Trainer Goran Perkovac: «Mit Angst kann man nicht Handball spielen»

Der HC Kriens-Luzern verliert auswärts gegen Suhr Aarau mit 21:26 und damit auch die Tabellenführung in der NLA.

Stephan Santschi
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Levin Wanner läuft in Position, hebt ab und bezwingt Goalie Marjanac mit einem Ball ins lange Eck. Auch der siebte Versuch des rechten Flügels sitzt, am Ende weist er eine makellose Bilanz auf. Nur: Das 20-jährige Ausnahmetalent war am Sonntagnachmittag der einzige Krienser, der sein Rendement abrufen konnte. Der Rest der Mannschaft schickte sich in der zweiten Halbzeit in eine offensive Fehlerorgie, die Übersicht ging komplett verloren und so drehte Suhr Aarau den 13:14-Pausenrückstand noch in einen komfortablen 26:21-Sieg. «Zum x-ten Mal spielen wir eine souveräne erste Hälfte und verschlafen die zweite total», ärgerte sich Trainer Goran Perkovac. Eine Erklärung dafür habe er nicht. «Schon gegen Metalurg und Winterthur war nicht der Gegner für unser Scheitern entscheidend. Wir machen die Fehler, wir schlagen uns selber.»

Trainer Goran Perkovac war mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden.

Trainer Goran Perkovac war mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus

Deutlich wurde erneut, dass Hleb Harbuz, der Liga-Topskorer der letzten Saison, in einem Formtief steckt. «Hleb ist neben seiner Rolle, auch Janus Lapajne muss mehr Verantwortung übernehmen», sagte Perkovac mit Bezug auf den Spielmacher. Und da auch der rechte Aufbauer Tomas Piroch, der den an der Schulter verletzten Jernej Papez vertrat, überhaupt nicht auf Touren kam, generierte der Rückraum der Luzerner in corpore viel zu wenig Druck. Die offensive und aggressive Abwehr der Aargauer, die zwischen einem 5:1 und einem 4:2 pendelte, kaufte ihnen den Schneid auf der ganzen Linie ab, schien meist schon im Voraus zu wissen, welchen Weg die gegnerischen Angreifer nehmen werden. «Offensive Verteidigungen liegen uns nicht. Unsere Rückraumspieler müssen sich dann mehr bewegen und dann haben sie Angst vor Fehlern. Und mit Angst kann man nicht Handball spielen», hielt Perkovac fest.

Erstmals keine englische Woche für die Krienser

Der HC Kriens-Luzern verliert nach der zweiten Meisterschaftsniederlage die Tabellenführung in der NLA, rutscht auf den dritten Platz ab. Perkovac ist froh, dass er nun erstmals seit dem Saisonbeginn richtig Zeit hat, um mit dem Team zu trainieren. Bisher hatten die Luzerner nur englische Wochen absolviert, die nächste Partie steht am kommenden Samstag auswärts gegen Wacker Thun auf dem Programm. «Dort wollen wir gewinnen», betont Perkovac. Und hofft auf die Rückkehr von Papez, dessen Geradlinigkeit und Kampfkraft in Aarau schmerzlich vermisst worden sind.

Suhr Aarau – Kriens-Luzern 26:21 (13:14)
Schachen. – 586 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau, 6-mal 2 Minuten plus rote Karte für Lavric (54./22:19) gegen Kriens-Luzern.
Suhr Aarau: Marjanac/Grazioli; Poloz (3), Ferraz (10), De Abreu (2/1), Aufdenblatten (2), Reichmuth (2), Slaninka (2), Strebel; Laube, Zehnder (5), Parkhomenko, Attenhofer, Brandt. – Kriens-Luzern: Bar/Eicher; Wanner (7), Piroch (2), Lapajne (2), Harbuz (2/1), Blättler (4), Gavranovic (2), Lavric; Oertli (1), Rellstab, Schlumpf (1), Delchiappo.
Bemerkung: Bar pariert Penalty von De Abreu (29./13:13).