Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TRIATHLON: Für sie ist Sport ein Genuss

Desirée Wagner ist ehrgeizig, in Topform und steht vor ihrer ersten WM-Teilnahme. Weshalb die 29-jährige Luzernerin nicht Profi ist, hat aber gute Gründe.
Stephan Santschi
Vorfreude bei Desirée Wagner: Diese Woche nimmt sie an der WM in Australien teil. (Bild Stefan Kaiser)

Vorfreude bei Desirée Wagner: Diese Woche nimmt sie an der WM in Australien teil. (Bild Stefan Kaiser)

Stephan Santschi

Die Formkurve stimmt, Desirée Wagner ist gar in der Verfassung ihres Lebens. An der Schweizer Meisterschaft im Triathlon belegte sie in diesem Jahr den vierten Rang und war damit so stark klassiert wie noch nie im nationalen Feld. Mitte August dann errang sie sogar ihr bislang bestes Ergebnis der Karriere: In Wiesbaden oberhalb von Mainz sicherte sie sich im Ironman über die Mitteldistanz den zweiten Rang in der Kategorie der 30- bis 34-Jährigen. «Ich habe alles gegeben, bin an meine Grenzen gegangen. Am Ende hat es sich ausbezahlt», zeigte sich die 29-jährige Ebikonerin überglücklich. Den Erfolg wertet sie noch etwas höher ein als Rang zwei an der EM 2014 (25 bis 29 Jahre) und den Sieg am Berliner Triathlon 2013 (25 bis 29). Der Grund für die ­steigende Tendenz ist schnell gefunden: «Ich habe in diesem Jahr in Sachen Trainingsintensität noch eine Schippe draufgelegt.» Warum? Weil sie am nächsten Sonntag erstmals an einer Weltmeisterschaft teilnehmen wird und dafür gerüstet sein will. Dazu später mehr.

Volldistanz ist ihr zu viel

Vor allem die Spitzenbelastung mit bis zu 23 Stunden Training pro Woche habe im Vergleich zu vorher (15 Stunden) markant zugenommen. «Ich habe einen sehr leistungsfähigen Körper, ich bin wenig verletzt. Ich mache nicht allzu viele lange und harte Laufeinheiten, die mich schleissen. Das ist ein Privileg», sagt die Triathletin. In ihrer Disziplin, dem Ironman über die Mitteldistanz oder auch Half Ironman genannt, hat sie jeweils eine 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke, 90 Kilometer auf dem Rad und einen Halbmarathon (21,1 km) zu absolvieren. Um die fünf Stunden ist sie jeweils unterwegs. Das geht an die Substanz, allerdings nicht so stark wie in einem Ironman über die Volldistanz, der doppelt so lange dauert. «Das ist mir zu viel, das habe ich noch nie gemacht. Beim Half-Ironman habe ich immer noch die Möglichkeit, aufs ­Tempo zu drücken, da haben im Training auch schnelle Einheiten Platz», erklärt Wagner.

Nicht bei Sponsoren entschuldigen

Trotz ihres grossen Aufwands betreibt sie Triathlon ausschliesslich als Hobby, zu 80 Prozent arbeitet sie als Sekretärin bei den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zug. Hat sie mit Blick auf die Erfolge von Nicola Spirig über die olympische Distanz nie das Profitum interessiert? «Nein», entgegnet sie sofort und führt aus: «Sport ist für mich Genuss und kein Müssen. Ohne Sponsoren muss ich mich nicht für einen 20. Rang entschuldigen. Und ich kann im Winter bei nasskalten Bedingungen auch mal einen TV-Abend anstelle eines Trainings einschalten. Ich bevorzuge es frei von der Leber weg.» Das heisse aber nicht, dass sie die Auftritte von Spirig nicht faszinieren würden. «Mich beeindruckt ihr Biss, ihre Disziplin, ihr Wille.»

Ihr Mann, der Trainer und Motivator

Davon darf auch Desirée Wagner einiges für sich in Anspruch nehmen. Auch als Amateurin ist ihr Ehrgeiz gross, davon weiss ihr Mann Matthias, mit dem sie in Arni im Kanton Aargau lebt, ein Liedchen zu singen. «Er ist mein Trainer, und das ist gut so. Er kennt mich, weist mich daraufhin, weniger zu machen, wenn ich müde bin.» Ihr selber sei das nicht immer bewusst, merkt sie schmunzelnd an. Und wenn sie zu Hause im Sportzimmer auf den Velorollen gemeinsam vor dem Fernseher die langen Einheiten absolvieren würden, sei nur schon die Gegenwart ihres Mannes eine Motivation.

Gemeinsam sind sie nun auch via Singapur nach Brisbane gereist. Letzten Freitag war Aufbruch, am nächsten Sonntag findet in Mooloolaba an der Sunshine Coast von Australien die Weltmeisterschaft statt. Für Desirée Wagner ist ein Wettkampf auf dieser Stufe wie gesagt eine Premiere. Weshalb? «Weil ich es mir bisher trotz mehrerer Qualifikationen nicht zugetraut habe. Wenn ich teilnehme, möchte ich auch eine anständige Rolle spielen.» Ein Podestplatz liege in ihrer Kategorie wohl ausser Reichweite, wenn alles optimal laufe, könne aber eine Klassierung in den Top 6 durchaus rausschauen. Die grösste Herausforderung sei wohl das Schwimmen im Meer. «Weil wir uns das in der Schweiz nicht gewohnt sind.» Und weil diese Disziplin generell nicht ihre Stärke sei. Umso mehr freut sie sich auf die Radstrecke mit «zwei, drei knackigen Steigungen» und die beiden Laufrunden mit Hügeln, «welche eine Schweizerin nicht umhauen werden».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.