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TRIATHLON: Jetzt will Annen Härte zeigen

Die Urner Olympiateilnehmerin Jolanda Annen ist mit ihrem Rennen am Zytturm-Triathlon in Zug unzufrieden. Nun versucht sie, die Schrauben im Training anzuziehen.
Jörg Greb
Jolanda Annen (rechts) startet aus der Wechselzone beim Zuger Zytturm-Triathlon. Links: die spätere Siegerin Nicola Spirig. (Bild Werner Schelbert)

Jolanda Annen (rechts) startet aus der Wechselzone beim Zuger Zytturm-Triathlon. Links: die spätere Siegerin Nicola Spirig. (Bild Werner Schelbert)

Jörg Greb

Jolanda Annen (23) hätte gerne mehr geboten bei ihrem Lieblingsrennen, ihrem, so nennt sie es, Heimrennen. «Ich wollte einen guten Wettkampf hinlegen», sagte sie zu den hochattraktiven und spannenden je zwei Mal 300 m Schwimmen, 5 km Velo und 2 km Laufen in Zug. «Möglichst lange mit Olympiasiegerin Nicola Spirig mithalten» hatte sie sich vorgenommen und zumindest nach dem zweiten Schwimmabschnitt noch dran zu sein. Dem war nicht so. «Ich fand auf dem ersten Veloabschnitt nicht den gewünschten Rhythmus und musste so Nicola früh davonziehen lassen», erklärte sie. Und obwohl sich das Körpergefühl auf der zweiten Rennhälfte besser anfühlte, summierte sich für die 23-jährige Urnerin bis ins Ziel ein Rückstand von 1:41 Minuten auf die Weltklasseathletin. Eine enttäuschende Leistung also? «Ein wenig schon», gab Annen mit Blick auf das Klassement zu. «Das war nicht das erhofft gute Rennen.»

Vergleich nicht überbewerten

Hintersinnen will sie sich ob diesem Verdikt aber nicht. Nach einer Erklärung musste sie nicht suchen: «Ich hatte eine extrem harte Trainingswoche hinter mir und war mir immer bewusst, dass sich das auf meine Leistung auswirken kann, ja muss.» Dieses Verdikt beunruhigt sie indes nicht: «Ich habe eine Woche zuvor am Schweizer Frauenlauf meine aktuelle Topverfassung bewiesen.» Damals war sie «mit frischeren Beinen» mitten unter den besten Schweizer Langstreckenläuferinnen klassiert gewesen. Unter diesem Gesichtspunkt wollte sie den Vergleich mit Nicola Spirig, die ebenfalls alles andere denn ausgeruht angetreten war, nicht überbewerten: «Nicola bewegt sich bezüglich Basis, Erfahrung und Trainingsvolumen über die Jahre auf einem ganz andern Level als ich.»

Wie Spirig betreibt Jolanda Annen den Triathlonsport zwar professionell. Aber erst seit diesem Jahr tut sie dies, nachdem sie zuvor noch zu 40 Prozent als Hochbauzeichnerin gearbeitet hatte. «Ich wollte im Hinblick auf die Olympischen Spiele alles unternehmen, alles auf eine Karte setzen», begründet sie. Indem die Qualifikation Tatsache geworden ist, ist diese Rechnung bereits jetzt aufgegangen.

Während Spirig auf der 1:1-Betreuung durch Starcoach Brett Sutton (AUS) setzt und einen Grossteil ihrer Trainingszeit in Trainingslagern im Engadin oder im Ausland verbringt, setzt Jolanda Annen hauptsächlich auf ihr lokales Umfeld. Fürs Schwimmen schliesst sie sich dem SK Uri an. Auf dem Velo ist sie oft mit Männern unterwegs wie Tri-Teamchef Reto Achermann, zum Teil aber auch mit der Teamkollegin Sandra Baumann. Auf Begleitung verzichtet sie beim Laufen bewusst: «Da fehlt es nie an der Motivation.»

Massnehmen an Riederer

Das Ansteigen ihrer Formkurve registriert Jolanda Annen vor allem beim Laufen. «Das ist ein erfreuliches Gefühl», sagt sie und verweist darauf, dass sie im hochintensiven Schnelligkeitsbereich noch wenig gearbeitet hat, dass punkto Spritzigkeit und Tempohärte noch Raum nach oben besteht. Der nächste Trainingsinput soll dies etwas ändern: eine intensive Trainingswoche am nationalen Trainingsstützpunkt in Wallisellen. Unter Nationalcoach Steffen Grosse wird sie auf die Männerelite mit Sven Riederer, Andrea und Florin Salvisberg sowie Patrick Rhyner treffen. «Ich erhoffe mir intensive Schwimmeinheiten und bin überzeugt, generell zu profitieren.» Auch an mentale Aspekte denkt sie dabei, etwa, «wenn ich sehe, wie ein Routinier wie Sven Riederer leidet, sich schindet für sein Olympiaziel.»

Von Wallisellen reist Jolanda Annen Mitte nächster Woche direkt ans ­nächste WM-Serie-Rennen in Stockholm. Und auch der weitere Weg für die nächsten beiden Monate und bis Rio ist wettkampfmässig vorgegeben mit: Hamburg, mit seinem WM-Serie-Rennen Mitte Juli sowie dem Weltcup-Rennen in Montreal Anfang August. Von Kanada aus wird Annen direkt nach Rio weiterfliegen und die letzte Vorbereitung vor Ort vornehmen.

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