Üble Drohungen gegen Granit Xhaka: «Wir werden dir die Beine brechen»

Der Schweizer Nationalspieler und Captain des FC Arsenal erklärt sich nach seinem Ausraster im Spiel gegen Crystal Palace gegenüber den Fans und schlägt versöhnliche Töne an.

Markus Brütsch
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Granit Xhaka erklärt sein Verhalten (Bild: key).

Granit Xhaka erklärt sein Verhalten (Bild: key).

Granit Xhaka hat sein Schweigen gebrochen. Vier Tage nach seinem unrühmlichen Abgang im Spiel gegen Crystal Palace, als er sich nach seiner Auswechslung mit einem Teil des ihn ausbuhenden  Publikums anlegte, hat der FC Arsenal auf seiner Homepage eine auf Instagram verfasste Nachricht seines Captains aufgeschaltet. Der
27-Jährige erklärt darin, dass er es vorgezogen habe, statt eines
raschen Statements eine gut überlegte Erklärung abzugeben.

In dieser bringt der Schweizer Nationalspieler seine Betroffenheit
über das Geschehene zum Ausdruck. Er schreibt, dass ihn die Szenen während seiner Auswechslung tief bewegt hätten, denn «ich liebe diesen Klub und gebe immer 100 Prozent auf und neben dem Platz.»
Und dann begründet er, weshalb er sich zu dieser Reaktion habe hinreissen lassen: «In den letzten Wochen habe ich mich von den Fans unverstanden gefühlt. Viele beleidigende Kommentare bei Spielen und in den sozialen Medien haben mich verletzt. Ich hörte und las Dinge wie: ‹Wir werden dir die Beine brechen›, ‹Wir bringen deine Frau um› und ‹Ich hoffe, deine Tochter kriegt Krebs›. Das hat mich so sehr aufgewühlt, dass es in mir brodelte und einen Siedepunkt erreichte, als ich im Stadion diese Abneigung spürte.»

Dann habe er sich von seinen Gefühlen mitreissen lassen und in einer Weise reagiert, die nicht in Ordnung gewesen sei. Gegenüber den Fans nicht, gegenüber dem Klub nicht. «Ich wollte euch nicht vor den Kopf stossen. Es tut mir leid, falls ihr es so empfunden habt.» Am Ende
schlägt Xhaka versöhnliche Töne an. Sein Wunsch sei gegenseitiger
Respekt und im Positiven weiterzumachen.

Fragt sich, ob die Fans sich mit diesen Zeilen zufriedengeben, sie als Entschuldigung betrachten und annehmen. Und offen ist auch, was Trainer Unai Emery tut. Nimmt er Xhaka am Samstag im Heimspiel gegen  die Wolverhampton Wanderers ins Aufgebot? Lässt er ihn spielen? Bleibt er gar Captain?.