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TENNIS: Kei Nishikori und Andy Murray geben für Melbourne forfait

Das neue Jahr beginnt mit Hiobsbotschaften: Andy Murray und Kei Nishikori haben ihre Teilnahme an den Australian Open abgesagt, auch Novak Djokovic dürfte fehlen. Aber auch Rafael Nadal und Stan Wawrinka plagen Comeback-Sorgen.
Andy Murray (rechts) und Kei Nishikori mit dem Handschlag bei den ATP World Tour Finals (Bild: Alastair Grant / AP (London, 16. November 2016))

Andy Murray (rechts) und Kei Nishikori mit dem Handschlag bei den ATP World Tour Finals (Bild: Alastair Grant / AP (London, 16. November 2016))

Es ist ein anrührendes Bild, das Andy Murray gerade auf seinem Facebook-Konto veröffentlicht hat. Es zeigt den jungen, kindlichen, hoffnungsfroh in die Kamera lächelnden Murray. Er habe dieses Bild ausgewählt, «weil der kleine Junge in mir drin nichts mehr will, als Tennis zu spielen und Matches zu bestreiten». ­Absolut «alles» würde er dafür geben, so schreibt der 30-jährige Schotte auch, «wieder da draussen auf dem Platz zu sein». Draussen auf der Tour, unterwegs im Wanderzirkus. Am besten auch demnächst bei den Australian Open, in Melbourne (ab Montag, 15. Januar).

Doch dieser Wunsch geht für Murray nicht in Erfüllung. In der Nacht auf Donnerstag hat er seine Teilnahme an den Australian Open wie Kei Nishikori abgesagt. Schon auf den ersten Metern der neuen Saison wird die Männerszene erneut von Hiobsbotschaften um lädierte Spitzenkräfte geplagt: Denn genau so sehr, wie Murray unter anhaltenden Hüftbeschwerden leidet, wird auch der ehemalige Dominator der Branche, der 30-jährige Serbe Novak Djokovic, nicht seine komplizierte Ellbogenverletzung los.

Zuversichtlich war Djokovic zum Jahreswechsel für ein Einladungsturnier nach Abu Dhabi gereist, um sich dort nach einer sechsmonatigen Zwangspause wieder Matchpraxis zu holen. Doch kurz vor seinem ersten Einsatz musste der «Djoker» frustriert das Handtuch werfen, zu sehr schmerzte der Ellenbogen der rechten Schlaghand wieder. Djokovic wird nun nächste Woche in Melbourne zwei Tennis-Exhibitions bestreiten und dann über seine Teilnahme am Australian Open entscheiden.

Ex-Profi Heinz Günthardt, TV-Kommentator und früher auch einmal Coach von Steffi Graf, machte speziell der Djokovic-Fangemeinde wenig Hoffnung auf bessere Nachrichten: «Diese Verletzungen, gerade am Schlagarm, können extrem zäh sein. Und immer wieder Beschwerden machen.» Er schliesse nicht aus, so Günthardt, «dass Novak Djokovic noch länger ausfällt».

Auch Murray, der langjährige Rivale von Djokovic, hatte sich kurz in Abu Dhabi aufgehalten. Dort spielte er einen improvisierten Showmatch, der ihn so weit beflügelte, dass er sich anschliessend ins Flugzeug nach Australien setzte. Doch nun der herbe Rückschlag für den Mann, der wie sein Altersgenosse Djokovic seit dem letzten Wimbledon-Turnier auf keinem Centre Court mehr aufgetreten ist. Nun schloss der demoralisierte Murray sogar eine Hüftoperation nicht mehr aus – nachdem er gerade darauf in der Heilbehandlung der letzten Monate verzichtet hatte. Möglich, dass der Schotte auch auf grosse Teile der soeben begonnenen Saison verzichten muss.

Im zweiten Halbjahr 2017 hatte sich das Lazarett der Verletzten im Männertennis immer weiter gefüllt – nach den ersten Ausfällen der Topkräfte Murray und Djokovic. Stan Wawrinka (32) war hinzugekommen, dann auch die Top-Ten-Asse ­Milos Raonic (27), Kei Nishikori (28). Und schliesslich erwischte es auch wieder einmal Rafael Nadal, den aktuellen Nummer-eins-Spieler der Szene, der 16 Grand-Slam-Titel auf seinem Konto hat. Die leidigen, altvertrauten Knieschmerzen zwangen Nadal bei der WM in London nach dem ersten Spiel zur Aufgabe, trieben auch den Turnierveranstaltern der ersten Wettbewerbe 2018 die Sorgen­falten auf die Stirn. Nun hat der 31-jährige Spanier sowohl den Schauwettkampf in Abu Dhabi wie auch das Turnier in Brisbane abgesagt, er plane aber, heisst es aus seinem Lager, in Melbourne bei den Australian Open aufzuschlagen. Nur fragt sich: In welcher Verfassung? Stark genug, um auch in den Titelkampf eingreifen zu können?

Federer, altersloser Tennis-Globetrotter

Nadal und Roger Federer hatten in einer unwahrscheinlichen Comeback-Mission das Tennisjahr 2017 bestimmt, speziell ­Federers grandiose Rückkehr verblüffte die Sportwelt. Viele der namhaften Patienten aus der Spitze hatten gehofft, Federers Spuren folgen zu können – mit einem fulminanten Neubeginn, vielleicht sogar mit frühen Pokalsiegen. Doch um den Neueinstieg von Stars wie Wawrinka, Nishikori, Raonic und auch des angeschlagenen Franzosen Jo-Wilfried Tsonga ranken sich Fragezeichen. Keiner von ihnen hat bisher 2018 einen Turniercourt betreten; wer tatsächlich in Melbourne starten kann, ist unklar.

Nur einer scheint mal wieder dem ganzen Ärger und Verletzten-Chaos zu entgehen: Roger Federer (36), der Alterspräsident der Tour. Nach seiner einzigen längeren Karriereverletzung in der zweiten Hälfte 2016 wirkt der bestens aufgelegte Maestro inzwischen wieder wie ein alters­loser Tennis-Globetrotter – bereit und willens, mit einem effizient abgespeckten, jeweils massgerecht auf ihn zugeschnittenen Saisonprogramm noch bis an die vierzig herumtouren zu können. Der grosse Favorit für die Titelverteidigung in Melbourne ist deshalb auch – der Titelverteidiger. Und der heisst Roger Federer, der 19-fache-Grand-Slam-Rekordsieger.

Jörg Allmeroth

sport@luzernerzeitung.ch

Heinz Günthardt: «Ich schliesse nicht aus, dass Djokovic noch länger ausfällt.» (Bild: Pius Amrein)

Heinz Günthardt: «Ich schliesse nicht aus, dass Djokovic noch länger ausfällt.» (Bild: Pius Amrein)

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