TENNIS: So wird Federer die Nummer 1

Superstar Roger Federer kann schon am nächsten Montag die Weltnummer 1 sein. Dafür muss er aber diese Woche in Paris mindestens in den Final vorstossen.

Turi Bucher
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Roger Federer legte ein brillantes Tennisjahr 2014 hin. Schafft ers sogar noch ganz auf den Thron? (Bild: Keystone/Kurt Schorrer)

Roger Federer legte ein brillantes Tennisjahr 2014 hin. Schafft ers sogar noch ganz auf den Thron? (Bild: Keystone/Kurt Schorrer)

Roger Federer, der Liebling der Tennisfans, weist bei der Jagd auf die Weltnummer 1 in der ATP-Weltrangliste zwar noch satte 2230 Punkte Rückstand auf Leader Novak Djokovic auf (siehe Rankingtabelle rechts). Doch in der Jahreswertung, welche Ende 2014 gleichbedeutend mit der ATP-Weltrangliste sein wird, beträgt der Rückstand nur noch 490 Punkte.

  • Vorteil Federer: Denn während Djokovic diese Woche in Paris und danach in London bei den World Tour Finals insgesamt 2500 Punkte verteidigen muss, und zwar als Titelverteidiger unbedingt mit dem Turniersieg, kann Federer locker drauflos punkten. Das heisst im besten Fall: Bereits am kommenden Montag kann Federer schon die Weltnummer 1 (des Jahresrankings) sein. Zum Beispiel dann, wenn er in Paris gewinnen würde und Djokovic den Final verpasst. Oder: Wenn Federer mindestens den Final erreicht und Djokovic schon vor den Viertelfinals ausscheidet.
  • Aber Federer könnte Djokovic auch noch in London, wo es für jeden Sieg in der Gruppenphase 200 Punkte gibt, überholen.
  • Und der Basler Superstar hat auch noch die «Davis-Cup-Karte» im Ärmel. Im Final gegen die Franzosen (21. bis 23. November) gibts für jeden Einzelsieg nochmals 75 Punkte.

Kumpel Wawrinka als Stolperstein?

Roger Federer trifft in Paris morgen Mittwoch auf den Sieger des Duells zwischen Jérémy Chardy (ATP 30) und dem Qualifikanten Kenny De Schepper (ATP 105). Danach könnte Federer auf Fabio Fognini (ATP 19) oder Milos Raonic (ATP 9) treffen, bevor ein Halbfinal gegen seinen Freund Stanislas Wawrinka (ATP 4, morgen gegen Dominic Thiem, ATP 37) möglich wäre. Und was sagt eigentlich der Gejagte, der Serbe Novak Djokovic, der letztes Jahr Federer in Paris im Halbfinal aus dem Turnier geworfen hat? Djokovic, soeben Vater eines Sohnes namens Stefan geworden, meint: «Ich werde weiterhin darum kämpfen, die Nummer eins zu sein, und bei beiden Turnieren versuchen, zu gewinnen.» Djokovic startet heute ab 19.30 gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber ins Pariser Turnier.

Federer aber könnte nach 2004 bis 2007 und 2009 zum insgesamt sechsten Mal eine Saison auf dem Weltranglisten-Thron beenden. Das ist vor ihm lediglich dem Amerikaner Pete Sampras gelungen. Ausserdem wäre Federer mit 33 Jahren die älteste Nummer 1 aller Zeiten.

Paris. Masters-1000-Turnier (2 884 675 Euro/Halle). Einzel. 1. Runde: Gasquet (Fr) s. Istomin (Usb) 6:7 (4:7), 6:2, 4:0 w.o (Oberschenkelverletzung). Thiem (Ö) s. Dolgopolow (Ukr) 6:2, 4:6, 6:0. - Thiem in der 2. Runde gegen Wawrinka (Sz/3).

Doppel. 1. Runde: Wawrinka/Paes (Sz/Ind) s. Lopez/Mirnyi (Sp/WRuss) 6:1, 2:6, 10:7.