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TENNIS: Unbedrängt in den Achtelfinals

Roger Federer erreicht als einer der Top-Favoriten die zweite Wimbledon-Woche. Der bald 36-jährige Baselbieter bezwingt in der 3. Runde den Deutschen Mischa Zverev (ATP 30) 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 und ist damit noch ohne Satzverlust im Turnier.
Jörg Allmeroth, London
Roger Federer spielt sich stilsicher in den Achtelfinal, wo er am Montag auf den Bulgaren Grigor Dimitrow trifft. (Bild: Tim Ireland/AP (London, 8. Juli 2017))

Roger Federer spielt sich stilsicher in den Achtelfinal, wo er am Montag auf den Bulgaren Grigor Dimitrow trifft. (Bild: Tim Ireland/AP (London, 8. Juli 2017))

Jörg Allmeroth, London

Es war kein Durchmarsch, alles andere als eine leichte Übung: Doch in wirkliche Gefahr geriet Roger Federer auch nicht beim 7:6 (7:3), 6:4, 6:4-Sieg über seinen deutschen Herausforderer Mischa Zverev in der dritten Wimbledon-Runde. «Ich hatte hart zu kämpfen und einige schwierige Situationen zu überstehen», sagte Federer später, «aber ich bin froh, dass ich mich doch deutlich durchgesetzt habe.»

Federer erreichte schon zum 15. Mal bei seinen 16 Wimbledon-Starts die Runde der letzten 16. Am sogenannten «Manic Monday», dem grössten Tag im Welttennis mit allen Achtelfinals bei den Männern und Frauen, muss sich Federer der Prüfung gegen den 26-jährigen Bulgaren Grigor Dimitrow stellen.

61 Gewinnschläge und nur 7 Fehler

Im persönlichen Vergleich liegen die Kräfteverhältnisse eigentlich klar auf der Hand, mit einem 5:0-Vorteil, doch Federer weiss um Dimitrows Potenzial: «An einem guten Tag kann er jeden Spieler der Welt schlagen. Er hatte bisher auch ein richtig gutes Turnier hier.» Dimitrow verlor bisher genau so wenig wie Federer einen Satz im Turnierverlauf, am Samstag profitierte er allerdings bei einer 2:0-Satzführung von der Verletzungsaufgabe seines israelischen Gegenübers Dudi Sela. Bei den Australian Open hatte Dimitrow zu Jahresbeginn nur knapp ein Finalrendezvous mit Federer verpasst, er verlor damals in der Vorschlussrunde denkbar knapp gegen Matador Rafael Nadal. Federer ist wie alle Topfavoriten souverän durch die erste Turnierwoche marschiert, ohne übergrossen Nervenkitzel, ohne Schrecksekunden. Gemeinsam mit Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray ist er im Big-Four-Verbund nun auch der Gruppe der primären Titelkandidaten zuzurechnen. «Ab Montag beginnen aber alle noch einmal vom Punkt null. Dann wird es richtig ernst», sagte Federer, der gegen Zverev besonders im ersten Satz Mühe hatte, in seinem Centre-Court-Wohnzimmer Dominanz und ­Autorität auszuüben.

Zverev gelang es sogar, nach einem 2:4-Rückstand wieder zum 4:4 aufzuschliessen. Kurz darauf hatte er sogar ­einen Breakball zum 5:4, den Federer mit Geschick, aber auch etwas Glück abwehrte. Im Tiebreak holte sich Federer dann die beruhigende 1:0-Satzführung mit 7:3, er erwies sich einmal mehr als Meister der wichtigen Punkte, fand die richtige Mischung aus Kontrolle und Power.

Zverev hatte angekündigt, gegen Federer «alles oder nichts» spielen zu wollen, also auf bedingungslose Offensive zu setzen. Dieser Devise folgte er auch konsequent, aber Federer schaffte es, in wenigen ausgewählten Momenten diese Angriffswucht zu brechen, Lücken zu finden und die entscheidenden Breaks zu markieren, in den Sätzen zwei und drei jeweils früh zum 2:1. Es verschaffte Federer auch jeweils die nötige Zuversicht, stärkte ihm den Rücken. «Es war wichtig, einen herausfordernden Match gehabt zu haben. Ich weiss jetzt auch besser, wo ich stehe», sagte Federer, der im Matchverlauf sage und schreibe 61 Gewinnschläge aufnotierte – bei gerade mal sieben Fehlern. Verlassen konnte er sich auch auf sein Service, das ihn ein ums andere Mal aus kniffligen Lagen befreite. Zverev schaffte deshalb auch kein weiteres Break in den letzten beiden Sätzen.

Eindrucksvolle Stabilität und Konstanz

Federer untermauerte auch seine grosse Stabilität und Konstanz bei den Major-Wettbewerben weiter eindrucksvoll: Bei seinen letzten 49 Grand-Slam-Teilnahmen verlor er nur ganze zwei Mal vor dem Achtelfinal, 2013 hier in Wimbledon gegen Sergej Stachowsky und 2015 bei den Australian Open gegen Andreas Seppi. Im Hier und Jetzt ist sein Titeltraum noch lebendig, es gab noch kein Störfeuer, keine Bedrängnis. Vielleicht stemmt er in einer Woche dann zum achten Mal den Siegerpokal in die Höhe.

Wimbledon

Grand-Slam-Turnier (31,6 Mio. Pfund/Rasen). Männer. 3. Runde: Federer (SUI/3) s. Mischa Zverev (GER/27) 7:6 (7:3), 6:4, 6:4. Djokovic (SRB/2) s. Gulbis (LAT) 6:4, 6:1, 7:6 (7:2). Raonic (CAN/6) s. Ramos-Viñolas (ESP/25) 7:6 (7:3), 6:4, 7:5. Thiem (AUT/8) s. Donaldson (USA) 7:5, 6:4, 6:2. Alexander Zverev (GER/10) s. Ofner (AUT) 6:4, 6:4, 6:2. Berdych (CZE/11) s. Ferrer (ESP) 6:3, 6:4, 6:3. Mannarino (FRA) s. Monfils (FRA/15) 7:6 (7:3), 4:6, 5:7, 6:3, 6:2. Querrey (USA/24) s. Tsonga (FRA/12) 6:2, 3:6, 7:6 (7:5), 1:6, 7:5. Dimitrov (BUL/13) s. Sela (ISR) 6:1, 6:1, w. o.

Achtelfinal-Tableau: Murray (1) – Paire, Querrey (24) – Anderson, Nadal (4) – Muller (16), Bautista Agut (18) – Cilic (7); Raonic (6) – Alexander Zverev (10), Dimitrow (13) – Federer (3), Thiem (8) – Berdych (11), Mannarino – Djokovic (2).

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