst Regen und dann bissige Kälte bei der Meisterkür in Sörenberg: Freude kam trotzdem auf, beim Doppelsieg von Stefan Matter aus Engelberg. Und diese Sportart will nun bald olympische Weihen erhalten.
Theres Bühlmann
Stefan Matter steht seinen Sprung (oben). Bild unten: Zwei Fahrer befinden sich in der Steilwandkurve. Ganz unten: Zu sehen sind die zwei Strafpunkte-Anzeiger. Der Fahrer mit der roten Startnummer hat einen, derjenige mit der blauen zwei Strafpunkte, dieser muss deshalb den weiteren Weg im Kurs fahren. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Stefan Matter steht seinen Sprung (oben). Bild unten: Zwei Fahrer befinden sich in der Steilwandkurve. Ganz unten: Zu sehen sind die zwei Strafpunkte-Anzeiger. Der Fahrer mit der roten Startnummer hat einen, derjenige mit der blauen zwei Strafpunkte, dieser muss deshalb den weiteren Weg im Kurs fahren. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Theres Bühlmann

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Es war bitterkalt, neblig und trüb. Nach dem Regen am Samstag litt die Schweizer Meisterschaft in Sörenberg auch am Sonntag unter dem garstigen Wetter. Da half den Zuschauern nur eines: Bewegung, um den Körper einigermassen auf Betriebstemperatur zu halten. Oder an der Bar im Zielgelände ein wärmendes Getränk zu sich zu nehmen, inklusive Small-Talk. Hilfe nahte aber auch in der Person von Blanca Zihlmann hinter der Bartheke, die Plastikflaschen mit warmem Wasser füllte und diese den Schlotternden abgab. Die Flasche schön festgehalten, und die Hände tauten auf. Bei bester Sicht hätte man fast die ganze Strecke vom Zielraum aus im Auge behalten können, der Nebel verhinderte dies aber. «Schade, dass nun der Sprung nicht zu sehen ist», sagte eine Zuschauerin.

Kälte hin und Nebel her, die Akteure auf der Piste schenkten sich nichts. Zu beobachten gab es spannende Kopf-an-Kopf-Rennen in dieser Sportart, bei welcher der Ausfallschritt in den Toren so typisch ist. Und da war der Speaker, der die Zuschauer kompetent auf dem Laufenden hielt und dank der Infowand im Zielraum bekam man jederzeit einen guten Überblick.

Bereits am Samstag liess sich der 30-jährige Stefan Matter als Schweizer Meister in der Kategorie Sprint feiern, notabene war dies sein erster nationaler Titel. Der Engelberger, der in seiner Karriere bisher drei Weltcuprennen gewann, wollte am Sonntag im Parallel-Sprint noch einen draufsetzen, in der Kategorie Mann gegen Mann, die für die Zuschauer äusserst spannend ist.

Der Doppelweltmeister von 2017 setzte sich Runde für Runde durch. Beim Halbfinal liessen dann die Zuschauer an der Bar endgültig den Punsch Punsch sein und begaben sich ganz nach vorne. Auch diesen Durchgang entschied der Innerschweizer für sich. Beim Final kam es zum mit Spannung erwarteten Duell zwischen dem Innerschweizer und dem Walliser Nicolas Michel. Die Affiche Weltklasse gegen Weltklasse ist nicht übertrieben, denn Michel führt das Zwischenklassement im Weltcup an, dahinter folgt Matter. Dieser kam etwas besser weg, bog als erster in die 360-Grad-Steilwandkurve ein und hatte auch beim Endspurt, der im Skatingschritt absolviert werden muss, mit zwei Zehntel die Nase, oder in diesem Fall eben, die Ski vorne. Der Applaus und die Gratulationen waren ihm sicher, ihm, der seit 2014 Telemarkrennen bestreitet.

«Super», sagte er, «es hätte an diesem Wochenende nicht besser laufen können, und ich habe meine Zielsetzung übertroffen. Mit einem Sieg habe ich gerechnet, nun sind es zwei geworden.» Die Piste sei in einem guten Zustand gewesen, «wir hatten allerdings wenig Bodensicht», liess er sich nach seinem zweiten Triumph vernehmen. Nun stehen vom 14. bis 17. März im norwegischen Rjukan weitere Weltcuprennen an, bevor es anschliessend zum Weltcupfinal nach Mürren geht. Hier möchte Matter dann die Kristallkugel in der Disziplin Classic entgegennehmen und im Gesamtweltcup mindestens einen Podestplatz belegen.

Beatrice Zimmermann mit Pech

Weiter auf ihren ersten Schweizer-Meister-Titel muss die 27-jährige Stanserin Beatrice Zimmermann warten. Sie stürzte am Samstag beim ersten Sprintlauf nach dem Sprung, zog sich eine Verletzung am linken Daumen und einen Bluterguss zu, muss nun die Hand für drei Tage ruhig halten, «und dann sehen wir weiter». Der Sprint wurde als FIS-Rennen ausgetragen, das die Deutsche Kathrin Reischmann für sich entschied. Die zweitplatzierte Martina Wyss aus Lauterbrunnen darf sich nun Schweizer Meisterin nennen, und doppelte am Sonntag im Parallel-Sprint nach.

Damit diese Schweizer Meisterschaften reibungslos über die Bühne gingen, dafür sorgte der einheimische Skiclub als charmanter und umsichtiger Gastgeber mit rund 100 Helferinnen und Helfer im Hintergrund. OK-Präsident Ueli Mattmann liess es sich nicht nehmen, neben seinem «Job» noch als Rennläufer im Einsatz zu stehen. Neben der Elite nahmen auch Fun-Kategorien, Juniorinnen und Junioren einen Start wahr.

Wird Telemark bald olympisch?

Noch ist Telemark keine olympische Disziplin. Dies soll aber geändert werden. Laut Disziplinenchef Hans-Peter Birchler wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) im kommenden Sommer entscheiden, ob Telemark ins Olympische Programm aufgenommen wird.

Hinweis

Die Rangliste finden Sie unter: www.skiclub-soerenberg.ch

Zwei Fahrer befinden sich in der Steilwandkurve. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Zwei Fahrer befinden sich in der Steilwandkurve. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Zu sehen sind die zwei Strafpunkte-Anzeiger. Der Fahrer mit der roten Startnummer hat einen, derjenige mit der blauen zwei Strafpunkte, dieser muss deshalb den weiteren Weg im Kurs fahren. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Zu sehen sind die zwei Strafpunkte-Anzeiger. Der Fahrer mit der roten Startnummer hat einen, derjenige mit der blauen zwei Strafpunkte, dieser muss deshalb den weiteren Weg im Kurs fahren. (Bild: Roger Grütter (Sörenberg, 17. Februar 2018))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.