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ULTIMATE FRISBEE: Das Frisbee-Fieber geht um

An diesem Wochenende messen sich die besten Frisbee-Teams der Schweiz in Ebikon. Fünf Zentralschweizer Klubs sind dabei; ein Stanser Team gehört gar zur nationalen Spitze.
Scheibe und NLA-Aufstieg verpasst: Vitus Furrer (hinten) und das Luzerner Team unterliegen der Equipe aus Lausanne. (Bild Philipp Schmidli)

Scheibe und NLA-Aufstieg verpasst: Vitus Furrer (hinten) und das Luzerner Team unterliegen der Equipe aus Lausanne. (Bild Philipp Schmidli)

Claudio Zanini


Crazy Dogs, Flying Saucers, Slow Hands, HiJack und Flying Colors. Das sind Namen, die eher an ein Konzertprogramm des regionalen Bandwettbewerbs erinnern. Dahinter verbergen sich aber Frisbee-Klubs aus der Zentralschweiz. Die Crazy Dogs aus Stans gehören gar zur nationalen Spitze. Und die Flying Saucers sind der älteste Klub der Schweiz. 1980 gründeten die Gebrüder Cron den Verein in Luzern, nachdem sie den Sport in den USA kennen gelernt hatten.

Olympische Bestrebungen

So weit, so gut. Aber kann Ultimate Frisbee, wie die Sportart genannt wird, überhaupt als solche ernst genommen werden? «Unbedingt», sagt Reto Zelger, Frisbee-Spieler der ersten Stanser Mannschaft. «Abgesehen von den Bestrebungen, dass Frisbee 2020 in Tokio olympisch werden soll, erleben wir in den letzten Jahren eine zunehmende Professionalisierung des Sports.» Auf den Einwand, dass Ultimate auch auf höchstem internationalen Niveau ohne Schiedsrichter ausgetragen wird, entgegnet er: «Selbstverantwortung ist enorm wichtig und tief in den Köpfen der Spieler verankert. Die Sportler müssen ehrlich sein und das Regelwerk nach bestem Wissen und Gewissen anwenden. Das ist wie ein Kodex.» «Spirit oft the Game» heisst das in der Frisbee-Sprache.

Es ist keineswegs so, dass Ultimate-Athleten nur zum Plausch Scheiben durch die Luft pfeffern. Technisch sei das Spiel anspruchsvoll, sagt Andreas Wehrle, Spieler der Luzerner Flying Saucers. «Es gibt unzählige Varianten, das Spielgerät zu werfen.» Ausserdem werde im Bereich Kondition und Taktik viel trainiert, in der Winterpause sei auch immer mehr Krafttraining am Aufkommen, ergänzt er.

Warum sind die Stanser so gut?

Die Frisbee-Szene der Schweiz wird vor allem durch die Teams aus Basel und Bern dominiert. Hinter den zwei Branchenleadern folgen jedoch bereits die Stanser Crazy Dogs, die Nummer drei im Lande. Warum ausgerechnet in Stans seit Jahren Top-Ergebnisse – auch an internationalen Turnieren – herausgespielt werden, darüber sind sich die Nidwaldner nicht ganz im Klaren. «Das ist eine gute Frage. Nebst dem Umstand, dass einige engagierte Personen viel Herzblut in die Entwicklung unseres Vereins stecken, sehe ich die überschaubare Grösse unseres Ortes als grosse Qualität», sagt Reto Zelger.

Das Frisbee-Fieber ist im Nidwaldner Hauptort bereits vor knapp 25 Jahren ausgebrochen. Auch heute stammen fast ausschliesslich alle Spieler der Crazy Dogs aus Stans und Umgebung. Seit wenigen Jahren hat sich auch eine Juniorenabteilung formiert. Mittlerweile führen die Nidwaldner ein U-14-, U-17- und U-20-Team. Nebst den zwei Equipen der Männer existiert seit letztem Herbst auch eine Frauenmannschaft. Alles in allem zählt der Club rund 100 Mitglieder. An diesem Wochenende setzten die Stanser zum erneuten Höhenflug an. «Nachdem wir im letzten Jahr den Finaleinzug knapp verpasst haben, wollen wir in diesem Jahr um die Schweizer Meisterschaft mitspielen; das ist ein offenes Geheimnis», so Zelger. Im Halbfinal wurden die Nidwaldner von den Flying Angels aus Bern mit 15:9 besiegt.

