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TENNIS: Belinda Bencic ist zurück auf dem Boden der Realität

Zuerst der Sieg gegen Venus Williams, dann das Ausscheiden gegen eine Qualifikantin: Belinda Bencic verliert am Australian Open überraschend gegen die Thailänderin Luksika Kumkhum. Dennoch fällt die Bilanz positiv aus.
Jörg Allmeroth
Belinda Bencic konnte der Thailänderin Kumkhum ihr Spiel nie aufzwingen. (Bild: Mast Irham/Keystone (Melbourne, 17. Januar 2018))

Belinda Bencic konnte der Thailänderin Kumkhum ihr Spiel nie aufzwingen. (Bild: Mast Irham/Keystone (Melbourne, 17. Januar 2018))

Jörg Allmeroth

sport@luzernerzeitung.ch

Es gibt im internationalen Frauentennis in diesen Tagen zwei ­relativ schlichte Erkenntnisse. Nummer eins lautet: Nichts ist unmöglich. Und Nummer zwei: Jede kann an jedem Tag jede schlagen. Auch Belinda Bencic kann prototypisch gerade wieder dafür herhalten. Am Montag landete sie den grössten Australian-Open-Coup überhaupt – mit dem Sturz der letztjährigen Finalistin Venus Williams, zwei Tage später flog sie nun selbst hochkant aus dem Turnier heraus. Auf der falschen Seite der Überraschungsnummern, als 1:6-, 3:6-Verliererin gegen die Thailänderin Luksika Kumkhum, die Nummer 124 der WTA-Weltrangliste.

Und es gab nichts, rein gar nichts gegen diese Niederlage einzuwenden, es hatte nichts mit Pech oder Unglück zu tun. Kumkhum, eine Spielerin mit Potenzial, die selten grössere Turniere spielt und wenig reist, war mit Abstand die bessere Kraft auf dem Grand-Slam-Court. Was ­immer sie anstellte, wurde zu Gold in ihren Händen. 30 direkte Gewinnpunkte produzierte sie in bloss 76 Minuten, auch immer wieder in aggressiver Pose am Netz. «Da war nichts zu machen. Sie war deutlich besser, das muss ich abhaken», sagte Bencic nach dem Spiel.

Schon früh fliegt das Racket

Sie betrachtete ihren Auftritt bei den Australian Open im Moment dieser Niederlage aber in einem grösseren Kontext – im Zusammenhang mit dem Comeback nach ihrer Handgelenksverletzung. Und entsprechend fiel ihre Bilanz dann eher positiv aus. «Ich liege weit über meinen eigenen Erwartungen», sagte die 20-Jährige, «nach dem Turnier hier stehe ich wieder unter den Top 70. Das hätte ich mir nicht träumen lassen.» Tatsächlich hat Bencic von ihren 34 Spielen seit der Rückkehr nur fünf verloren, die Partie gegen Kumkhum eingeschlossen. Sie gewann im vergangenen Jahr aber sogar serienweise Turniere, wenn auch nur der zweiten und dritten Kategorie der Branche.

Das Duell mit der Thailänderin war in gewisser Weise eine ­Kopie des ersten Auftritts von Bencic – nur mit umgekehrten Vorzeichen. Denn genau so, wie Bencic furchtlos und couragiert ans Werk gegen Mitfavoritin Williams gegangen war, genau so angstfrei präsentierte sich auch Kumkhum bei der Zweitrunden-Bewährungsprobe. «Ich war ständig in der Defensive, geriet unter Druck. Ich kam nicht dazu, mein Spiel aufzuziehen», sagte Bencic hinterher. Auf dem Platz konnte Bencic ihre Frustration nicht lange verbergen. Früh schleuderte sie ihren Schläger auf dem Platz umher, zerbrach später sogar das Racket und wurde dafür vom Schiedsrichter verwarnt. Aber auch die herausgelassene Wut sorgte nicht für irgendeinen ­Umschwung, es blieb beim Einbahn-Tennis gegen Bencic.

Bencic wird vor dem Fed-Cup-Match in Prag gegen Tschechien noch ein Turnier in Taipeh bestreiten. Später, nach dem Länderspiel, sind Auftritte bei den Wettbewerben in Acapulco, Indian Wells und Miami eingeplant. «Ich gehe mit viel Zuversicht in die nächsten Wochen», sagte Bencic, «diese Niederlage wirft mich sicher nicht um.» Währenddessen lieferte die Weltranglisten-Zweite Caroline Wozniacki einen Grand-Slam-Entfesselungsakt der besonderen Art: Nach einem 1:5- und 15:40-Rückstand im dritten Satz bog die ­Dänin ihr Match gegen die Kroatin Jana Fett (WTA 119) noch um und siegte schliesslich überglücklich mit 3:6, 6:2 und 7:5. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären. Nichts, absolut nichts ist unmöglich.

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