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TENNIS: Zarte Hände mit viel Power

Sie ist die beste Schweizerin des Jahrgangs 2003. Kiara Cvetkovic aus Geuensee verfügt über viel Potenzial, das sie in Paris ausspielen will. Und auch in Serbien wird ihre Karriere verfolgt.
Theres Bühlmanntheres Bühlmann
Spielt diese Woche an einem Einladungsturnier in Paris: die 12-jährige Kiara Cvetkovic aus Sursee. (Bild Roger Grütter)

Spielt diese Woche an einem Einladungsturnier in Paris: die 12-jährige Kiara Cvetkovic aus Sursee. (Bild Roger Grütter)

Sie ist keine Person der grossen und lauten Worte, keine, die auf dem Platz ihr Racket zertrümmert – die 12-jährige Kiara Cvetkovic aus Geuensee schlägt leise Töne an. Aber auf dem Tenniscourt, da entpuppt sich die 155 Zentimeter grosse Athletin als Kämpfernatur, als eine, die nicht so schnell aufgibt, sie, die beste Akteurin des Jahrganges 2003 auf nationaler Ebene. Kiara Cvetkovic verfügt für ihr zartes Alter bereits über ein beachtliches Niveau – und dieses bekamen auch schon ältere Spielerinnen zu spüren, die gegen die aufstrebende Geuenseerin den Kürzeren zogen.

Wenig Emotionen auf dem Feld

So setzte sie sich zu Beginn dieses Jahres an der Schweizer Meisterschaft in der Halle in der U-14-Kategorie die Krone auf, gewann unter anderem im letzten Jahr das European Junioren Open in Bludenz und ist auch im Besitze des Schweizer U-12-Meistertitels auf Sand. Das Wort Talent, das mag ihr Trainer Michael Birner nicht sonderlich, «ich würde es Begabung nennen», sagt er. «Kiara verfügt über eine hohe Begabung und zeichnet sich auch durch grossen Fleiss aus.» Sie sei eine Spielerin, die ihre Emotionen wenig zeige, «und manchmal wünsche ich mir, dass sie das tun würde». Es sei wichtig, herauszufinden, wie sich eine so junge Spielerin jeweils fühle. Und gegenseitiges Vertrauen sei eine Komponente, die greifen müsse, auch zwischen Eltern und Trainer. «Es gibt Eltern, die sich gerne einmischen, nein», sagt er, «bei den Cvetkovics ist das nicht der Fall.»

Und die Cvetkovics, das sind Vater Jovica, Mutter Daniela und Sohn Damian, der 10-jährige Fussballspieler. Die Eltern nahmen ihre Tochter jeweils zum Tennisspielen mit, diese schaute dem Treiben auf dem Platz zu oder sammelte Bälle auf. «Doch irgendwann wurde es mir zu langweilig», sie nahm dann im Alter von fünf Jahren ein Racket zur Hand und begann zwei Jahre später intensiver zu trainieren.

Wichtige Unterstützung der Eltern

In der Schule, sie besucht in Geuensee die 6. Klasse, wird sie vom Turn- und Musikunterricht dispensiert, damit sie ihre täglichen Trainingslektionen von eineinhalb Stunden im nahe gelegenen Sursee absolvieren kann. Bei schönem Wetter fährt sie mit dem Velo auf den Tennisplatz, ansonsten versieht ihre Mutter Fahrerdienste, die sie auch zu den Turnieren begleitet, während ihr Vater jeweils Bruder Damian am Spielfeldrand beim Fussball die Daumen drückt. «Die Unterstützung meiner Eltern ist sehr wichtig für mich, ich bin jeweils sehr froh, wenn Mama an den Turnieren dabei ist.» Und nein, sagt sie, «nervös vor Spielen bin ich selten, ich kann jeweils auch gut schlafen». Einen Glückbringer gibt es nicht, auch ein Ritual kennt sie nicht. Sport und Schule, das bringt Kiara Cvetkovic gut unter einen Hut. Ihr Lieblingsfach ist Mathematik, ihre Noten sind gut, jedenfalls wird sie nun in die Kantonsschule wechseln. Auch ihre Klasse freut sich jeweils an den Erfolgen, nach dem Gewinn des Schweizer-Meister-Titels hingen nämlich Zeitungsberichte über ihre erfolgreiche Mitschülerin an der Wand. Und noch jemand verfolgt ihre Karriere, ihr Grossvater in Serbien, denn Kiara ist schweizerisch-serbische Doppelbürgerin.

Ziel: Top 100 im WTA-Ranking

Und mit der Karriere soll es nun Schritt für Schritt nach oben gehen, «ich möchte einmal im WTA-Ranking die Top-100 erreichen». Trainer Michael Birner nickt. «Diese Zielsetzung ist realistisch», sagt er. Als ihre Stärken bezeichnet sie ihre Schläge, «die sind auf einem guten Niveau», «beim Service, da habe ich noch Schwächen». An ihrer Sportart mag sie vor allem die Eigenschaft, «dass es ein Einzelsport ist, da bin ich für meine Erfolge ganz alleine verantwortlich».

Kiara Cvetkovic spielte schon oft im Ausland – in England, Spanien, Portugal. «Ich reise sehr gerne», und in Prag werden jeweils die Zelte für Trainingseinheiten aufgeschlagen, Trainer Birner stammt aus Tschechien und betreut in Teilzeit manchmal auch Lukas Rosol (ATP 68), der ebenfalls aus diesem Land kommt und auf der Tour spielt. Und gestern packte Kiara wieder die Koffer, die Reise geht nach Frankreich, genauer gesagt nach Paris. Dort nimmt sie als einzige Schweizerin an einem Einladungsturnier teil, bei dem die 16 Weltbesten ihres Jahrganges am Start sind. Die Auslosung findet morgen Mittwoch statt. «Mein Ziel ist es, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln», sagt sie, wobei ja auch der Siegerpreis äusserst verlockend ist: ein Sponsoring während vier Jahren von Lon-gines. Ihr Vorbild ist die aktuelle Nummer 5 der Weltrangliste, die Weissrussin Viktoria Azarenka, «weil sie eine Kämpferin ist, die nie aufgibt».

Da haben die 12-jährige Kiara Cvetkovic aus Geuensee, die Beste ihres Jahrgang, und die 26-jährige Weltklassespielerin Viktoria Azarenka, die Nummer 5 der Welt aus Minsk, etwas gemeinsam.

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