HCKL-Topskorer Hleb Harbuz: «Wir spielen noch mehr als Mannschaft. Es braucht nicht zehn Tore von mir»

Der Krienser Hleb Harbuz will im Heimspiel gegen St.Otmar St.Gallen (Samstag, 18 Uhr) zu alter Torgefahr finden. Greift der Rückraum zur Brechstange?

Stephan Santschi
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«Die erste Halbzeit war okay, die zweite katastrophal. Das ist nicht normal für mich.» Bei der Beurteilung der eigenen Leistung nimmt Hleb Harbuz kein Blatt vor den Mund. Beim 31:27-Heimsieg am Mittwoch gegen Endingen geriet der linke Aufbauer des HC Kriens-Luzern nach der Pause aus dem Tritt, vergab Abschlüsse in ungewohnter Manier und verwarf zwischendurch frustriert die Hände. Verrückt machen lässt er sich deshalb aber nicht. «Das kann passieren, so ist der Sport», erzählt Harbuz, und mit Blick auf die Heimpartie gegen St.Otmar St.Gallen (Samstag, 18 Uhr, Krauerhalle) fügt er an: «Im nächsten Spiel will ich es besser machen.»

Der 26-jährige Weissrusse Hleb Harbuz möchte besser spielen als zuletzt.

Der 26-jährige Weissrusse Hleb Harbuz möchte besser spielen als zuletzt.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Zürich, 29. September 2020)

So richtig ist Hleb Harbuz aber generell noch nicht der Alte, wenn man ihn mit den Auftritten der vergangenen Saison vergleicht, als er mit grossem Vorsprung Liga-Topskorer war und sogar zum MVP der NLA gewählt wurde. «Hleb wirkt gehemmt. Wieso, weiss ich nicht», sagte jüngst sein Trainer Goran Perkovac. Stimmt das, Herr Harbuz? «Ich kann sicher besser spielen. Doch ich fühle mich gut», entgegnet der 26-jährige Weissrusse.

Mit Lapajne verändert sich das Angriffsspiel

Auffällig ist, dass es seinen Offensivaktionen etwas an Selbstvertrauen und Entschlossenheit mangelt. «Der Trainer fordert von mir mehr Bewegung zum Tor, das ist korrekt», sagt Harbuz. Der 1,91 Meter grosse Aufbauer weist aber daraufhin, dass sich das Krienser Spiel etwas verändert habe. «Wir spielen noch mehr als Mannschaft. Es braucht nicht zehn Tore von mir, alle leisten ihren Beitrag. Wenn ich mehr Pässe zu meinen Mitspielern spiele, ist das ja nicht schlecht.» So gab er auch zuletzt gegen Endingen mehrere Assists an den Flügel oder zu seinen Kollegen im Rückraum.

Hinzu kommt, dass mit dem Slowenen Janus Lapajne ein neuer Spielmacher im Wechsel mit Moritz Oertli die Fäden im Angriff zieht. «Janus spielt anders, geht viel in die Zweikämpfe. Moritz macht das Spiel schnell, das passt Harbuz besser», erklärt Perkovac und hält fest: «Hleb muss sich daran gewöhnen, das ist nur eine Frage der Zeit. Er ist für uns ein enorm wichtiger Spieler. Kommt er besser in Form, werden wir noch stärker und gefährlicher sein.»

Routinierte St.Galler werden Kriens fordern

Tatsächlich ist es Jammern auf hohem Niveau, wenn man die Auftritte von Harbuz kritisiert. Zwar lässt er das Unwiderstehliche der letzten Saison bislang etwas vermissen. Mit 41 Treffern ist er aber weiterhin der Krienser Topskorer und immerhin auf Platz sechs der Torschützenliste klassiert. «Auch wenn Harbuz nicht trifft, so muss er doch weiterhin aufs Tor schiessen. Er ist ein starker Werfer und muss den Abschluss mehr mit der Brechstange erzwingen», sagt Trainer Perkovac.

Am Samstag wird Tabellenführer Kriens-Luzern jedenfalls einen starken Harbuz brauchen, um sich gegen die routinierten St.Galler durchzusetzen. «Ich möchte Vollgas geben, richtig Druck machen, zwei Punkte gewinnen und in der Tabelle die Nummer eins bleiben», stellt Harbuz klar. Und Perkovac betont: «Mit Pendic, Jurca und Maros im Rückraum kann St.Gallen jeden Gegner in Schach halten. Decken wir aber so gut wie zuletzt, wird Otmar gegen uns nichts ausrichten können.»

Handball
Männer, NLA. 8. Spieltag: Kriens-Luzern – St.Otmar St.Gallen (Samstag, 18 Uhr, Krauerhalle).

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