Top-Besetzung bei Spitzenleichtathletik Luzern

Spitzenleichtathletik Luzern wartet bei seiner 26. Austragung am Dienstag auf der Luzerner Allmend mit einer Top-Besetzung auf. Mit 100-m-Weltmeister Yohan Blake aus Jamaika ist der derzeit schnellste Mann der Welt am Start.

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Sprinterin Veronika Campbell-Brown aus Jamaika und  Kugelstösserin Valerie Adams (rechts) aus Neuseeland sind nur zwei der Stars von Spittzenleichtathletik Luzern. (Bild: Keystone)

Sprinterin Veronika Campbell-Brown aus Jamaika und Kugelstösserin Valerie Adams (rechts) aus Neuseeland sind nur zwei der Stars von Spittzenleichtathletik Luzern. (Bild: Keystone)

Die Meeting-Direktoren vieler renommierter Meetings werden am Dienstagabend um kurz nach halb acht neidisch nach Luzern schielen. Mit der Verpflichtung von Yohan Blake ist den Organisatoren von «Spitzenleichtathletik Luzern» ein absoluter Coup gelungen. Erstmals in diesem Jahr tritt der 22-jährige Jahresschnellste über 100 m (9,75) und 200 m (19,80), der an den nationalen Ausscheidungen in Kingston Usain Bolt zweimal bezwungen hat, in Europa an. Es wird Blakes letzter Test über 100 m sein, bevor es in knapp drei Wochen im Olympiastadion in London zum Showdown zwischen ihm, seinem Trainingspartner Bolt, Asafa Powell, Tyson Gay und Justin Gatlin kommen wird.

Gute Kontakte und schöne Region als Trümpfe

Wie haben es die Organisatoren geschafft, Blake in die Schweiz zu locken? «Konstanz, Vertrauen und Sympathie», nennt Meeting-Direktor Max Plüss als Gründe, warum immer wieder renommierte Athleten den Weg in die Innerschweiz finden. «Bei uns steht das Persönliche im Vordergrund», so Plüss. Er und die rund 30 OK-Mitglieder sowie die knapp 300 Helfer arbeiten unentgeltlich für das Meeting, das seit 1987 jährlich stattfindet. Gute Kontakte von Athleten-Verpflichter Terry McHugh sowie die schöne Region sind weitere Trümpfe, um die monetären Nachteile zu kompensieren. Blakes Marktwert liegt bei rund 150'000 Dollar, ein Betrag, den sich McHugh nicht leisten kann, stehen ihm doch für die rund 250 Athleten nur knapp 300'000 Franken zur Verfügung. Das Budget für die gesamte Veranstaltung, die seit vier Jahren von Eurosport live übertragen wird, beträgt 750'000 Franken.

Einen spezifischen Vorteil für das Luzerner Meeting ergibt sich in diesem Jahr aus der Kalenderplanung. Die Athleten aus Übersee befinden sich auf dem Weg an die Olympischen Spiele und können in Luzern abseits der grossen Bühnen und ohne gegen ihre stärksten Konkurrenten antreten zu müssen ihre Form unter Wettkampfbedingungen testen. Mit Michael Frater (Jam/100 m), der 200-m-Sprinterin Veronica Campbell-Brown (Jam), Weitspringerin Brittney Reese (USA) und der neuseeländischen Kugelstösserin Valerie Adams, die ihre Trainingsbasis in Magglingen hat, sind vier weitere Weltmeister von Daegu 2011 in Luzern am Start. «Bis jetzt habe ich mein Kommen nicht bereut. Die Stadt und die Umgebung gefallen mir sehr gut», sagte Campbell-Brown. Die Olympiasiegerin von Peking und WM-Zweite von 2007 und 2009 hofft, auf der Allmend «Schwung für Olympia zu holen».

