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UEFA-PRÄSIDENT: Gesellenstück des geschliffenen Verbandsfunktionärs

Hat viele Erwartungen geweckt: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. (Bild: Leo Duperrex/Keystone (9. Dezember 2016))

Hat viele Erwartungen geweckt: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. (Bild: Leo Duperrex/Keystone (9. Dezember 2016))

Auch wenn nun Aleksander Ceferin der Mann ist, der die Uefa Nations League aus der Taufe heben durfte: Vater derselben ist kein Geringerer als der ehemalige Weltklassefussballer und Ex-Verbandschef Michel Platini, der Ende 2015 von der Ethikkommission der Uefa gesperrt wurde und später sein Amt niederlegte.

Gleichwohl war die gestrige Auslosung für den neuen Wettbewerb das Gesellenstück des 50-jährigen Rechtsanwalts aus Ljubljana, der sich im September 2016 an einem ausserordentlichen Uefa-Kongress in einer Kampfwahl um das Präsidium durchgesetzt hatte. Jedenfalls signalisiert die Erweiterung der Qualifikationsmöglichkeiten so etwas wie reformerische Ambitionen. Selbstredend streng im Einklang mit den kommerziellen Interessen der Fussballverbände, die von den Segnungen neuer Wettbewerbe profitieren.

Markige Worte an die Mächtigen in Fussball und Politik

Doch wer ist dieser Aleksander Ceferin? Einfach ist die Antwort nicht. Denn das geschliffene Auftreten des Funktionärs lenkt etwas gar leicht ab von dem, was er ist und will. Sicher ist: Der frühere Präsident des slowenischen Fussballverbands hat seine Funktionärskarriere gut geplant und war zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort. Und er wusste schnell, was man von ihm hören wollte. So paarte sich bei Ceferin der genetische Abgleich mit der Uefa-DNA rasch mit kalkuliertem Reformeifer. Jüngstes Beispiel dafür ist der Plan, den Klubs der englischen «Money League» beispielsweise zu verbieten, die Superstars der Branche gleichsam zu horten. «Wir müssten die reichsten Klubs der Welt davon abhalten, dass sie all die besten Spieler kaufen», sagte er dem «Daily Telegraph». Allerdings nannte Ceferin keine konkreten Massnahmen, wie die «Wettbewerbsgleichheit» herzustellen wäre. Immerhin: Das Financial Fair Play, das der neue Uefa-Präsident auf der Agenda hat, gewinnt in der Organisation an Bedeutung. Und wird insbesondere die von TV-Geldern gefluteten europäischen Spitzenligen und ihre Klubs noch beschäftigen.

Den finalen Tatbeweis wird die Uefa unter ihrem Präsidenten noch zu erbringen haben. Denn bisher ist der Spitzenfunktionär und dreifache Familienvater vor allem durch markige Worte aufgefallen. Sei es an die Adresse von Fifa-Präsident Gianni Infantino, als es um die Transferhoheit der Verbände ging. Sei es im Dauerkonflikt mit den Spitzenklubs an die Adresse des Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge. Sei es schliesslich an die Adresse der EU bei deren Mahnungen an die Einhaltung von europäischem Recht in Wettbewerbsfragen. Kurz und gut: Ceferin hat Erwartungen geweckt. Und diese muss er nun erfüllen, wenn er seine Glaubwürdigkeit erhalten will.

Leitmotiv dürfte bei allen ethischen Wohlverhaltensbemühungen bleiben, dass die Uefa der Geldesel bleibt, der sie ist. Mit der Uefa Nations League jedenfalls ist sie stramm auf Kurs.

Balz Bruder

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