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TENNIS: Heinz Günthardt: «Wir sind ein harter Brocken»

Morgen (13.00) trifft das Schweizer Fed-Cup-Team im Halbfinal in der Messe Luzern auf Tschechien. Captain Heinz Günthardt spricht im Interview über Luzern, seine Equipe und seine Karriere.
Interview Albert Krütli
Den Tennisplatz in der Messe Luzern findet er schlicht «sensationell»: der Schweizer Fed-Cup-Teamcaptain Heinz Günthardt. (Bild Pius Amrein)

Den Tennisplatz in der Messe Luzern findet er schlicht «sensationell»: der Schweizer Fed-Cup-Teamcaptain Heinz Günthardt. (Bild Pius Amrein)

Martina Hingis (35) marschiert zum ersten Mal in die Halle ein. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Teamchef Heinz Günthardt im Gespräch mit Martina Hingis. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Nach dem Ausfall von Belinda Bencic ist Viktorija Golubic (Bild, WTA 129) hinter Timea Bacsinszky (WTA 17) die zweitbeste Einzelspielerin der Schweiz. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
«Ich fühle mich mega gut, die Halle ist sehr schön. Und der Belag kommt meinem Spiel entgegen», sagt die 23-Jährige. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Timea Bacsinszky (26) in Aktion. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Roland Burtscher, Headcoach von Swiss Tennis, sorgt für die richtigen Bälle. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Mit Karolina Pliskova (24, WTA 14) ... (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
... und Barbora Strycova (30, WTA 32) sind für Tschechien, das den Fedcup in den letzten beiden Jahren und viermal seit 2011 gewann, zwei Topspielerinnen in Luzern am Start. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Nummer drei ist Denisa Allertova (23). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Nummer 4 von Tschechien ist Lucie Hradecka (30). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Tschechen werden von Petr Pala trainiert. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Messe Halle auf der Allmend ist bereit. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
4900 Zuschauer werden am Wochenende erwartet. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Martina Hingis und Heinz Günthart trainieren mit Schulklassen in der Messehalle Allmend. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Martina Hingis trainiert mit einem Mädchen. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Die Kinder schauen beim Training für den Fedcup in der Messehalle auf der Allmend zu. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Martina Hingis und Heinz Günthart. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Den Kindern hat das Training gefallen. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Martina Hingis beim Autogramme schreiben. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
Grosse Freude herrscht vor dem Fedcup in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ))
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Training vor dem Fedcup-Knüller

Heinz Günthardt, warum haben Sie sich für Luzern als Austragungsort für den Fed-Cup-Halbfinal gegen Tschechien entschieden?

Heinz Günthardt: Die Entscheidung lag nicht bei mir oder beim Team, sondern beim Verband, bei Swiss Tennis. Aber von uns kam kein Veto, und es gab auch keinen Grund dazu.

Und: Wie gefällt es Ihnen in der Messe Luzern?

Günthardt: Sensationell. Wahnsinn, was da aufgebaut wurde, wenn man bedenkt, dass hier vorher eine leere Halle stand. Das ist massgeschneidert. Kompliment.

Nach dem überraschenden 3:2-Sieg im Viertelfinal gegen Deutschland mit einer überragenden Belinda Bencic müssen Sie auf Ihre verletzte Teamleaderin verzichten. Kann dieser Ausfall wirklich verkraftet werden?

Günthardt: Eine Belinda Bencic kann nicht ersetzt werden. Wir müssen nun schauen, wie wir diesen Ausfall verkraften können. Sehen Sie: Im letzten Jahr haben wir ohne Belinda in Polen gewonnen. Das war ein eminent wichtiger Sieg, sonst wären wir jetzt gar nicht hier in Luzern. Wir haben gezeigt, dass wir für alle ein harter Brocken sind.

Ist die Rückenverletzung von Bencic darauf zurückzuführen, dass sie sich zu wenig Erholungszeit gegönnt hat?

Günthardt: Im Nachhinein ist man immer klüger. Trotzdem glaube ich nicht, dass dies der Fall war. Solche Verletzungen gibt es im Sport einfach immer wieder.

Ist Hingis, die Weltranglistenerste im Doppel, eine Option als Einzelspielerin?

Günthardt: Sie hat ja schon in Polen beide Einzel bestritten (sie verlor die zwei Partien und musste danach fürs Doppel Forfait geben, Anmerkung der Redaktion). Mal schauen: Ich lasse mir alle Optionen offen.

Sie selber standen vor mehr als 30 Jahren für die Schweiz in Weggis im Einsatz. Erinnern Sie sich noch an den 14. Juni 1985?

