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Tschuttiheftli vs. Panini

Mein Thema
Cyril Aregger, Sportchef
Tschuttiheftli vs. Panini. So richtig echt sieht Yann Sommer auf beiden Bildern nicht aus. (Bilder: PD)

Tschuttiheftli vs. Panini. So richtig echt sieht Yann Sommer auf beiden Bildern nicht aus. (Bilder: PD)

Dass die Fussball-WM naht, ist unverkennbar. Nicht wegen der «russischen Kältepeitsche», die uns vor einem guten Monat frösteln liess, sondern wegen der Auslagen in den Kiosken, bei Gross- und Wenigergrossverteilern. Goldglänzend buhlt das Panini-Album «Russia 2018» um Aufmerksamkeit.

Leicht nostalgisch denke ich dann an die Zeit, als auch ich die Littbarskis, Maradonas, Shiltons und Platinis – wenig erfolgreich – auf dem Pausenplatz getauscht habe. Und frage mich, was ich damals wohl von der Panini-Konkurrenz aus Luzern gehalten hätte: Die Tschuttiheftli-Sammelbilder, gestaltet von nationalen und internationalen Zeichnerinnen und Zeichnern, gibt es bereits seit der EM 2008. Gestern Abend wurde die neue Kollektion offiziell im Luzerner Neubad vorgestellt (siehe Box). Panini aus Italien oder Tschuttiheftli aus Luzern? Um diese Frage für mich ein für alle Mal zu beantworten, habe ich mir eine kleine Testreihe aufgestellt: In fünf Bereichen gibt es jeweils einen Punkt zu gewinnen. Der Bessere gewinnt am Ende. Los geht’s:

Gestaltung. Bei Panini glitzert es kräftig. Nicht nur wie früher auf den Wappen – die «Gold-Edition» verpflichtet. Das hätte mich früher schwer beeindruckt. Dass einige Photoshop-Versuche etwas gar offensichtlich sind (was ist mit Behrami los?!), dagegen eher weniger: Es gibt zu schmale oder zu breite Spielerhälse, manchmal scheint der Oberkörper überhaupt nicht zum Kopf zu passen. Spezielle Proportionen gibt es zwar auch bei den Tschuttiheftli-Bildli. Hier sind sie jedoch Zeichen der Individualität. Jedes Team wurde von einem anderen Künstler gestaltet. Ausserdem glitzert es mittlerweile auch beim Luzerner Produkt. Ein klarer Fall: Tschuttiheftli – Panini 1:0

Pausenplatz-Faktor. Auf den meisten Pausenplätzen werden die Panini-Bildli die Tauschkönige bleiben (ja, heute wird mehr «geklopft» als getauscht – aber die Nostalgie ...). Nur schon die Zahl der Verkaufsstellen spricht eine klare Sprache: Schweizweit unfassbar viele bei Panini, 78 beim Tschuttiheftli – wobei die Westschweiz und das Tessin komplett in die Röhre gucken. Tauschpartner werden sich für Panini einfacher finden lassen – daran ändert auch die Existenz von Tschuttiheftli-Tauschbörsen wenig. Völlig ausser Acht lasse ich dabei von beiden Herstellern angebotene Möglichkeit, online zu tauschen. Tschuttibildli gehören für mich einfach in die analoge Welt. Tschuttifheftli – Panini 1:1

Umfang. Das Tschuttiheftli-Sammelheft hat einiges zu bieten. Rund 530 Sticker wollen eingeklebt werden. Doch Panini liegt noch vorne: über 680 Sticker. Ich lasse mich von der schieren Masse überzeugen. Tschuttiheftli – Panini 1:2

Geld. Kleine Auflage, hoher Preis? Diese Gleichung geht bei den Tschuttiheftli-Bildli nicht auf: Ein Päckli kostet 1.50 Franken und ist damit zwar teurer als das Panini-Pendant (1.10 Fr.), bietet aber zehn statt fünf Sticker. Tschuttiheftli – Panini 2:2

Sympathie. Viele schöne und gute Sachen kommen aus Italien. Aber der Verein Tschuttiheftli hat seinen Sitz in Luzern. Zudem ist er nicht gewinnorientiert, und 10 Rappen pro Stickerpack gehen an die Hilfsorganisation Terre des Hommes. Lokalpatriotismus kombiniert mit dem Gefühl, Gutes zu tun – eine klare Sache: Tschuttiheftli – Panini 3:2

Am Ende steht ein enges Ergebnis. Aber wie so oft widerspiegelt es nicht das Spielgeschehen. Mein persönlicher Sieger kommt ganz klar aus Luzern – und das nicht nur, weil ich Sympathie für die «Kleinen» im Geschäft habe. Vielleicht werde ich doch wieder schwach ...

Falls Sie tauschen möchten, können Sie sich ja mal melden. Aber geklopft wird nicht!

Cyril Aregger, Sportchef

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Mehr zu den neuen Tschutti­heftli-Sammelbildern unter:<b style="font-size: 1em;">luzernerzeitung.ch/bilder</b>

Cyril Aregger

Cyril Aregger

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