Kommentar

Erzfeind Djokovic - für Roger Federer nur noch Kopfsache

Sobald Novak Djokovic auf der anderen Seite des Netzes steht, blockiert bei Roger Federer das Betriebssystem. Wenn er kein Gegenmittel findet, dürfte es schwierig werden, seinen Traum vom 18. Grand Slam-Titel zu verwirklichen.

Marcel Kuchta
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In wichtigen Spielen heisst der Sieger meist Djokovic- und nicht Federer.

In wichtigen Spielen heisst der Sieger meist Djokovic- und nicht Federer.

KEYSTONE/AP/VINCENT THIAN

Eines vorneweg: Novak Djokovic ist der mit Abstand beste Tennisspieler der Gegenwart. Seine Erfolge der jüngsten Vergangenheit sind alles andere als zufällig. Es gibt keinen Spieler auf der Männertour, der kompletter ist als der Serbe.

Ob man ihn nun mag oder nicht: Es ist faszinierend zu beobachten, mit welcher mentalen Stärke er vor allem in den entscheidenden Momenten eines Tennismatchs zu Werke geht. Wenn es zählt, ist er bereit.

Die Partie kann in den Minuten zuvor noch so sehr zu seinen Ungunsten gelaufen sein. Es scheint fast so, als ob Djokovic irgendwo einen Knopf betätigen könnte, der mit einem Schlag alle Zweifel aus seinem Kopf beseitigt.

Womit wir bei Roger Federer wären. Der spielt auch mit 34 Jahren immer noch auf allerhöchstem Niveau – ja bisweilen so gut wie nie zuvor.

Wenn auf der anderen Seite – wie so oft in letzter Zeit – nicht Novak Djokovic stehen würde, dann hätte Federer inzwischen schon mindestens 20 Grand-Slam-Titel gewonnen.

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Keystone

Aber eben: Sobald sein grosser Rivale als Gegner auf dem Platz agiert, dann blockiert bei Roger Federer das Betriebssystem.

Es ist schier unerklärlich, wie der Schweizer mit aller Leichtigkeit und Eleganz in den Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers marschiert und sich dort dann zwei Sätze lang wie ein Junior vorführen lassen muss – selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Djokovic fast perfektes Tennis zeigte.

Es scheint fast so, als ob Novak Djokovic der Mann ist, der Roger Federers Traum von einem 18. Grand-Slam-Titel eigenhändig zum Platzen bringt. Selbst wenn der Baselbieter immer noch fantastisch spielt – der Serbe hat einfach immer eine bessere Antwort parat.

Und das ist hauptsächlich eine Frage des Kopfs. Erst wenn es Federer gelingt, dieses Schreckgespenst aus dem Kopf zu verbannen, dann kann er Djokovic dereinst wieder in einem wirklich entscheidenden Spiel in die Knie zwingen.

In Wimbledon dürften sich die beiden grossen Rivalen das nächste Mal um die Krone streiten. Bis im Juli hat der Schweizer nun Zeit, eine Strategie zu finden gegen die nagenden Zweifel, die sich offensichtlich in seinem Kopf breitgemacht haben.

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