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TRIATHLON: Die Angst vor Autofahrern ist weg

Perfekte Bedingungen, eine neue Radstrecke und ein Gast aus Übersee – der 12. Sempachersee-Triathlon hatte einiges zu bieten. Der prominenteste Sportler liess sich allerdings nicht blicken.
Stephan Santschi
Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Gestern war er eigentlich als ­Titelverteidiger angekündigt ­gewesen. Doch Ronnie Schildknecht, der Mister Ironman Switzerland, wie er aufgrund seiner elf Siege auf der Langdistanz genannt wird, tauchte in Nottwil nicht auf. «Der Platz neben mir in der Wechselzone blieb frei, anscheinend war er nicht hier», stellte Martin Schürch hinterher fest. Der Lokalmatador aus Sempach mit der Nummer 399, auf den Schildknecht mit der 400 hätte folgen sollen, war so der prominenteste Starter am 12. Sempachersee-Triathlon. Am Ende belegte der 30-jährige Landmaschinenmechaniker den dritten Platz in der Overall-Wertung der Competition-Kategorie, für die eine Triathlon-Lizenz ­Voraussetzung war. Für jene, die etwas weniger ambitioniert und vor allem spasseshalber mitmachten, war die sogenannte Experience-Wertung vorgesehen. 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Rennen standen hier auf dem Programm, was in der Szene als Kurzdistanz gilt. «Die Kombination der Sportarten macht die Faszination aus», betont Gabi Marker (37) aus Sachseln, die Rang 70 erreichte. Neueinsteigern empfiehlt sie, im Wettkampf den Fokus nicht auf ein hohes Tempo zu legen. «Jeder sollte so schnell unterwegs sein, dass er sich wohlfühlt. Die Sicherheit steht über allem.»

Die Erinnerung an einen Todesfall

Auf den Aspekt des regelmässigen Trainings und der körperlichen Fitness weist auch der Veranstalter, der Triathlon-Club Sursee, auf seiner Website hin. Darüber hinaus hat jeder Teilnehmer eine Verzichtserklärung und eine Haftungsfreistellung zu unterzeichnen. «Ich bin mir bewusst, dass die Teilnahme an einem Wettkampf Gefahren in sich birgt und das Risiko ernsthafter Verletzungen bis hin zu tödlichen Unfällen nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann», heisst es da zum Beispiel.

Vor vier Jahren ertrank trotz Anwesenheit der Seerettung während des Wettkampfs ein 59-jähriger Mann. «Wenn das Wasser kalt ist und es einem die Luft abstellt, kann man schon Panik kriegen. Jeder sollte deshalb im Vorfeld in einem offenen Gewässer schwimmen, um sich daran zu gewöhnen», empfiehlt Heidi Stadelmann. Die 47-jährige Willisauerin kommt seit Jahren nach Nottwil und kann den Sempachersee-Triathlon als Premiere nur empfehlen. «Es braucht keinen riesigen Trainingsaufwand, um die Strecke zu bewältigen.»

Wer es geschafft hat und die Ziellinie überquert, ist stolz auf das Geleistete, das ist unübersehbar. Nach dem ersten Durchschnaufen geht es hinüber zur Verpflegungsstation, wo isotonische Getränke, Wasser, Schorle, Energieriegel, Äpfel, Orangen und Melonen zum Verzehr bereitstehen. Danach wird gefachsimpelt, fotografiert, umarmt und gratuliert. «Es ist einfach cool hier. Man trifft Leute, die gerne draussen sind und Freude an der Bewegung haben», schwärmt Heidi Stadelmann. Der eine oder andere hat sogar eine spezielle Geschichte zu erzählen. So wie etwa Keith Donoway, der im Bundesstaat Maryland an der Ostküste der USA lebt. «Ich entschied mich kurzfristig zur Teilnahme, weil ich hier Ferien mache», erzählt der 33-jährige Amerikaner. Vor 25 Jahren habe eine Surseerin in Maryland ein Austauschjahr gemacht und damals in der Familie seiner heutigen Frau gelebt. Der Kontakt sei bis heute erhalten geblieben. Während des Rennens habe er die Umgebung bewundert, erzählt er lachend: «Ich konzentrierte mich gleichzeitig auf das Rennen und auf das Sightseeing.»

Neu muss die Radstrecke komplett gesperrt werden

Insgesamt waren rund 900 Athleten am Start, womit das Rekordergebnis des Vorjahrs (1000) nicht ganz erreicht wurde. «Der Gigathlon hat uns wohl einige Teilnehmer gekostet. Mit dieser Grösse sind wir aber sehr zufrieden», erklärt OK-Präsident Rolf Gutjahr, der den Sempachersee-Triathlon als nationalen Anlass mit leicht internationaler Ausstrahlung bezeichnet. Die Bedingungen bezeichnete er dabei als perfekt, Luft- und Wassertemperatur waren angenehm, und die nächtlichen Gewitter hatten sich verzogen.

Neu war die Radstrecke, die nicht mehr einmal um den Sempachersee, sondern in zwei Runden Richtung Buttisholz führte. «Der Kanton verlangt neu, dass wir die Strasse komplett absperren lassen», erklärt Gutjahr. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder heikle Momente mit Autofahrern gegeben. «Rund um den Sempachersee die Strassen zu sperren, wäre für ein Rennen, das nicht einmal einen halben Tag dauert, mit zu viel Aufwand verbunden gewesen.»

Hinweis

Resultate auf: www.sempacherseetri.ch/resultate

Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

Bild: Dominik Wunderli, Nottwil, 9. Juli 2017

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