Starke Sprinter

Über 100 m der Männer treten neben Blake und Frater fünf weitere Läufer an, die eine persönliche Bestzeit von unter zehn Sekunden aufweisen. Starke Teilnehmerfelder präsentieren sich auch in den beiden Hürdensprints. David Oliver, 2011 der Jahresschnellste und Gewinner von WM-Bronze, will Revanche nehmen für die an den US-Trials verpasste Olympia-Qualifikation. Bei den Frauen trifft Kellie Wells (USA), die Nummer 3 der Jahresweltbestenliste, auf ihre Landsfrauen Kristi Castlin und Ginni Crawford. Mit Ryan Braithwaite (Bahamas/110 m Hürden), Jaroslaw Rybakow (Russ/Hoch), Debbie Ferguson-McKenzie (Bahamas/200 m), Priscilla Lopes-Schliep (Ka/100 m Hürden), Anna Rogowska (Pol/Stab) und Christina Obergföll (De/Speer) sind weitere ehemalige WM- und Olympiamedaillengewinner am Start.

Absage von Pusterla

Von den Schweizer Athleten wird die Stabhochspringerin Nicole Büchler ihre Form im Hinblick auf die Olympischen Spiele testen. 2005 war die Bernerin erstmals in Luzern dabei, seither kommt sie immer wieder gerne zurück. «Die Stimmung ist super, und ich bin hier immer gut gesprungen», so Büchler. Die fehlende Konstanz ist derzeit Büchlers grösstes Problem. Auf eine gute Leistung folgt eine schlechte, sogar innerhalb eines Wettkampfs gibt es Aufs und Abs. Auf ihren Schweizer Rekord von 4,60 m in Riehen folgte Ende Juni an den EM in Helsinki mit drei Nullern in der Qualifikation der saisonale Tiefpunkt. Die Schwankungen kann sich Büchler nicht erklären. In Luzern will sie «technisch sauber springen», in London strebt sie die Finalqualifikation an.

Ebenfalls einem Olympia-Formtest unterziehen sich 200-m-Läuferin Léa Sprunger sowie ihre Staffel-Kolleginnen Jacqueline Gasser (200 m), Marisa Lavanchy (100 m) und Clélia Reuse (100 m Hürden). Ihren Start in Luzern absagen musste die Tessiner Weitspringerin Irene Pusterla. Die EM-Siebente von Helsinki leidet an einer leichten Muskelverhärtung und will im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt kein Risiko eingehen. Auf der Allmend auch am Start sind die Hochspringerin Beatrice Lundmark und 200-m-Sprinter Marc Schneeberger. Beide haben die Qualifikation für London nicht geschafft.

Christian Finkbeiner

HINWEIS
CKW offeriert allen Besuchern freien Eintritt auf den Stehplätzen. Sitzplätze kosten zwischen 29 und 49 Franken. Das Meeting wird live auf Eurosport übertragen. Weitere Infos auf www.spitzenleichtathletik.ch
 

Zeitplan Spitzenleichtathletik Luzern

Nationales Programm ab 16.30 Uhr. – Internationales Programm. 17.29 Uhr: Stab Frauen. - 17.34 Uhr: Hoch Frauen. - 18.03 Uhr: Hammer Männer. - 18.08 Uhr: Weit Männer. - 18.56 Uhr: 400 m Männer. - 19.17 Uhr: Rollstuhl Frauen. - 19.26 Uhr: Rollstuhl Männer. - 19.35 Uhr: Speer Frauen. - 19.38 Uhr: 100 m Männer. - 19.51 Uhr: Hoch Männer. - 19.56 Uhr: 100 m Hürden Frauen. - 20.14 Uhr: 3000 m Frauen. - 20.29 Uhr: Kugel Frauen. - 20.34 Uhr: 100 m Frauen. - 20.40 Uhr: Weitsprung Frauen. - 20.53 Uhr: 110 m Hürden Männer. - 21.12 Uhr: 200 m Männer. - 21.21 Uhr: 200 m Frauen. - 21.33 Uhr: 400 m Hürden Frauen. - 21.43 Uhr: 3000 m Steeple Männer.

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