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Thuner Fussballer wollen aus der Mini-Krise in den zweiten Cupfinal

Der FC Thun ist erst einmal in einem Cupfinal gestanden: 1955 war es gegen das damalige Spitzenteam des FC La Chaux-de-Fonds. Heute Dienstag (20.15 Uhr) versuchen die Berner Oberländer, sich in Luzern für das zweite Endspiel zu qualifizieren.
Raphael Gutzwiller
Zuletzt lief es nicht mehr rund beim Team von Trainer Marc Schneider. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus, 4. April 2019)

Zuletzt lief es nicht mehr rund beim Team von Trainer Marc Schneider. (Bild: Marc Schumacher / Freshfocus, 4. April 2019)

Im Medienraum der Thuner Stockhorn-Arena erinnert ein überdimensional grosses Plakat noch immer an das erste ganz grosse Highlight in der Geschichte des FC Thun. 1955 qualifizierten sich die Berner Oberländer sensationell für den Cupfinal, waren in jener Partie im Berner Wankdorfstadion dann aber bei der 1:3-Niederlage gegen den haushohen Favoriten FC La Chaux-de-Fonds chancenlos. Während sich die Neuenburger das Double mit Meisterschaft und Cupsieg holten, stiegen die Berner Oberländer in der Meisterschaft wieder in die Nationalliga B ab. Sie waren erst im Jahr zuvor erstmals überhaupt in die höchste Spielklasse aufgestiegen.

47 Jahre auf die Rückkehr ins Oberhaus gewartet

An das Ziel, den damals verpassten Cupsieg nachzuholen, wurden in den Folgejahren wenig Gedanken verschwendet. Denn der FC Thun klagte in jenen Jahren über sportliche Probleme, war dem Spitzenfussball nicht mehr nah. Auf die zweite Saison der Vereinsgeschichte in der Nationalliga A musste Thun nicht weniger als 47 Jahre lang warten. Doch nach dem Aufstieg 2002 etablierte sich Thun in den letzten zwei Jahrzehnten endlich richtig in der Super League. Man feierte unglaubliche Leistungen in der Champions League 2005, nach einem kurzen Tief mit einem Abstieg folgte 2010 der souveräne Wiederaufstieg. Seither belegten die Berner Oberländer stets einen Schlussrang zwischen 4 und 7. Doch bis in einen Cupfinal schaffte es der FCT bis heute nicht mehr.

Das will man in diesem Jahr ändern. Der FC Thun steht nach 2008 und 2014 endlich wieder im Cup-Halbfinal. Und nimmt man die Leistungen in dieser Saison als Massstab, dann gelten die Berner Oberländer sogar als Favorit im Duell gegen den FC Luzern. Der FC Thun belegt derzeit den dritten Rang in der Super League und hat gegen den heutigen Gegner in dieser Saison noch nie verloren (2 Siege, 1 Remis).

Thun klagt über viele verletzte Spieler

Doch zuletzt lief es nicht mehr rund beim Team von Trainer Marc Schneider. Seit dem Halbfinaleinzug gegen den FC Lugano siegte Thun nicht mehr, erspielte sich in den letzten acht Partien lediglich viermal ein Unentschieden. Besonders bitter war die Punkteteilung am letzten Samstag auswärts bei den Grasshoppers. Marvin Spielmann erzielte in der 92. Minute die Führung für Thun, doch GC konnte wenig später nach einem Penalty noch ausgleichen. Doch in jenem Spiel hätte man den Sieg nicht verdient gehabt, der Tabellenletzte GC war besser, Thun mit dem 1:1-Unentschieden somit gut bedient.

Erneut hatte Thun enttäuscht, wie so oft in den letzten Wochen. Von einer Krise will man im Berner Oberland zwar noch nichts wissen, kein Wunder bei der derzeitigen Tabellenposition, dennoch ist die Enttäuschung gross. Dies zeigt die Tatsache, dass Schneider nach dem Spiel gegen GC sogleich in den Katakomben verschwand und keine Interviews geben wollte. Stattdessen schickte er Sportchef Andres Gerber vor, der nach der Partie gegenüber SRF meinte: «Natürlich ist es bitter, so spät noch den Sieg aus der Hand zu geben. Aber objektiv betrachtet haben wir nicht mehr als einen Punkt verdient.»

Den Berner Oberländern passt die Aussenseiterrolle

Gerber wies aber auch darauf hin, dass viele wichtige Spieler verletzt fehlten. So waren im Letzigrund unter anderen Topskorer Dejan Sorgic, Captain Dennis Hediger, Matteo Tosetti oder Stefan Glarner nicht mit dabei. «Wir wollen nicht jammern, aber natürlich merkt man schon auch einen gewissen Qualitätsverlust, wenn vier, fünf Stammspieler nicht dabei sind», so Gerber, der hofft, dass er im heutigen Halbfinal gegen den FC Luzern wieder einige der ausgefallenen Spieler zurückhat.

Vor grossem Selbstvertrauen strotzen die Thuner also nicht, ihnen gefällt die Aussenseiterrolle aber bekanntlich durchaus. Gerber sagt: «Wir wissen, dass wir uns im Cup-Halbfinal steigern müssen im Vergleich zu den letzten Leistungen.» Marvin Spielmann, der Torschütze gegen GC, ergänzt: «Wir müssen trotz der negativen Serie weiter mutig und mit Selbstvertrauen auftreten. Denn wir wollen in den Final.» Der Einzug ins Endspiel wäre für Thun historisch.

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