Aufstieg und Titel in einem möglich

Bei den Luzernern sind die Zielsetzungen bescheidener. Als bestes NLB-Team hätten sie über ein Quali-Spiel gegen den Letztplatzierten der NLA aus Lausanne ins Turnier um den Schweizer- Meister-Titel aufsteigen können. Mit 11:15 ging der Match gegen die Waadtländer verloren. «Natürlich sind wir enttäuscht über den verpassten NLA-Aufstieg. Die Lausanner waren laufstärker und auch körperlich überlegen», sagt Andreas Wehrle nach Spielschluss. Es ist eine der Eigenheiten von Ultimate Frisbee: Theoretisch ist es möglich, dass ein Team am selben Wochenende in die höchste Spielklasse aufsteigt und dort den Titel gewinnt. Ein Szenario, das aber praktisch ausgeschlossen sei, da die Leistungsunterschiede zwischen NLA und NLB beträchtlich sind. Nebst den Luzernern und Nidwaldnern, die beide zusätzlich ein Frauenteam an der Schweizer Meisterschaft in Ebikon stellen, ist die Region in Ebikon mit einem Klub aus Oberkirch (Flying Colors), Kerns (Hijack) sowie Zug (Solebang) vertreten. Die Zuger Frauen haben sich unlängst mit den Zürcherinnen zusammengeschlossen und treten unter dem Namen Micz Cham an.

Heute werden die Innerschweizer nicht mehr mitreden, wenn ab 14 Uhr bei den Frauen (Fabulous Bern - Zürich Ultimate Flyers) und danach bei den Männern (Flying Angels Bern - Freespeed Basel) die Finals der Schweizer Meisterschaft ausgetragen werden.

Für Stanser bleibt Spiel um Platz 3

Von den Innerschweizern hatten einzig die Stanser Crazy Dogs die Möglichkeit, in den Final der Schweizer Meisterschaft einzuziehen. Mit einer 9:15-Niederlage gegen die Flying Angels Bern verpassten sie das Endspiel. Heute folgt für die Nidwaldner das Spiel um Platz 3 gegen die Panthers Bern. Luzern (NLB), Kerns (NLB) und Oberkirch schieden schon früher aus. Für das NLA-Team Solebang Cham war im Viertelfinal gegen die Berner Panthers nach einer 11:15-Niederlage Endstation. Bei den Frauen bestreiten die Crazy Dogs und MICZ Cham heute gegeneinander das Spiel um Platz 3.
Ultimate Frisbee. Schweizer Meisterschaft in Ebikon. Resultate Zentralschweizer Teams. Frauen, Vorrunde: Freespeed Basel - Crazy Dogs Stans 7:13. Wizards Genf - Crazy Dogs Stans 0:13. Ultimeitli Luzern - Zürich Ultimate Flyers 2:13. Ultimeitli Luzern - MICZ Cham 4:13. Fabulous Bern - MICZ Cham 11:12. FlyHigh Lausanne - MICZ Cham 13:11. – Männer, Achtelfinal: Solebang Cham - Free2Speed Basel 15:5. FlyHigh Lausanne - Flying Saucers Luzern 15: 11. Zürich Ultimate Flyers - HiJack Kerns 15:8. – Viertelfinal: Crazy Dogs Stans - Zürich Ultimate Flyers 15:10. Panthers Bern - Solebang Cham 15:11. – Halbfinal: Flying Angels Bern - Crazy Dogs Stans 15:9. – Programm Heute. Frauen: Fabulous Bern - Zürich Ultimate Flyers (Final), Crazy Dogs Stans - MICZ Cham (Platz 3). – Männer: Flying Angels Bern - Freespeed Basel (Final). Crazy Dogs Stans - Panthers Bern (Platz 3).

Die wichtigsten Frisbee-Regeln

-Die Scheibe darf in jede Richtung geworfen werden. Mit dem Frisbee zu laufen, ist verboten.
-Die Teams spielen mit je 7 Spielern. Gespielt wird auf 15 Punkte. Ein Match dauert maximal 90 Minuten.
-Punkte werden erzielt, wenn ein Mitspieler das Frisbee in der Endzone des Gegners fangen kann.
-Der Werfer hat 10 Sekunden Zeit, um die Scheibe zu spielen. Der gegnerische Verteidiger zählt den Werfer dabei laut an.
-Wenn ein Pass nicht gefangen werden kann (Scheibe berührt Boden, fliegt ins Aus, Gegner fängt sie ab), kommt das gegnerische Team in Scheibenbesitz.
-Zwischen den Spielern ist kein Körperkontakt erlaubt. Körperberührungen gelten als Foul.
-Der Spieler, der gefoult wird, hat dies anzuzeigen. Ist der foulende Spieler mit dem Foul-Ruf nicht einverstanden, kann der letzte Pass wiederholt werden.
-Es gibt keinen Schiedsrichter. Jeder Spieler ist verantwortlich, Verstösse anzuzeigen.
-Nach dem Spiel bewerten die Teams das gegenseitige Fairplay mit Punkten. Die Fairplay-Rangliste wird unter den Athleten stark gewichtet.

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