Umstrittene Entscheidungen in der Champions League: Macht der Video-Schiedsrichter VAR den Fussball gerechter?

Gleich beide Mittwochspiele der Champions League wurden mit dem Video Assistant Referee (VAR) entschieden. Trotz Hilfe aus dem Übertragungsraum bleiben die Entscheidungen aber äusserst umstritten.

Martin Oswald
Drucken
Teilen
Hands oder nicht? Die umstrittene Szene im Spiel PSG gegen Manchester United.

Hands oder nicht? Die umstrittene Szene im Spiel PSG gegen Manchester United.

In Porto sind 117 Minuten gespielt, die Partie kurz vor Ablauf der Verlängerung noch immer nicht entschieden. Schiedsrichter Cüneyt Cakir schaute sich einen Leibchen-Zupfer im Strafraum noch einmal genau an. Und der Türke entschied tatsächlich auf Elfmeter für Porto. Alex Telles liess sich diese Chance nicht entgehen und schoss die Portugiesen mit dem 3:1 in die Viertelfinals. Die Videozusammenfassung von SRF

Wenige Minuten zuvor spielten sich ähnliche Szenen in Paris ab. Manchester United zieht gegen Paris St-Germain einen schwachen Abend ein, kommt kaum Chancen und droht aus der Champions League auszuscheiden. Doch ein vermeintlich harmloser Schuss von Aussenverteidiger Diogo Dalot stellt alles auf den Kopf. Dalots Abschluss wurde auf dem Weg zum Tor noch abgelenkt. Da schaltet sich der VAR ein. In der Wiederholung wird sichtbar, dass Dalots Schuss an den Arm von PSG-Verteidiger Kimpembe prallte. Nachdem sich Damir Skomina die Szene selber anschaute, entschied der slowenische Unparteiische auf Penalty – in der 94. Minute! Marcus Rashford verwandelte souverän zum 3:1 und schoss sein Team ins Viertelfinale. Die Videozusammenfassung von SRF

Die Meinungen der TV-Zuschauer und Fans gehen auseinander

Geht dem Fussball so das Spontane, Unberechenbare verloren?

VAR ab Sommer auch in der Super League

Der Video Assistant Referee (VAR) kommt in der Super League schon nächste Saison zum Einsatz. Kritischer Punkt: Die Kosten. Schon vor der Einführung dürften Liga und Verband mit Kosten von einer Million Franken und mehr konfrontiert sein. Denn die Anforderungen des International Football Board (IFAB), den Gralshütern über das Regelwerk im Fussball, sind äusserst umfangreich. Gerade auch im Hinblick auf die Ausbildung der Video-Schiedsrichter. Jeder muss vor Einführung eine bestimmte Anzahl Stunden in dieser Funktion geübt haben.

Auch die Ressourcen sind knapp. Elf Refs dürfen in der Schweiz derzeit auf höchstem Niveau pfeifen. Wird gleichzeitig gespielt, wären zehn im Einsatz, fünf auf dem Platz, fünf im Videoraum. Und wenn dann im Videoraum auch noch ein Assistent zum Zug kommen soll, wie es in der Bundesliga der Fall ist, dann wären es 15. Die Fussball-Schweiz könnte also in einen Schiri-Engpass kommen, wenn nicht zusätzliche Synergien gefunden werden oder auch Challenge-League-Schiedsrichter eingesetzt werden könnten.

Umfrage: Macht der VAR den Fussball gerechter?

Sagen Sie uns Ihre Meinung.