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TENNIS: Der Mann, der sich um die Geschäfte von Roger Federer kümmert

Er war natürlich auch in der magischen Nacht von Melbourne mittendrin – und nicht nur dabei: Tony Godsick, langjähriger Manager und Geschäftspartner von Roger Federer. Godsick gehört zum inners­ten Kern des Federer-Universums.
Cleverer Geschäftsmann: Tony Godsick (links) neben Mirka Federer. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Cleverer Geschäftsmann: Tony Godsick (links) neben Mirka Federer. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Tony Godsick ist der Mann, der an entscheidender Stelle dafür verantwortlich ist, dass Federers Geschäfte geräuschlos laufen – auch wenn sich der Maestro bei jedem Deal, bei jeder Sponsoringpartnerschaft das letzte Wort vorbehält. «Die Basis unserer Zusammenarbeit ist das absolute Vertrauen. Und eine gemeinsame Vorstellung der Arbeit», sagt Godsick. Er ist, ohne es ausdrücklich zu sagen, auch ein Freund Federers geworden in all den Jahren, die man inzwischen eine gemeinsame Wegstrecke gegangen ist. Godsick wisse genau, «wie ich ticke, wie ich mir die Dinge vorstelle», sagt Federer, «wir sind da auf einer Wellenlänge».

Godsick, den das amerikanische Businessmagazin «Forbes» zu einem der 50 weltweit mächtigsten Sportagenten ernannte, ist bei den wichtigsten Auftritten Federers fast immer vor Ort, man kann ihn meist in der Ehrenloge neben Federers Frau Mirka sehen. Oder in der Reihe dahinter wie beim Final in Melbourne. Die Sitzordnung kann sich von Fall zu Fall ändern, aber was sich nicht ändert, ist Godsicks Wert für das Firmenimperium Federers.

Als Praktikant betreute er Monica Seles

Eigentlich ist Godsicks Einfluss über die Jahre langsam, aber sicher gewachsen, aber das würde der Amerikaner indes nie betonen oder auch nur andeutungsweise hervorheben. Godsick weiss um seine Relevanz, er muss nicht dauernd darüber sprechen, er gibt ohnehin so gut wie nie Interviews. Diese Diskretion hat er mit fast allen Menschen gleich, die sehr enge Beziehungen zum Tenniskönig unterhalten.

Von Godsick kann man viel behaupten, nur nicht, dass er jemals zum falschen Zeitpunkt am falschen Platz gewesen wäre. Als 20-jähriger Praktikant beim ­Vermarktungsgiganten IMG betreute er schon Monica Seles, eine Spielerin, die zu Beginn der Zusammenarbeit schon ein halbes Dutzend Grand-Slam-Titel gewonnen hatte. «Es war ein wunderbarer Star, eine ideale Zeit auch, um viele wichtige Erfahrungen zu sammeln», sagt Godsick. Er stieg immer weiter in der IMG-Hierarchie auf, bis er der wichtigste Manager im Unternehmen für die Tennissektion war.

Gemeinsame Gründung der Firma Team 8

Und dann kam der grösste Glücksfall seines Berufslebens – in Gestalt von Federer. Seit 2005, knapp nach Federers Durchbruch in die absolute Weltspitze, ist Godsick an der Seite des Tennisästheten, von Anfang an hatte er eine sehr genaue Philosophie, wie Federers Sponsoren aus­sehen sollten – nämlich global relevante Marken, die ideal zu Federer passten. Die vielleicht sogar ein Stück seiner Identität sind. Godsick besorgte die dicken, wertvollen Deals, die Verträge mit Rolex, mit Mercedes und Lindt. Der 49-jährige Amerikaner ist als knallharter Verhandler gefürchtet.

2012 verliess Godsick den strauchelnden Riesen IMG und tat sich mit Federer für eine eigene Firma zusammen – für Team 8. Es geht dabei nicht nur um Federers Geschäfte, sondern unter anderem auch um die Interessen von Juan Martin del Potro, Grigor Dimitrow und des US-Talents Tommy Paul. Godsick und Federer stehen mit ihrer sogenannten Boutiqueagentur auch hinter dem erfolgreich gestarteten Laver Cup, dem transkontinentalen Schaukampf, der im September in Prag debütierte. Die zweite Auflage wird in diesem Jahr in Chicago stattfinden. Godsicks Frau ist übrigens die ehemalige Weltranglistenvierte Mary-Joe Fernandez. Ihr Hochzeitstag ist der 8. 8., Federers Geburtstag ist der 8. 8. Noch Fragen, warum Team 8 der Name ihrer Firma ist?

Jörg Allmeroth

sport@luzernerzeitung.ch

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