Thedy Waser bleibt Technischer Leiter des Innerschweizer Schwingerverbands

Der Nidwaldner Thedy Waser gewinnt die Kampfwahl für das Amt des Technischen Leiters des Innerschweizer Schwingerverbands. Mit Kritik wird an der Delegiertenversammlung dennoch nicht gespart.

Claudio Zanini
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Er hat einige Gegner im Innerschweizer Schwingerverband: Thedy Waser, am Samstag bei der Delegiertenversammlung des ISV.

Er hat einige Gegner im Innerschweizer Schwingerverband: Thedy Waser, am Samstag bei der Delegiertenversammlung des ISV.

Patrick Hürlimann (Schwyz, 1. Februar 2020)

Es dauerte nicht lange am Samstagmorgen im Mythenforum in Schwyz, bis Thedy Waser ein erstes Mal angegriffen wurde. Unter Traktandum 3 von 14 musste er, der Technische Leiter des Verbands, seinen Jahresbericht vortragen. Waser fasste das vergangene Jahr sportlich zusammen und hob einzelne Schwinger hervor, die Besonderes geleistet hatten. Soweit, so unspektakulär.

Kaum war Waser fertig, meldete sich der Luzerner Bruno Stofer, früher Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbands, zu Wort. «Ich erwarte von einem technischen Bericht etwas mehr als nur Ehrungen», sagte er. Der Versammlung schlage er deswegen vor, über die Annahme von Wasers Bericht abzustimmen. Die Versammlung nahm den Bericht jedoch mehrheitlich an – ein erster Etappensieg für Waser.

«Wir müssen einen fähigen Mann in der Einteilung haben»

Die Luzerner machten in Schwyz früh klar, dass sie genug haben von Thedy Waser. Seine Versprecher blieben in der Luzerner Ecke des Saals nie unkommentiert. Schon im Januar hatten die Luzerner bei ihrer eigenen Delegiertenversammlung einstimmig entschieden, dass sie René Riedweg, ihren eigenen Technischen Leiter, gegen Waser ins Rennen schicken würden. 

Ein hartnäckiger Vorwurf an Waser bezieht sich auf seine Arbeit in der Einteilung. Wegen seiner reservierten Art fehle ihm das Durchsetzungsvermögen, heisst es. Waser wurde deshalb mitverantwortlich gemacht, dass beim «Eidgenössischen» in Zug kein Innerschweizer gewann. Ebenfalls in die Verantwortung wurde Teamcoach Tom Burch genommen. Er hätte an diesem Samstag abgewählt werden sollen. Zu dieser Abwahl kam es aber erst gar nicht, der ISV beendete die Zusammenarbeit mit Burch bereits vor der Delegiertenversammlung. 

Doch die Luzerner waren nicht alleine. Auch andere wollten nicht mehr mit Waser weitermachen. So stand der Schwyzer Christian Grab, der Bruder von Martin Grab, ans Rednerpult und sagte: «Wir müssen einen fähigen Mann in der Einteilung haben. Einer, der alle gleich behandelt. Ich unterstütze René Riedweg ganz klar.» Riedweg selbst stellte sich selbstbewusst vors Mikrofon: «Mein Rucksack ist gefüllt mit taktischem Geschick. Mit der Fähigkeit, strategisch zu denken, einzuteilen und zu kombinieren. Diesen Rucksack stelle ich gerne den Innerschweizer Schwingern als Dienstleistung zur Verfügung.»

So offen die Wahl schien, so klar fiel sie Minuten später aus. Von 162 Stimmberechtigten wählten 89 Thedy Waser, 66 René Riedweg, der Rest war leer oder ungültig. Seit sechs Jahren ist Waser bereits Technischer Leiter, drei weitere werden nun hinzukommen.

Das Resultat verdeutlicht letztlich, wie der Schwingerverband gespalten ist. ISV-Präsident Peter Achermann sagte: «Wenn alle einen Schritt aufeinander zugehen, kommen wir weiter.» Ob die beiden Lager aufeinander zugehen können, wird sich zeigen. Am Samstag gab die Schwingerfamilie jedenfalls kein geeintes Bild ab.

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