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TOUR DE FRANCE: Mann in Grün muss aufgeben

Der Deutsche Marcel Kittel erlebt einen besonders bitteren Rückschlag, Chris Froome verspottet einen direkten Rivalen, und der ehemalige Skispringer Primoz Roglic gewinnt die 17. Etappe.
Tom Mustroph
Muss die Tour de France frühzeitig beenden: der Deutsche Marcel Kittel. (Bild: Chris Graythen/Getty (19. Juli 2017))

Muss die Tour de France frühzeitig beenden: der Deutsche Marcel Kittel. (Bild: Chris Graythen/Getty (19. Juli 2017))

Tom Mustroph

sport@luzernerzeitung.ch

Marcel Kittel, bisheriger Leader der Punktewertung, stieg an den Folgen eines Sturzes bereits in der ersten Hälfte der 17. Etappe aus. Im Lager seines Teams Quickstep nahm man den Rückschlag aber sportlich zur Kenntnis. «Marcel ist mit Stil ausgestiegen. 10 km nach dem Crash ist er noch bei mir am Teamfahrzeug vorbeigekommen und hat nach einer neuen Sonnenbrille gefragt», sagte der sportliche Leiter Brian Holm. Kittel war bereits nach 20 Kilometern in einen Sturz mitten im Hauptfeld verwickelt worden. Er musste nach dem Sturz erst lange auf ein Ersatzrad warten. Später sah man ihn mit einer Packung Eis an der rechten Schulter. In den Zwischensprint bei Kilometer 47,5 konnte er nicht mehr eingreifen. Hier sicherte sich sein Rivale Michael Matthews die volle Punktzahl und verkürzte den Rückstand auf nur neun Zähler.

All das mochte Kittel zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr recht interessieren. Der Mann in Grün kämpfte gegen die Schmerzen im eigenen Körper und gegen ein Feld, das beim Aufstieg zum Col de la Croix de Fer keine Gnade kannte. Auf dem Weg zu diesem Berg des Eisernen Kreuzes musste er aufgeben. Grün wanderte am Ende des ­Tages an Matthews.

Froome wegen Aru «überrascht»

Für Kittel ist die Aufgabe ungemein bitter. Denn diese Frankreichrundfahrt bot ihm nach dem Ausschluss von Peter Sagan die historische Chance, das Trikot des besten Sprinters zu gewinnen. Gewöhnlich haben in dieser Wertung kletterstarke Sprinter wie Sagan oder eben Matthews Vorteile. Kittel hatte mit seinen fünf Tagessiegen aber so viel vorgelegt, dass das Trikot auch für ihn in Reichweite war. Der Kampf um Grün ist nun vorzeitig entschieden.

Der Kampf um Gelb hingegen ist weiter offen. Die Männer im Gesamtklassement schienen gestern sich mehr markieren zu wollen, als sich gegenseitig den entscheidenden Schlag zu versetzen. In diesem Pokerspiel hatte lediglich Fabio Aru ein schlechtes Blatt. Der italienische Meister musste am Galibier mehrmals seinen Rivalen hinterherfahren. Er hatte auf dem Gipfel einen Rückstand von 10 Sekunden, der sich auf der Abfahrt auf 31 Sekunden erhöhte.

«Ich hatte eine Art Schattenspiel zwischen den Klassementfahrern erwartet. Das war meine Einstellung, und deshalb bin ich den Jungs auch nur gefolgt. Ich habe vor allem an morgen gedacht. Ich war ganz überrascht, dass ein paar von meinen Rivalen richtig zu kämpfen hatten, ganz besonders Fabio Aru», sagte Froome im Ziel, und man konnte den Spott deutlich in seinen Worten heraushören. Sein französischer Herausforderer Romain Bardet hatte mehrfach attackiert, war aber nicht entscheidend weggekommen. Bardet, eigentlich durchaus endschnell, hatte dann im Sprint um die Bonussekunden das Nachsehen gegenüber Rigoberto Uran, der Etappenzweiter wurde, und Froome, der als Dritter einkam. Froome führt jetzt mit 27 Sekunden vor den zeitgleichen Uran und Bardet.

Aru ist auf Platz vier abgerutscht, liegt 53 Sekunden zurück. «Es ist kein Drama. Ich bin sogar ganz zufrieden, dass es so glimpflich ausgegangen ist. Wenn man am Gipfel schon zurückliegt, dann können in der Abfahrt aus zehn Sekunden schnell zwei Minuten werden. Fabio hat sich gut verteidigt», meinte Astanas Sportdirektor Giuseppe Martinelli. Martinelli vermutet, dass Aru zwischen 2100 und 2300 m Höhe zu wenig Sauerstoff in den Lungen hatte. «Das kann passieren. Morgen bei der Bergankunft am Izoard wird das schon ganz anders aussehen. Das liegt Fabio», blickte Martinelli auf die heutige Alpenetappe voraus. Hier dürften tatsächlich deutlichere Abstände herausgefahren werden. Aktuell zumindest darf sich Chris Froome als Sieger fühlen. Seine Sky-Truppe war bis ins Finale wieder zahlenmässig stark vertreten. Sie wurde auch weniger herausgefordert als erwartet.

Den Tagessieg sicherte sich der Slowene Primoz Roglic. Der frühere Skispringer hatte im Vorjahr bereits im Giro d’Italia ein Zeitfahren gewonnen und heuer an der Tour de Romandie ebenfalls im Kampf gegen die Uhr triumphiert.

Tour de France

17. Etappe, La Mure – Serre-Chevalier (183 km): 1. Roglic (SLO) 5:07:41. 2. Uran (COL) 1:13 zurück. 3. Froome (GBR). 4. Bardet (FRA). 5. Barguil (FRA), alle gleiche Zeit. 6. Landa (ESP) 1:16. 7. Martin (IRL) 1:43. 8. Contador (ESP) 1:44. 9. Meintjes (RSA). 10. Aru (ITA). 11. Frank (SUI). Ferner: 14. Yates (GBR) 3:14. 16. Caruso (ITA) 5:07. 23. Quintana (COL) 7:47. 57. Danilo Wyss (SUI) 28:46. 81. Schär (SUI) 33:41. 108. Küng (SUI). 110. Hollenstein (SUI). 129. Albasini (SUI), alle gleiche Zeit. – 172 Fahrer gestartet, 169 klassiert. – Aufgegeben u. a.: Kittel (GER), Pinot (FRA).

Gesamtklassement: 1. Froome 73:27:26. 2. Uran 0:27. 3. Bardet 0:27. 4. Aru 0:53. 5. Landa 1:24. 6. Martin 2:37. 7. Simon Yates 4:07. 8. Meintjes 6:35. 9. Contador 7:45. 10. Barguil 8:52. 11. Caruso 10:03. 12. Quintana 12:54. Ferner: 29. Frank 1:11:53. 30. Roglic 1:13:00. 72. Küng 2:22:43. 75. Schär 2:25:35. 85. Wyss 2:33:41. 102. Albasini 2:48:30. 153. Hollenstein 3:33:06.

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