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TENNIS: Federer bleibt trotz der Enttäuschung gegen Del Potro positiv

Roger Federer hat nach 17 gewonnenen Spielen in Serie den Final von Indian Wells verloren. Die Nummer 1 wird von Juan Martín Del Potro besiegt. Der Argentinier könnte in dieser Saison zum gefährlichsten Konkurrenten von Federer werden.
Roger Federer kann auch die knappe Finalniederlage nicht frustrieren (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)

Roger Federer kann auch die knappe Finalniederlage nicht frustrieren (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)

Wie gering die Chance war, diesen grossen Final zu verlieren, bezifferte Roger Federer später ganz genau. «Wenn ich in einem Aufschlagspiel zum Matchgewinn 40:15 führe, dann gewinne ich es auch zu 90 Prozent», hielt Federer in der Nachbetrachtung des verlorenen Endspiels von Indian Wells gegen Juan Martín Del Potro fest. Gleich drei Matchbälle hatte Federer sogar im zehnten Spiel des dritten, alles entscheidenden Satzes bei einer 5:4-Führung, aber sie blieben allesamt ungenutzt – und wenig später war die gerade noch unwahrscheinlich anmutende Niederlage eingetreten, der eine von zehn Fällen, wenn man Federers Rechnung folgte. 4:6, 7:6 (10:8) und 6:7 (2:7) lautete das exakte Zahlenwerk zum Fehlschlag des Schweizers, zum ersten Ausrutscher in einer bisher makellosen Saison. «Das war schon extrem frustrierend», sagte der 36-Jährige hinterher, «aber ich bin zum Glück nicht mehr 19. Denn dann wäre ich mit Sicherheit am Boden zerstört gewesen.»

Heute, so Federer, könne er die Dinge in einem grösseren Zusammenhang sehen – und damit auch das Positive: «Es war ein gutes Turnier, eine starke Saison bisher. Und ich kann zuversichtlich nach vorne blicken.»

Federer freut sich auf das Masters in Miami

Noch kurz vor dem finalen Knock-out in der Wüste markierte der Branchenführer einen neuen persönlichen Rekord – mit 17 aufeinanderfolgenden Siegen zum Saisonstart. Wo sich langjährige Rivalen wie Rafael Nadal, Novak Djokovic, Stan Wawrinka oder Andy Murray mit mehr oder minder hartnäckigen Verletzungen herumschlagen, verströmt Federer als Ältester aus der einstigen Elitegruppe geradezu juvenile Frische. Auch die beiden hart umkämpften Drei-Satz-Partien auf der Zielgeraden von Indian Wells steckte der vierfache Familienvater gut weg: «Ich fühle mich jetzt nicht ausgelaugt oder matt. Und ich freue mich auf Miami, auf das nächste Masters», sagte Federer. Auch in Florida geht er wieder als Titelverteidiger an den Start, er hatte 2017 den Final gegen Nadal gewonnen.

Abzuwarten bleibt, ob sich Wüstenkönig Del Potro in den nächsten Monaten als möglicherweise gefährlichster Gegenspieler von Federer etablieren kann.

Del Potro hatte mit Rücktrittsgedanken gespielt

Nach seinem grandiosen Tri-umph beim US Open von 2009 hatte der hochgewachsene Argentinier immer wieder unter Handgelenksproblemen gelitten, gleich viermal wurde der «Turm von Tandil» operiert und immer wieder an die Seitenlinie gezwungen. Ende 2015 spielte er sogar mit Rücktrittsgedanken, damals war er nur noch die Nummer 587 der Weltrangliste. Mit dem Finaltriumph gegen Federer erreichte seine Comeback-Mission in der Weltspitze ihren ebenso dramatischen wie euphorischen Höhepunkt, in der Hitliste der Tennisprofis wird der 29-Jährige seit dem gestrigen Montag auf Platz 6 geführt. «Ich hoffe, dass ich noch einige schöne Überraschungen in diesem Jahr schaffen kann», sagte der Südamerikaner Del Potro am Abend seines hart errungenen Sieges in Indian Wells.

Jörg Allmeroth

sport@luzernerzeitung.ch

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