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TENNIS: Kyle Edmund – Der einsame Streiter Ihrer Majestät

Die Australian Open schaffen immer mehr Überraschungsfiguren – der Brite Kyle Edmund bezwingt den bulgarischen Weltmeister Grigor Dimitrov.
Jörg Allmeroth
Britischer Jubel in Australien: Kyle Edmund. (Bild: Julian Smith/Keystone (Melbourne, 23. Januar 2018))

Britischer Jubel in Australien: Kyle Edmund. (Bild: Julian Smith/Keystone (Melbourne, 23. Januar 2018))

Jörg Allmeroth

sport@luzernerzeitung.ch

Es hatte nicht gut begonnen für die Centre-Court-Botschafter Ihrer Majestät, das Tennisjahr 2018 am anderen Ende der Welt. Der erste Ball bei den Australian Open war noch nicht gespielt, da erklärte der britische Superstar Andy Murray bereits seinen verletzungsbedingten Verzicht. Und dann verabschiedete sich in der zweiten Turnierrunde auch noch Top-Ten-Spielerin Johanna Konta mit einer Niederlage gegen die Amerikanerin Bernarda Pera von der Grand-Slam-Party in Melbourne.

Doch ein einsamer Streiter vertrat fortan ebenso überraschend wie zupackend die Interessen des Vereinigten Königreichs, souverän, nervenstark, abgebrüht, couragiert, zu allem entschlossen. Und als nun am neunten Wettbewerbstag abgerechnet war bei den Australian Open, da war er immer noch da: Kyle Edmund, 23-jährig, frischgebackener Halbfinalist, stolzer letzter Mohikaner der Briten beim ersten Major-Wettbewerb dieser Spielzeit. Nichts weniger als der bisher grösste Coup seiner soweit eher unauffälligen Laufbahn war ihm, der Nummer 49 der ATP-Hackordnung, auf einer der grossen Bühnen gelungen, der Vorstoss in die erlesene Runde der letzten vier mit einem hochverdienten 6:4, 3:6, 6:3, 6:4-Sieg über Weltmeister und Geheimfavorit Grigor Dimitrov. Im Halbfinal steht ihm nun Marin Cilic gegenüber.

Auch Andy Murray setzte sich vors TV-Gerät

«Wow», entfuhr es da in den Grand-Slam-Turbulenzen via Twitter Murray, dem Rekonvaleszenten daheim. Wie viele Tennisfans auf der Insel hatte sich auch Murray die Nacht um die Ohren geschlagen, um Edmunds ultimative Sternstunde mitzuverfolgen. Und Edmund selbst, er fühlte sich in diesem denkwürdigen Augenblick ein wenig wie Murray. «In den letzten Tagen und jetzt auch merke ich erst, was es heisst, Andy Murray zu sein – mit dieser ganzen Aufmerksamkeit», sagte der scheue Profi, der als eher introvertierter Zeitgenosse gilt und sich nicht allzu gern im Rampenlicht aufhält. «Er lässt am liebsten seinen Schläger für sich sprechen», sagte Altmeister Tim Henman, der als Augenzeuge vor Ort in Melbourne war. Edmund, der stille Aufsteigertyp, war nun erst der sechste Brite, der überhaupt je in der Profi-Ära in einem Grand-Slam-Halbfinal gelandet war – nach Roger Taylor, John Lloyd, Greg Rusedski, Henman und Murray.

Mit Edmunds Coup machten die Australian Open ihrem Ruf als Grand-Slam-Wundertüte auch ganz aktuell noch einmal alle Ehre. Keines der vier grossen Turniere produziert so zuverlässig Sensationsdarsteller, Debütanten in fortgeschrittenen Wettbewerbsrunden und selbst Premieren-Champions. Am Major Down Under siegten schon immer Spieler, die sonst nirgends und nie mehr gewannen, etwa der Tscheche Petr Korda oder der Schwede Thomas Johansson. Es hat natürlich mit dem Katapultstart in die Saison zu tun, der kurzen Vorbereitung und der Anstrengung, gleich einen der vier Grand-Slam-Gipfel besteigen zu müssen. Selbst für einen wie Roger Federer, den erfahrensten aller Grand-Slam-Artisten, ist das seit jeher eine «massive Herausforderung. Dieses Turnier gehört zu den komplexesten Prüfungen, die es im Tennis überhaupt gibt.»

Australian Open

Melbourne. Australian Open. Grand-Slam-Turnier (38,3 Mio. Franken/Hart). Männer, Einzel. Viertelfinals: Cilic (CRO/6) s. Nadal (ESP/1) 3:6, 6:3, 6:7 (5:7), 6:2, 2:0 w.o. Edmund (GBR) s. Dimitrov (BUL/3) 6:4, 3:6, 6:3, 6:4.

Halbfinals: Cilic (6) – Edmund, Sandgren/Chung – Berdych (19)/Federer (2).

Frauen, Einzel. Viertelfinals: Wozniacki (DEN/2) s. Suarez Navarro (ESP) 6:0, 6:7 (3:7), 6:2. Mertens (BEL) s. Switolina (UKR/4) 6:4, 6:0.

Halbfinal-Paarungen: Halep (1)/Pliskova (6) – Kerber (21)/Keys (17), Mertens – Wozniacki (2).

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