Trix Zgraggen rollt und rollt und rollt

1400 Kilometer und über 19'000 Höhenmeter am Stück: Trix Zgraggen (45) aus Altdorf wird im Mai die Tour de Suisse nonstop fahren. Das ist aber erst ihr Warm-Up.

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Die 45-jährige Trix Zgraggen verkürzt sich die Zeit beim
Spinningtraining mit Fernsehschauen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Die 45-jährige Trix Zgraggen verkürzt sich die Zeit beim Spinningtraining mit Fernsehschauen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Vom 1. bis 3. Mai fährt die Urnerin alleine und ohne Pause die gesamte Strecke der Tour de Suisse Ausgabe 2012 ab. Die rund 1400 Kilometer möchte sie innerhalb von 72 Stunden schaffen. Mit dabei sein wird lediglich ein Begleitteam. Die 45-jährige Altdorferin plant aber noch etwas viel Grösseres: Sie bestreitet im Juni das Race across America, das mit rund 5000 Kilometern mit Abstand längste und härteste Nonstop-Radrennen der Welt.

11 Tage nonstop unterwegs

Bei der letzten Austragung war die schnellste Frau mehr als elf Tage unterwegs. Die besten Männer schafften diese Mammutstrecke in rund acht Tagen. In der vergangenen Saison vermochte Zgraggen bei allen Tests zu überzeugen. Ihr Husarenstück lieferte sie beim über eine Distanz von 2300 Kilometern ab. Dort siegte die Urnerin bei den Frauen überlegen.

Die Crew, die Zgraggen bei ihrem gigantischen Ritt von der Ost- zur Westküste der USA betreuen wird, umfasst neun Personen. Als Teamchef wird der ehemalige Race-across-America-Sieger Andrea Clavadetscher agieren. Ihr Budget beläuft sich auf 80'000 bis 100'000 Franken.

Training vor dem Bildschirm

Die Urner Ultrasportlerin und Gewinnerin des Gigathlons der Jahre 2004 und 2006 trainiert rund 20 Stunden pro Woche. Wenn es wieder wärmer wird, möchte sie den Aufwand auf 30 Stunden hochschrauben. Meist trainiert sie drei bis vier Stunden am Stück auf ihrem Spinningbike zuhause und schaut dazu DVD-Filme oder fern.

Bei der Zielsetzung gibt sich die Debütantin eher zurückhaltend: «Ich werde wie immer alles geben und dann schauen, was dabei herauskommt. Eine derart lange Distanz ist Neuland für mich. Aber ich bin zuversichtlich, das Rennen innerhalb der Zeitlimite beenden zu können. Hoffentlich sind die Bedingungen so gut wie im letzten Jahr. Da hatte es fast nur Rückenwind.»

rem/uhr