Interview

«Überleben ist nicht gefährdet»: Das sagt der OK-Chef zur Absage von Spitzenleichtathletik Luzern

Nach der Absage von Spitzenleichtathletik Luzern spricht Meeting-Präsident Karl Vogler über die Zukunft des Anlasses.

Turi Bucher
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Meeting-Präsident Karl Vogler.

Meeting-Präsident Karl Vogler.

Philipp Schmidli

Überraschend kommt der Entscheid nicht: Das OK des
Spitzenleichtathletik-Meetings Luzern beschloss am Donnerstagabend via Videokonferenz die Absage des diesjährigen Meetings. Der beliebte Leichtathletik-Anlass hätte am 1. Juli stattfinden sollen. Meeting-Präsident Karl Vogler sagt im Interview, wie es weitergehen soll.

Was bedeutet die Absage für das Meeting finanziell?

Wir haben nach Ausbruch des Coronavirus im März einen sofortigen Ausgabenstopp erlassen. Dauernde Ausgaben wie diverse Administrationskosten haben wir auf tiefem Niveau stabilisiert. Unser 1500er-Club, der das Meeting finanziell unterstützt, hilft uns in dieser Situation, dass wir unsere Reserven nicht anzapfen müssen.

Auf welchen Betrag belief sich das Budget für das diesjährige Meeting? Wie hoch wird der Verlust sein?

Der budgetierte Betrag war 750 000 Franken. Den Verlust können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffern. Zwei Punkte sind mir wichtig zu erwähnen: Das Überleben des Meetings ist nicht gefährdet, und wir werden auch keine Hilfe von der öffentlichen Hand beanspruchen.

Der Final der Hürdensprinter im letzten Jahr.

Der Final der Hürdensprinter im letzten Jahr. 

Pius Amrein (Luzern, 9. Juli 2019)

Das Meeting-OK hatte auch eine Alternative mit der Austragung von einzelnen Disziplinen auf verschiedenen städtischen Plätzen ins Auge gefasst. Dieser Plan wurde nun ebenfalls verworfen. Warum?

Weil im Zusammenhang mit dem Versammlungsverbot noch zu vieles unklar ist. Für diese Alternative hätten wir einen fünfstelligen Betrag budgetiert. Nun haben wir entschieden, dass wir dieses Geld lieber für das Meeting 2021 einsetzen.

Es wäre das 34. Luzerner Meeting gewesen. Jetzt kann es zum ersten Mal nicht durchgeführt werden. Wie ist Ihr persönliches Befinden?

Auf der einen Seite spüre ich Wehmut. Auf der anderen Seite muss die Vernunft den Weg weisen. Ich war 1985 und 1986 schon OK-Präsident und bin jetzt als Nachfolger von Max Plüss wieder seit drei Jahren als OK-Chef mit an Bord. Nur einmal, als der Stadionumbau erfolgte, mussten wir nach Nottwil ausweichen. Sonst konnte das Meeting ausnahmslos in Luzern durchgeführt werden.

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