Thalmanns Abstecher ins Gelände

Roland Thalmann aus Romoos leistet am Cross-Race GP Luzern in Pfaffnau einen Doppeleinsatz.

Thomas Winterberg
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Strassenfahrer Roland Thalmann, hier bei der Tour de Suisse 2019, steigt in Pfaffnau auf das Querrad.

Strassenfahrer Roland Thalmann, hier bei der Tour de Suisse 2019, steigt in Pfaffnau auf das Querrad.

Bild: Chris Roos

Gewöhnlich ist der 26-jährige Romooser Roland Thalmann mit dem Rennrad unterwegs. Und dies durchaus erfolgreich. In der abgelaufenen Strassensaison setzte der Entlebucher mehrere Akzente und stand zweimal auf dem Podest. Unter anderem duellierte er sich im April mit dem mehrfachen Tour-de-France-Sieger Chris Froome an der Tour of the Alps. Nach fünf starken Etappen klassierte sich Thalmann in der Gesamtwertung auf Rang 9 und liess damit Froome (Rang 11) hinter sich. Die ganz grosse Plattform erhielt er bei der Tour de Romandie und der Tour de Suisse, wo er jeweils mit der Nationalmannschaft an der Startlinie stand. Dabei konnte er allerdings nicht ganz an die Leistungen der Tour of the Alps anknüpfen, zeigte sich aber dennoch immer wieder mit offensiver Fahrweise.

Die Zeit bis zur neuen Strassensaison, die für Thalmann Ende Februar beginnen wird, verbringt er mit langen Trainings auf dem Strassenrad, Abstechern auf die Langlaufpiste und Einheiten mit dem Cross-Rad. Radquer ist für ihn nichts Neues. Seit Jahren besitzt Thalmann ein Quervelo, sein letzter Start an einem Cross-Rennen ist allerdings bereits eine Weile her. Zuletzt bestritt er im Winter 2011/2012 mehrere Querrennen und stand in der Kategorie U19/Amateure/Masters sogar einmal als Dritter auf dem Podest. An Schweizer Meisterschaften wurde er zweimal Zehnter.

Kein Top-Material für Querrennen

Eine Top-Platzierung hat Roland Thalmann am Stephanstag in Pfaffnau keineswegs im Visier. «Radquer ist für mich vor allem Spass. Ich bin auch bezüglich Material nicht so ausgerüstet, dass ich es mit den Besten mithalten könnte», meint er. Auf der Strasse freut er sich zwar jeweils, wenn es regnerisch und kühl ist, aber in Pfaffnau hofft er auf trockene Verhältnisse. «Je schwieriger die Bedingungen, desto entscheidender die Technik und das Material», erklärt der 26-Jährige. «Ich bin zwar den Winter hindurch immer wieder auf dem Quervelo unterwegs, aber für ein schweres Rennen, an dem das Rad ständig gewechselt werden muss, bin ich nicht vorbereitet.» Deshalb wünscht sich Thalmann, dass in Pfaffnau nicht nur die Technik, sondern auch die Beine eine wichtige Rolle spielen werden. Denn seine Form sei für die aktuelle Jahreszeit durchaus gut.

Eine spezielle Vorbereitung

Roland Thalmann steht beim Cross-Race vor allem aber auch deshalb am Start, weil das Rennen von seinem Verein, dem Veloclub Pfaffnau-Roggliswil, organisiert wird. «In den letzten Jahren stand ich immer als Streckenposten im Einsatz, und jedes Mal hat es mich gereizt, auch sportlich dabei zu sein.» Nun steht er bei der vierten Austragung an der Startlinie beim Eliterennen. Und weil dieses Rennen erst am Nachmittag (15 Uhr) gestartet wird, lässt er auch seinen Einsatz als Streckenposten nicht bleiben. «Eine perfekte Vorbereitung ist das bestimmt nicht. Aber ich bin kein Siegesanwärter und will einfach wieder einmal Vollgas geben und schauen, was dabei herausschaut», erklärt der Entlebucher mit einem Lachen im Gesicht.


Siegt Lars Forster im dritten Anlauf?

Neben Vorjahressieger Gioele Bertolini aus Italien gilt beim internationalen Cross-Race GP Luzern auch der zweifache Schweizer Elitemeister Lars Forster als Siegesanwärter. Der 26-Jährige stand in Pfaffnau bereits zweimal als Zweiter auf dem Podest und will nun im dritten Anlauf endlich den Sieg herausfahren. Auch der letztjährige Dritte Emil Hekele gehört zum Favoritenkreis. Der Tscheche feierte in der laufenden Saison schon sechs Siege. Konkurrenz erhält das Trio auch aus der Zentralschweiz: Nicola Rohrbach (Edlibach) stand zum Saisonstart bereits auf dem Podest und verpasste am Weltcuprennen im belgischen Namur am letzten Sonntag die Top 20 nur um vier Sekunden. Auch mit MTB-Profi Lukas Flückiger muss in Pfaffnau gerechnet werden. Bei den Frauen kommen die Favoritinnen aus dem Ausland. Die Französin Marlène Morel Petitgirard und die Italienerin Rebecca Gariboldi, die vor Jahresfrist Zweite und Dritte wurden, wollen in Pfaffnau beide ihren ersten Sieg realisieren. Sie kriegen allerdings Konkurrenz aus Tschechien und Belgien. Pavla Havlikova, die in der Schweiz schon viele Erfolge feiern konnte, steht in Pfaffnau erstmals am Start. Ebenfalls Anwärterin auf ein Topresultat dürfe Suzanne Verhoeven sein. Die Belgierin hat in der laufenden Saison bereits zwei Siege gefeiert. (thw) 

Cross-Race Pfaffnau Donnerstag (Stephanstag). Startzeiten. 9.30: Jedermann-Cross. – 10.30: U13/U15. – 11.30: U19 Amateure/Masters. – 13.15: Elite Frauen. – 13.17: Frauen U17. – 13.19: Männer U17. – 14.15: Kidscross/Pföderirennen. – 15.00: Männer Elite. Alle Infos unter: www.cross-race.ch.