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Trotz verpasstem Spengler-Cup-Final: Davos zeigt sich wie verwandelt

Davos verliert gegen Kuopio 1:2 und verpasst die erste Spengler-Cup-Finalteilnahme seit 2011. Dennoch dürfte in der Meisterschaft nun ein anderer HCD zu sehen sein.
Klaus Zaugg
Enttäuschte Gesichter beim HCD: Dario Simion, Dino Wieser und Linus Klasen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 30. Dezember 2018))

Enttäuschte Gesichter beim HCD: Dario Simion, Dino Wieser und Linus Klasen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 30. Dezember 2018))

Die Wiedergeburt des HC Davos. Das ist der Satz, der uns den 92. Spengler Cup in vier Worten erklärt. Vor dem Turnier gibt es bange Frage. Kann die Mannschaft überhaupt mithalten? Wird sie sich gar blamieren? Der HCD beginnt den Spengler Club als Krisenklub und hat ihn am Sonntag nach einem Tempospektakel wie neu geboren beendet.

Auferstanden aus der Asche der Götterdämmerung der 22 Jahre währende «Ära Del Curto». Während der Altjahrswoche hat die Mannschaft, ja, die ganze Hockeyfirma HCD unter dem neuen Trainer Harijs Witolinsch die erstaunlichste Metamorphose (= Umwandlung) der neueren helvetischen Hockeygeschichte durchlaufen. Vom grauen Entlein zum strahlend weissen Schwan. Heraus aus dem kreativen Chaos unter der Fuchtel von Arno Del Curto und hin zu eine r spektakulären Normalität.

Zwischen den Niederlagen im Startspiel (1:2 Team Canada) und dem denkbar knappen, dramatischen, eigentlich unverdienten Scheitern im Halbfinale (1:2) gegen den 11. des finnischen Championats, stehen ein 3:2 gegen Nürnberg und vor allem der erstaunliche Viertelfinal-Triumph über Trinec, den Leader der tschechischen Meisterschaft (3:1). Der neutrale Beobachter denkt: Diese Mannschaft ist am Ende gar noch dazu in der Lage, in den restlichen 23 Qualifikationspartien die 17 Punkte Rückstand auf den letzten Playoffplatz aufzuholen. Mit etwas Pathos können wir das Halbfinal-Drama auch als Niederlage bezeichnen, die den HCD weiterbringt.

Klasen muss wieder nach Hause

Wie es sich beim Spengler-Cup mit VIP-Kathedrale gehört, ist am Sonntag nicht nur emsig gespielt, sondern auch zäh verhandelt worden. «Ja, wir hätten Linus Klasen gerne für den Rest der Saison von Lugano übernommen» bestätigt HCD-Präsident Gaudenz Domenig. Der Sprössling einer rockigen schwedischen Künstlerfamilie – sein Vater Robert trommelt als Kultschlagzeuger der Punkt-Rock-Band «Noice» - ist in Lugano unglücklich. Der Zwist mit Trainer Greg Ireland will und will nicht enden. Und sein Vertrag fesselt ihn noch bis ins Frühjahr 2020 an Luganos Palmen. Im Frühjahr werden die Karten indes neu gemischt. Der Vertrag mit Greg Ireland läuft aus.

Beim Spengler-Cup durfte die schwedische Powermaus (174 cm) nun als «Verstärkungs-Spieler» mit dem HCD über die Aussenbahnen fegen. Aber am Montag muss er wieder heim nach Lugano. Keine Freigabe. Verständlich. Wie würden Lugano und vor allem der tüchtige Sportdirektor Roland Habisreutinger dastehen, wenn Linus Klasen ab sofort mit dem HCD die Meisterschaft aufmischen würde? Aber auch ohne den Schweden werden wir nun in der zweiten Hälfte der Qualifikation einen neuen HCD sehen.

Spiele werden in Kanada übertragen

Spengler-Cup ist, wenn Team Canada im Finale steht – und gewinnt. Am Montag können die Kanadier das Turnier gegen Kuopio zum vierten Mal in Serie gewinnen. Es wird eine Auseinandersetzung zwischen System und Emotionen: Das erste finnische Finalteam der Turniergeschichte überzeugte bisher mit intensivem, sehr gut organisiertem Tempohockey. Für die Kanadier geht es – wir kennen es – um die Ehre fürs Vaterland und das Ego: Die Partien werden in Kanada direkt im Fernsehen gezeigt. Stecke einen durchschnittlichen kanadischen Spieler ins Dress mit dem Ahornblatt auf der Brust und er mutiert zum Titanen.

Auch wenn der 10. unserer Meisterschaft wie im Vorjahr im Halbfinal gescheitert ist – einen Spengler-Cup-Titanen mit Schweizer Pass hat es doch noch gegeben. Torhüter Daniel Manzato (34). Der vergessene Held der legendären 1984er-Generation, zu der auch Tobias Stephan (Zug), Michael Flückiger und Thomas Bäumle (beide zurückgetreten) gehören, hexte Kuopio gegen Magnitogorsk zu einem erstaunlichen Sieg in der Verlängerung (1:0) und nun ausgerechnet gegen Davos ins Finale.

Manzatos Arbeitgeber ist Ambri. Dort ist er hinter Benjamin Conz nur die Nummer zwei. Es ist, wie es ist: ein Ersatzgoalie aus unserer National League ist gut genug, um ein Held in einer Mannschaft aus der besten finnischen Liga zu sein. Oder anders gesagt: Nur mit schweizerischer Hilfe ist es den Finnen gelungen, den HCD zu bezwingen. Ob in der NHL, bei der WM oder beim Spengler Cup: Die Schweizer rocken die Hockeywelt.

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