TISCHTENNIS: Die Baarer schaffen keinen Exploit

Aussenseiter haben an den Schweizer Meisterschaften in Biel einen schweren Stand. Aus Zentralschweizer Sicht spielt sich Rapid-Akteur Dimitri Brunner in den Kreis der Elite.

Merken
Drucken
Teilen
Baars Ramona Sperr scheitert in der Startrunde. (Bild: Roger Zbinden (19. Nov. 2016))

Baars Ramona Sperr scheitert in der Startrunde. (Bild: Roger Zbinden (19. Nov. 2016))

Wie erwartet blieben Aussen­seiter an der am Wochenende in Biel durchgeführten Schweizer Meisterschaft weitgehend chancenlos. Die fünf Titel gingen durchwegs an die gesetzten Favoriten: Lionel Weber und Rachel Moret verteidigten ihre Einzeltitel erfolgreich, Hotz/Schmid und Moret/Aschwanden sicherten sich die Doppelkronen, und am Samstag konnten Rahel Aschwanden und Filip Karin als Mixed-Meisterpaar gefeiert werden.

Zwei Ausreisser verliehen dem Championat eine besondere Dramaturgie. Der für St. Louis spielende Simon Schaffter spedierte bereits in der zweiten Runde den als Kronfavorit gehandelten zweitgesetzten Elia Schmid im sechsten Satz mit dem zweiten Matchball aus dem Turnier. Das zweite Glanzlicht war das Verdienst des mit einer T-Card in die Titelkämpfe gegangenen Rapid-Luzern-Spielers Dimitri Brunner (17). Nach dem nach reiflicher Überlegung vollzogenen Verzicht auf eine Karriere als Tischtennis-Profi spielte der Freiämter Junior völlig befreit auf. Vier Siege – leider ohne Resultat-Angabe vom Veranstalter – beförderten Brunner in die Runde der besten vier. Im Duell gegen Titelverteidiger Lionel Weber, der seit seiner Verletzung im November letzten Jahres an der SM erstmals wieder ein Turnier bestritt, fiel die Entscheidung zu Gunsten Webers erst im Finalset, das Brunner mit dem 22:20-Gewinn des sechsten Durchgangs erzwungen hatte.

An der Seite von Lars Posch gewann Brunner im Doppel eine weitere Bronzemedaille. Seine Darbietung in Biel lässt den für den deutschen Verein Freiburg spielenden Rapid-Akteur in den Kreis der engeren Schweizer Elite vorrücken.

Sperr und Merz sind kein Faktor

Ramona Sperr und Philip Merz, die beiden weiteren Einzelkämpfer des Innerschweizer Verbandes, konnten nie entscheidend in das Geschehen eingreifen. Die mit Medaillen belohnten Glanzleistungen der Rapid-Luzern-Gastspielerinnen Céline Reust und Salomé Simonet vermögen die regionale Bilanz nicht aufzupolieren. Dank Dimitri Brunner hat das dreiköpfige regionale Minikontingent das Maximum herausgeholt.

Bedenklich gesunken sind Interesse und Spielqualität. Innerhalb von nur zwei Jahren ist das regionale SM-Aufgebot um gut die Hälfte gesunken. Im Jahr 2008 war der Innerschweizer Verband an den Schweizer Meisterschaften in Sursee – man glaubt es kaum – noch mit 20 Aktiven (14 Männer und 6 Frauen) präsent.

Frank Marti

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Schweizer Meisterschaft

Männer, Elite. Resultate der Zentralschweizer. Männer Einzel (64 Teilnehmer). 1. Runde: Dimitri Brunner (A20, T-Card/4) s. Nicolai Matuschek (A17, Zürich Affoltern). Philip Merz (A18, T-Card) u. Simon Schaffter (A18, T-Card). – 2. Runde: Brunner s. Dominik Moser (A17, Young Stars ZH). – Achtelfinals: Brunner s. Gaël Vendé (A19, ZZ-Lancy) 4:0. – Viertelfinals: Brunner s. Lars Posch (A19, Wädenswil) 4:2. – Halbfinal: Lionel Weber (A20, T-Card/1) s. Brunner 4:3 (7,-8,3,-6,3,­ -20,6). – Final: Weber s. Nicola Mohler (A20, T-Card/3) 4:3 (-9,4,-7,-7,9,5,9).

Männer, Doppel (32 Paare): Dimitri Brunner/Lars Posch (T-Card/Wädenswil) s. Perroud/Carré (Bulle). Philip Merz/Filippo Nick (T-Card/Rapperswil Jona) s. Busslinger/Von Däniken (Young Stars ZH). – 2. Runde: Brunner/Posch s. Bühlmann/Ayadi (Thun/Rio Star

Muttenz). Merz/Nick u. Hotz/Schmid (Wil SG/Rio Star Muttenz/2). – Viertelfinals: Brunner/Posch u. Vorherr/Karin (Pratten/Rio Star Muttenz/5) 2:3. – Final: Hotz/Schmid (2) s. Rebetez/Vendé (1) 3:1 (9,7,-7,7).

Frauen, Elite (21 Teilnehmerinnen). 1. Runde: Ramona Sperr (A17, Baar) u. Alexandra Tchalakian (A18, Gland). – Final: Rachel Moret (A20, Meyrin/1) s. Rahel Aschwanden (A20, Wil SG/2) 4:2 (-10,-6,6,8,10,3).

Frauen, Doppel (10 Paare). 1. Runde: Ramona Sperr/Deborah Suter (Baar/Bremgarten) u. Tchalakia/Rebetez (Gland/Côte Peseux). – Final: Rachel Moret/Rahel Aschwanden (1) s. Céline Reust/Salomé Simonet (Rapid Luzern/Fribourg/2) 3:0 (2,8,10).

Gemischtes Doppel (21 Paare). Vorrunde: Céline Credaro/Philip Merz (Spreitenbach/ T-Card) s. Deborah Alimpinisis-Hofer/Nicolai Matuschek (Worb/Zürich Affoltern). – 1. Runde: Ramona Sperr/Filippo Nick (Baar/Rapperswil Jona) s. Sandra Busin/Dominik Moser (Young Stars ZH). Credaro/Merz u. Monika Göggel/Erik Borter (Aarberg/Rio Star Muttenz). – Viertelfinals: Sperr/Nick u. Rachel Moret/Nicola Mohler (Meyrin/T-Card). – Final: Rahel Aschwanden/Filip Karin (Wil SG/Rio Star Muttenz/2) s. Moret/Mohler 3:2 (-6,8,7,-12,5).