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TOUR DE FRANCE: Küng: «Nur die Schweizer Schokolade fehlt»

Der Ostschweizer Stefan Küng macht an der Tour de France einen guten Eindruck. Der 23-Jährige sagt, was an der Tour anders ist und wie viel Schweiz in seinem Team BMC steckt.
Tom Mustroph
Stefan Küng. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Stefan Küng. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Für einen Neuling bei der Tour de France setzt Stefan Küng schon sehr starke Akzente. Beinahe wäre er in die Fussstapfen von Fabian Cancellara getreten und hätte das gelbe Trikot im Zeitfahren geholt. Danach stellte er sich in den Dienst des Tourmitfavoriten Richie Porte.

Stefan Küng, wie fällt Ihr Zwischenfazit für die ersten Tourtage aus?

Es ist einfach cool, hier dabei zu sein. Es ist das wichtigste Rennen im Radsport. Das spürt man durch die Atmosphäre rings herum, aber auch im Rennen selbst. Allein wenn man sich die Ausreissergruppen anschaut, die bestehen teilweise aus acht Weltklasseleuten. Da ist es unglaublich schwierig, in die Gruppen zu kommen.

Für Sie selbst lief es aber schon ganz gut, bevor es überhaupt um Fluchtgruppen ging?

Stimmt, ich hatte einen schönen Erfolg beim Auftaktzeitfahren mit dem zweiten Platz.

Wie war es, am gelben Trikot zu schnuppern? Haben Sie damit geliebäugelt, es sich in den Tagen danach zu holen?

Am ersten Tag wollte ich auf Sieg fahren. Da wäre das Gelbe dann automatisch gekommen. In den Tagen danach wurde es schwierig. Und dann kam der Bergauf-Finish in Longwy. Aber ich nehme aus den ersten Tagen viel Selbstbewusstsein mit. Das hilft sicher für die Zukunft.

Haben Sie sich durch das umstrittene Trikot von Team Sky mit den aerodyna­mischen Applikationen im Nachteil gefühlt?

Nein. Ich habe das natürlich später gelesen, was Fred Grappe etwa gesagt hat. Aber der Hersteller, der das anbietet, der ist mittlerweile vom Markt verschwunden, so dass ich nicht mal weiss, ob das ein echter Vorteil ist. Man muss einfach anerkennen: Geraint Thomas war an diesem Tag sehr stark.

Was hat Sie bei dieser Tour als Neuling bislang am meisten überrascht?

Dass die Fluchtgruppen sich so schnell finden. Aus anderen Rennen ist man es gewohnt, dass 50 oder 80 km gekämpft wird, um reinzukommen. Hier aber geht das extrem schnell.

Im Vergleich zum Giro, den Sie kennen: Was ist bei der Tour anders?

Am Giro ist alles rosa, hier ist alles gelb (lacht). Ich bin ja schon gegen viele der Weltklasseleute hier bei anderen Rennen gefahren. Aber der Unterschied ist, dass man sich selbst bei den kleineren Rennen vielleicht extra vorbereitet, während andere im Aufbau sind. Hier sind aber alle auf den Punkt fit. Das Niveau ist einfach höher.

Wie schauen Sie auf die Berge?

Oh, ich weiss, dass das sehr hart wird. Ich will einfach durchkommen. Aber schon das wird schwer.

Wozu ist Ihr Teamleader Richie Porte in der Lage? Kann er die Tour gewinnen?

Er hat nachgewiesen, dass er mit den Besten mithalten kann. An der Planche des Belles Filles ­haben wir Arbeit investiert, um den Etappensieg zu holen. Er war vorn mit dabei.

Aber mit dem Etappensieg hat es nicht geklappt. Gab es da taktische Fehler?

Ach, wenn es geklappt hätte, hätten alle gesagt: Chapeau vor Team BMC. Jetzt redet man von Fehler. Das Gute ist: Wir hatten einen klaren Plan. An den haben wir uns gehalten. Und es waren ja auch nur zwei Mann von uns in der Führungsarbeit, es hat nicht das gesamte Team Arbeit investiert.

Wie viel Schweiz steckt eigentlich in Team BMC?

Wir sind drei Fahrer aus der Schweiz, das macht schon einen Drittel. Hinzu kommt das ganze Umfeld. Wir haben auch ein Schweizer Kreuz auf dem Trikot und eine Schweizer Uhr am Handgelenk. Das ist schon eine ganze Menge. Nur die Schweizer Schokolade fehlt.

Interview: Tom Mustroph

sport@luzernerzeitung.ch

Tour de France

104. Tour de France. 7. Etappe, Troyes – Nuits-Saint-Georges (213,5 km): 1. Kittel (GER) 5:03:18. 2. Boasson Hagen (NOR). 3. Mathews (AUS). 4. Kristoff (NOR). 5. Degenkolb (GER). 6. Groenewegen (NED). 7. Selig (GER). 8. Bouhanni (FRA). 9. Greipel (GER). 10. McLay (GBR). 11. Démare (FRA). Ferner: 35. Porte (AUS). 44. Quintana (COL). 45. Thomas (GBR). 48. Froome (GBR). 51. Danilo Wyss (SUI). 53. Aru (ITA). 54. Bardet (FRA). 66. Contador (ESP). 75. Küng (SUI). 100. Frank (SUI). 118. Schär (SUI), alle gleiche Zeit wie Kittel. 146. Albasini (SUI) 0:52 zurück. 155. Hollenstein (SUI) 1:20.

Gesamtklassement: 1. Froome 28:47:51. 2. Thomas 0:12. 3. Aru 0:14. 4. Martin (IRL) 0:25. 5. Porte 0:39. 6. Yates (GBR) 0:43. 7. Bardet 0:47. 8. Contador 0:52. 9. Quintana 0:54. 10. Majka (POL) 1:01. Ferner: 27. Frank 2:36. 83. Albasini 13:30. 87. Wyss 14:17. 111. Küng 16:31. 162. Schär 25:24. 189. Hollenstein 37:16.

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