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TURNEN: Bühne frei für das bunte Spektakel

Der sportliche und der finanzielle Aufwand für die Gymnaestrada in Helsinki sind hoch – auch wenn es keine Medaillen gibt. Viele Turner aus der Zentralschweiz lassen sich dieses Highlight dennoch nicht entgehen.
Zeigen ein Feuerwerk an Sprüngen: Der BTV Luzern zusammen mit Wettingen (links), die Gruppe Gymartists (oben) und die kantonale Gymnastikgruppe (unten) sind in Helsinki beim prestigeträchtigen Schweizer Abend dabei. (Bilder Philipp Schmidli, Peter Friedli, Manuela Jans)

Zeigen ein Feuerwerk an Sprüngen: Der BTV Luzern zusammen mit Wettingen (links), die Gruppe Gymartists (oben) und die kantonale Gymnastikgruppe (unten) sind in Helsinki beim prestigeträchtigen Schweizer Abend dabei. (Bilder Philipp Schmidli, Peter Friedli, Manuela Jans)

Gymartists Kanton Luzern. (Bild: pd)
Gymartists Kanton Luzern. (Bild: pd)
Gymartists Kanton Luzern. (Bild: pd)
Gymartists Kanton Luzern. (Bild: pd)
Kantonale Gymnastikgruppe der Turnverbands Luzern. Ob- und Nidwalden. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Kantonale Gymnastikgruppe der Turnverbands Luzern. Ob- und Nidwalden. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Kantonale Gymnastikgruppe der Turnverbands Luzern. Ob- und Nidwalden. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
Kantonale Gymnastikgruppe der Turnverbands Luzern. Ob- und Nidwalden. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)
BTV Luzern und Wettingen. (Bild: Philipp Schmidli)
BTV Luzern und Wettingen. (Bild: Philipp Schmidli)
BTV Luzern und Wettingen. (Bild: Philipp Schmidli)
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Gymnaestrada in Helsinki

Sie schwitzen und üben, feilen an ihren Vorführungen, diskutieren, debattieren und beraten sich. Und dies seit mindestens einem Jahr. Der Faszination Gymnaestrada, dem Weltturnfest ohne Noten, welches vom Sonntag bis zum 18. Juli in Helsinki stattfindet, sind auch Innerschweizer Gruppen verfallen. So macht sich auch der BTV Luzern auf, das internationale Publikum zu erobern. In einer Gemeinschaftsproduktion mit Wettingen nehmen die Luzerner an der FIG-Gala (siehe Box) teil und bieten an 10 Minitramps mit rund 90 Turnerinnen und Turnern eine spektakuläre Show, mit Salti gestreckt, gehockt, gehechtet und sogar in doppelter Ausführung mit eineinhalb Schrauben – die ganz hohe Schule des Geräteturnens eben.

Die ewigen Konkurrenten

«Auf dem Wettkampfplatz geben wir uns Saures, doch an der Gymnaestrada gehen wir Hand in Hand», sagt Beni Boos, Präsident des BTV Luzern. Tatsächlich liefern sich beide Vereine, vor allem in den Disziplinen Schaukelring und Sprünge, seit Jahren ein Duell auf hohem Niveau und wechseln sich mit dem Gewinn der Schweizer-Meister-Titel mit schöner Regelmässigkeit ab. Es versteht sich von selbst, dass es in dieser Gruppe kein «Jekami» gibt, «mindestens den Salto muss man beherrschen», sagt Organisator Alexander Kurmann, Turnfestsieger 2013 von Biel. Bereits 2014 traten beide Vereine an der «Gymotion», der Show des Schweizerischen Turnverbandes (STV), gemeinsam auf, nun wurde die Übung leicht modifiziert, und auch gewisse Anfangsschwierigkeiten konnten eliminiert werden. So gestalteten sich die Zählweise und die Längen des Anlaufes bei beiden Vereinen unterschiedlich. «Es braucht eine gute Kommunikation, um alles auf einen Nenner zu bringen», sagt Kurmann. In gemeinsamen Trainingsweekends holte sich die Truppe den letzten Schliff, in der übrigen Zeit hielten sich beide Vereine an ihre eigenen Übungspläne. Was sich nicht immer einfach gestaltete, denn einige Turnerinnen und Turner standen vor der Matura oder Abschlussprüfungen. Doch wer die Vorführung gesehen hat, weiss, diese wird in Helsinki sehr gut ankommen. «Wir müssen für einmal nicht das Kampfgericht überzeugen, sondern wir wollen das Publikum für uns gewinnen», so Kurmann. Die Farbwahl Blau-Weiss der Dresses ist übrigens eine Reverenz an Finnland, soll aber auch die Farben der Kantone Luzern und Aargau symbolisieren.

