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Timos Tor des Jahres

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Turi Bucher
Eine Alternative zur WM: Hier spielt der «FC Rehärze». (Bild: Hubert Aregger (Schüpfheim, 27. Mai 2018))

Eine Alternative zur WM: Hier spielt der «FC Rehärze». (Bild: Hubert Aregger (Schüpfheim, 27. Mai 2018))

Das ist richtig bitter für Gareth Bale oder alle kommenden WM-Torschützen: Das «Tor des Jahres» 2018 ist leider schon vergeben. Das Tor des Jahres wurde nämlich, wie Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, auf diesem Bild ersehen können, von unserem Leser Hubert Aregger geschossen. Und vor allem: wurde das Tor gebaut, und zwar vom 12-jährigen Timo Steffen.

Er war ja wirklich wunderschön und wird in diesem Jahr kaum noch zu übertreffen sein, der Fallrückzieher des walisischen Nationalspielers Gareth Bale im Champions-League-Final zwischen Real Madrid und Liverpool. Aber das Tor, das unser Leser Hubert Aregger auf seiner Bike-Tour im Entlebuch rund 1000 Meter über Meer beim Bauernhof «Rehärze» ob Schüpfheim entdeckt hat, ist ebenfalls ein ganz, ganz Besonderes.

Ja, geschossen – mit dem Fotoapparat – hat das Tor Leser Aregger. Doch die Entstehungsgeschichte dieses Tores, die hat es auch in sich. Gebaut wurde das ganz knapp nicht Fifa-konforme Fussballgoal nämlich von Timo. Der Sechstklässler, der jeweils sechs Kilometer mit dem Schulbus nach Schüpfheim zur Schule fährt, entdeckte eines freien Tages daheim im Stall des Bauernhofes der Eltern einen alten Hornschlitten. Dieser Schlitten wurde zu viel früheren Winterzeiten für den Heu- oder Holztransport verwendet. Timos Mutter erklärt: «Timo hat für das Bauen des Tores einen ganzen Tag gebraucht. Für das Auseinandersägen des Schlittens nahm er die Stichsäge. Die Motorsäge darf er natürlich noch nicht benutzen.» Danach knüpfte Timo mit sogenannten Strohballenschnüren das Tornetz.

Die Steffens betreiben auf ihrem Rehärze-Gut mitten in der Entlebucher Unesco- Biosphäre vor allem Milch­wirtschaft, aber auch ein bisschen Kräuteranbau (genau: für den weltberühmten Schweizer Bonbonproduzenten …). Seit rund 15 Jahren ist das Ehepaar Steffen in der Landwirtschaft tätig, Sepp Steffen hatte damals den schmucken Bauernhof von seinen Eltern übernommen.

Zurück zum Fussballgoal. Während Timo und seine Schwestern Nadine (14), Angela (9) und Michelle (7) unterdessen im «Stadion Rehärze» regelmässig «Mätschli» organisieren, hatte Vater Sepp beim ersten Anblick des Bauwerks die Hemdsärmel etwas hochgekrempelt und mit der Stirn gerunzelt. Gattin Sandra getraut es sich fast nicht zu sagen: «Sepp meinte nämlich, den Hornschlitten hätte man vielleicht noch zu einem Liebhaberpreis verkaufen können.» Doch unterdessen ist der Vater durchaus stolz auf die handwerklichen und auch fussballerischen Fähigkeiten seines Sohnes.

Übrigens, der Ball, der vor Sepp Steffens Hornschlitten, pardon, vor Timo Steffens Tor liegt, kündet farblich schon mal an, für wen Timo während der Fussball-WM 1000 Meter über Meer «Hopp» rufen wird: Für die Schweiz natürlich.

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