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Trainer vergiesst Freudentränen

Nachgefragt
Interview Stefanie Meier
Trainer und Präsdent des BTV Luzern: Beni Boos. (Bild: Roger Grütter)

Trainer und Präsdent des BTV Luzern: Beni Boos. (Bild: Roger Grütter)

Der Dreifachsieg in der K7 warf Beni Boos, Trainer und Präsident des BTV Luzern (44), komplett aus der Bahn. Für einmal entglitt ihm die Kontrolle. Er, der sonst cool reagiert und immer einen guten Spruch auf Lager hat, wurde Knall auf Fall von seinen Gefühlen überrannt. Die Arme über den Kopf geworfen, schrie er bei der Rangverkündigung aus vollem Halse und sackte sogleich innerlich zusammen. Erfolge, die auch sein Verdienst sind.

Beni Boos, wie erklären Sie sich diesen Dreifacherfolg?

Sandra Garibay, Nicole Strässle und Paciane Bo Studer haben in den letzten Jahren gelernt, gut mit ihrer Energie zu haushalten. Nicole, die oftmals vor so grossen Anlässen mit Erschöpfungserscheinungen zu kämpfen hat, kennt ihren Körper mittlerweile so gut, dass sie die Intensität der Trainings entsprechend ihrem Zustand anpasst. Im Training lege ich viel Wert auf einen guten Mix zwischen Freude, Spass und gezielter Konsequenz. Turnen soll in ihrem Kopf positive Gefühle hervorrufen – und keineswegs umgekehrt.

Wie gehen Sie vor, damit eine Turnerin dem Druck standhalten kann?

Ein Wettkampf ist nichts weiter als ein Training – nur ist der Adrenalinpegel höher, und auf der Tribüne sitzen Zuschauer. Damit dieser kleine Unterschied zwischen Training und Wettkampf zur Nebensache wird, muss die Turnerin von ihrem Können zu 100 Prozent überzeugt sein. Nehmen wir Sandra als Beispiel: Sie springt ihren Doppelsalto mit halber Drehung schon zum 1000. Mal problemlos. Warum sollte es beim 1001. Mal nicht auch klappen? Und so ist sie im Gerätefinal diesen Sprung nicht einmal mehr eingesprungen. Nicht, weil sie keine Lust hatte, sondern weil sie genau wusste, dass sie es draufhat. Dasselbe gilt für Paciane Bo Studer am Boden, die nebst den ordentlichen Trainings beim TZN Nidwalden als Ergänzung in der Sektion des BTV Luzern mitturnt. Egal, welche Verhältnisse sie antrifft, das Geheimnis ist ihre Routine und ihr grosses Selbstvertrauen. Deshalb gewann sie im Gerätefinal auch Gold.

Sie haben an der Rangverkündigung geweint.

Das hat wohl jeder mitgekriegt. Was Sandra, Nicole und Paciane geleistet haben, hat mich einfach überwältigt. Ich weiss, wie nahe Sieg und Niederlage beieinander liegen. Ich musste auch mit ansehen, wie Nicole in den letzten Jahren jeweils knapp das Podest verpasste. Diese Bronzemedaille mag ich ihr von Herzen gönnen.

Schätzen Sie das Niveau höher ein als im Vorjahr?

Ja, das Niveau ist höher. Das liegt an den immer schwieriger werdenden Elementen, die in die Übungen miteingebaut werden. Der Turnsport gewinnt dadurch enorm an Attraktivität. Wir werden in den nächsten Jahren noch viel mehr zu sehen bekommen.

Wie steht es um den Nachwuchs im Verband Luzern, Ob- und Nidwalden?

Wir haben einige gute Turnerinnen im Verband. Doch damit sie noch besser werden, brauchen wir auch gut ausgebildete Leiter. Auch das haben wir, zum Glück. Aber wenn ich sehe, wie viele Turnerinnen Woche für Woche bei uns in der Halle stehen, brauchen wir künftig noch viel mehr qualifizierte Leiter. Das wird eine grosse Herausforderung, aber wenn wir den Fokus darauf legen, schaffen wir für den Nachwuchs im Turnsport auch in Zukunft eine optimale Grundlage.

Interview Stefanie Meier

regionalsport@luzernerzeitung.ch

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