Tennis-Turnier ab 2013 in der Zentralschweiz?

Knapp drei Jahre nach dem letzten WTA-Tennisturnier im Hallenstadion Zürich gibt es wieder eine Projektskizze für ein Frauenturnier in der Schweiz. Erste Abklärungen werden in der Zentralschweiz vorgenommen.

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Die Bossard-Arena: Gibt es hier ausser Eishockey bald schon Frauentennis zu sehen? (Bild: Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Bossard-Arena: Gibt es hier ausser Eishockey bald schon Frauentennis zu sehen? (Bild: Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

gel. Die Sondierungen hat die Zuger Sportvermarktungsagentur Infront Ringier angestossen, unter Beizug des Konsulenten Beat Ritschard, dem langjährigen Turnierdirektor des früheren Turniers in Kloten und Zürich. Erste Abklärungen werden in der Zentralschweiz vorgenommen, wo mit der Arena des EV Zug und dem Stadion des FC Luzern, der swissporarena, eine Indoor- wie eine Freiluftvariante für eine allfällige Austragung 2013 möglich wäre.

Zentral ist die Suche nach einer Lizenz, im Tennis Sanktion genannt, die im Wesentlichen aus der Turniergrösse und dem Datum besteht. Im neu strukturierten Kalender steht ein Event der International Series im Vordergrund; diese Kategorie setzt im Minimum ein Preisgeld von 220 000 Dollar voraus, auf nach oben offener Skala. Im Markt ist es Usus, Sanktionen zu leasen; Turnierrechte werden aber auch gehandelt im Tauschverfahren. Für mutige Schweizer Initianten gilt der Markt als sehr dornenreich. Wie das WTA-Board-Mitglied Peter Michael Reichel (Wien) auf Anfrage sagte, bestehen im Moment aus Europa und Asien zehn Nachfragen nach Lizenzen. Umgekehrt präsentiert sich die wirtschaftliche Lage vieler Veranstalter nicht gerade rosig.

Die bisherigen WTA-Events hierzulande brachten viele Hochs und Tiefs. Das erste Sandturnier lancierte Lido Lugano 1979 mithilfe des US-Maklers IMG. Das Turnier wanderte später zum TC Lido Luzern und zum TC Drizia Genf. Das Outdoor-Turnier erhielt 1984 eine grosse Indoor-Schwester in Zürich. Die Rechte dieser zwei Anlässe veräusserte René Stammbach 2001 an eine US-Agentur. Es überlebte nur das Hallenturnier, das nach einem Vierteljahrhundert aus wirtschaftlichen Gründen 2008 verkauft wurde. Der letzte Eigentümer der Zürcher Rechte war die US-Agentur Octagon. Ringier Infront wäre ein neuer Player im Tennis, wobei im Umfeld später wohl die Event AG von Swiss Tennis mit an den Ball käme.