Flaggschiff Schweizer Abend

Als eines der Highlights zählt der Schweizer Abend, der in Helsinki zweimal im 7000 Zuschauer umfassenden Eisstadion unmittelbar beim Olympiastadion aufgeführt wird. Das Motto «CH=mc2 Gymnastics is relativ» wurde bei Albert Einstein entliehen. 25 Vereine aus der ganzen Schweiz haben sich beworben, 14 Gruppen mit rund 600 Mitwirkenden wurden ausgewählt und zeigen eine Nonstop-Show aus turnerischen, akrobatischen und gymnastischen Vorführungen, gepaart mit Showelementen und faszinierenden Lichteffekten. Aus dem Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden sind mit der kantonalen Gymnastikgruppe und dem Team Gymartists zwei Equipen dabei. Die Gymnastikgruppe (18 Frauen und 4 Männer), seit 1987 immer beim Schweizer Abend involviert, hat man, dies sei mit Verlaub gesagt, schon mit anspruchsvolleren Darbietungen gesehen. Dies liegt aber nicht am Können der Mitglieder, sondern eher an den unkonventionellen Handgeräten, den etwas sperrigen «Minibassins». Diese lassen der Leiterin Sabina Geiser nicht sehr viel Raum für ausgeklügelte Elemente, aber dank der gelungenen Choreografie sind einige schöne und auch überraschende Bilder zu sehen.

Die Gruppe Gymartists umfasst 47 Turnerinnen und 35 Turner aus 17 Vereinen und setzt das Thema Licht am Barren und auf der Tanzfläche um, und dies mit grossem Können. Verblüffend die Lichtbänder, bestehend aus LED-Lampen, die, wenn die Hallenbeleuchtung ausgeht, reizende Effekte erzeugen. Da ist von den Turnern viel Orientierungssinn gefragt, weil die Übergänge zu neuen Formationen fast blind funktionieren müssen. Die Innerschweiz ist auch bei den Gruppenvorführungen vertreten. Die Gruppe Seetal Luzern, 18 Barrenturner aus den Vereinen Rain, Neuenkirch, Rickenbach und Ballwil sowie 35 Mitglieder der Vereine Hünenberg und Getu Zug (Partnerakro und Bodenturnen) setzen während 15 Minuten die Geschichte der Arche Noah turnerisch um. Dieser Auftritt ist in Helsinki dreimal zu sehen.

Büron an einer Premiere dabei

Zum ersten Mal wird an einer Gymnaestrada ein World Team als internationale Grossgruppe gebildet, welches aus 2200 Turnenden von 35 Nationen besteht. Ein Bestandteil ist auch das Schweizer Jugend Worldteam, dem 18 Turnerinnen und Turner aus Büron angehören. Die sechs Minuten dauernde Übung kommt im Rahmen des Midnight Sun Specials (16. Juli) und an den Schlussvorführungen zur Austragung.

Der Trip nach Helsinki ist nicht billig. Rund 2500 Franken (Flug, Unterkunft, einige Mahlzeiten) werden für eine Person veranschlagt. Die meisten Gruppen können auf die Unterstützung ihrer Stammvereine hoffen, versuchen auch dank Sponsoren, Spenden und Gönnerbeiträgen oder Einnahmen aus Vorführungen, die Kosten so tief wie möglich zu halten. Trotzdem bleiben zirka 1400 Franken, die jeder noch zu berappen hat. «Doch das Erlebnis Gymnaestrada ist diesen Einsatz wert», sagt Michael Fischer von der Gruppe Seetal Luzern.

Beni Boos (42), der seine achte Gymnaestrada bestreitet, bringt es auf den Nenner: «Der Austausch und die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sind spannend, bereichernd und äusserst faszinierend.»

Oder wie man in Turnerkreisen sagt, «Man muss die Gymnaestrada erlebt haben, um sie zu verstehen.»

Theres Bühlmann

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