TENNIS: Gewohnheitstiere in Melbourne

Mein Thema von Sportredaktor Albert Krütli

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Sportredaktor Albert Krütli. (Bild: Philipp Schmidli / LZ (Luzern, 3. Dezember 2016))

Sportredaktor Albert Krütli. (Bild: Philipp Schmidli / LZ (Luzern, 3. Dezember 2016))

Die Kängurus und die nied­lichen Koalas gehören zu den bekanntesten Tieren in Australien. Dazu kommt in Melbourne, immer in den letzten zwei Wochen im Januar, eine weitere Gattung dazu: die besten Tennisspieler der Welt.

Wir kennen das im täglichen Leben: Jeder Mensch hat seine Gewohnheiten, seine Rituale. Sie geben uns Sicherheit, sie nerven aber auch oft. Bei den Tennisstars ist das nicht anders. Das zeigt sich vor allem beim Service. Einige tausend Mal haben sie diesen Schlag im Training und in den Matches ausgeführt – und jeder Spieler hat dabei einen für ihn einzigartigen Modus. Legendär ist der Tick von Rafael Nadal, der vor jedem Aufschlag nervös an seiner Hose und am Gesicht zupft. Das dauert jeweils eine Ewigkeit und nervt mit der Zeit jeden Returnspieler.

Bei Novak Djokovic muss man sich oft noch länger gedulden, denn der Serbe prellt den Ball vor seinem ersten Service zwischendurch volle 15 Mal zu Boden. Manchmal auch nur 14 Mal oder etwas weniger – aber für den Gegner auf der anderen Seite fühlt sich das unendlich lange an. Vor allem wenn er zurückliegt und so schnell wie möglich den nächsten Punkt für sich entscheiden möchte. Immerhin: Beim zweiten Service dauert es nicht mehr ganz so lange.

Und dann gibt es natürlich noch jede Menge von Spielern – und natürlich auch Spielerinnen –, die ihre Aufschläge mit einem lauten Stöhnen begleiten. Das Musterbeispiel ist die Russin Maria Scharapowa, die aber ihrer Dopingsperre wegen bei den Australian Open in Melbourne fehlt und erst beim zweiten Grand- Slam-Turnier der Saison, den French Open in Paris, wieder aufschlagen darf.

Möglich, dass diese Rituale auch zur Taktik gehören. Klar ist: In Australien stehen während zweier Wochen die Gewohnheitstiere im Mittelpunkt. Danach gehört die Bühne wieder den Kängurus und Koalas, die ihre eigenen Gewohnheiten haben.