Günthardt: (Überlegt.)

Sie spielten damals im Davis-Cup gegen Simbabwe.

Günthardt: War das im Davis-Cup? Ja, tatsächlich. Mein Gegner im ersten Einzel hiess glaube ich Ismail. Und wir haben klar gewonnen.

Diskussionslos 5:0, aber es war auch kein starker Gegner. Sie spielten damals noch mit einem Holzschläger und in ziemlich kurzen Hosen.

Günthardt: Nein, nein, ich spielte bereits mit einem Kunststoffschläger, aber während des grössten Teils meiner Karriere spielte ich tatsächlich noch mit Holz. Und die Hosen mussten nicht nur kurz, sondern auch eng sein. Die Modedesigner wollten das damals so.

Sie wurden als 17-jähriger Schweizer Meister, waren der erste Schweizer Weltklassespieler und erfolgreicher Trainer von Steffi Graf, der damaligen Nummer 1. Den Misserfolg scheinen Sie nicht zu kennen.

Günthardt: Es stellt sich immer die Frage, was man darunter versteht. Wer ganz nach oben will, der muss auch Misserfolge einstecken. Sie sind ein Teil auf dem Weg zur Spitze. Das war bei mir nicht anders.

Was fehlte Ihnen damals, um als Spieler ganz an die Spitze zu kommen?

Günthardt: Ganz einfach: Ich hatte bereits als junger Spieler Hüftprobleme, und zwar auf der linken und der rechten Seite. Das schränkte meine Beweglichkeit ein. Ich spielte permanent mit Schmerzen, die ich zu ignorieren versuchte. Ich hatte mich an diesen Zustand gewöhnt. Aber ich musste auch zu entzündungshemmenden Mitteln greifen.

Jetzt haben Sie das Fed-Cup-Team als Captain in den Halbfinal geführt, und Sie haben das Privileg, für das Schweizer Fernsehen die glanzvollste Zeit des Schweizer Tennissports zu kommentieren. Was macht Ihnen mehr Spass?

Günthardt: Ich hatte Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Die beiden Sachen kann man nicht miteinander vergleichen. Im Fed-Cup stehe ich direkt auf dem Platz, da ist alles intensiver, emotionaler. Als Kommentator habe ich dagegen eine gewisse Distanz.

Und dazwischen können Sie hie und da mit Roger Federer oder Stan Wawrinka noch ein bisschen Tennis spielen?

Günthardt: Nein, ich habe noch nie mit den beiden gespielt. Sie hätten auch keine Zeit für eine zusätzliche Trainingsstunde. Die Leute stellen sich das falsch vor: Journalisten und Spieler sind bei den Turnieren ziemlich stark voneinander getrennt.

Sie werden immer wieder mal als Frauenversteher bezeichnet, weil Sie mit den Tennisspielerinnen viele Siege einfahren. Haben Sie ein Erfolgs­geheimnis?

Günthardt: Nicht dass ich wüsste. Wer im Spitzensport Topleistungen bringen muss, ist meistens gestresst. Der Coach muss das spüren und entsprechend reagieren. Er muss den richtigen Ton finden und auch mal einen Schritt zurück machen. Das ist bei den Frauen vielleicht etwas einfacher zu erkennen. Die Männer stellen dagegen oft ihre Coolness heraus, und dann wird es schwieriger.

Ist Ihr Team pflegeleicht?

Günthardt: Sehr pflegeleicht sogar. Es ist eine Frage der Zusammensetzung – dieser Mix passt bei uns.

Was erwarten Sie am Wochenende von den Schweizer Fans in Luzern?

Günthardt: Dass sie uns Selbstvertrauen geben und den Gegner einschüchtern. Und dass dabei zwei bis drei zusätzliche Punkte pro Satz herausschauen. Punkte, die den Unterschied ausmachen können.

Halbfinal Schweiz - Tschechien

Luzern. Messe.Heute, 12.00: Auslosung der Partien.

Samstag, 12.45 (SRF 2): Eröffnungszeremonie, gefolgt von zwei Einzeln.

Sonntag, 11.55 (SRF 2): Teampräsentation, gefolgt von zwei Einzeln und einem Doppel.

Tickets: Neben Dauerkarten sind an der Tageskasse (Messe, Haupteingang, Halle 1) auch Tageskarten in drei Kategorien erhältlich. Die Öffnungszeiten: Heute 12.00 bis 19.00, Samstag ab 10.00, Sonntag ab 10.00.

Lesen Sie morgen: Das neue Schweizer Fed-Cup-Dream-Team.

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